Zurzeitiger Nationalratspräsident „für alles zu haben“

Am 13. Juli 2026 ist die Wiederbetätigung der Beteuerung von Walter Rosenkranz zu den Identitärinnen zu lesen, er kenne keine „persönlich“, diesmal in der Variation, er habe „noch nie jemanden bewusst getroffen“, und das in der Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus.

Aber es müssen Identitäre nicht „persönlich“ gekannt werden, es müssen Identitärinnen auch nicht „bewusst“ getroffen werden, um zu ihnen zu sprechen, wie beispielsweise Walter Rosenkranz in Wiener Neustadt.

Es kann Walter Rosenkranz geglaubt werden, er würde, ist am 13. Juli 2026 zu lesen, identitarian chief Martin Sellner „nicht einmal auf der Straße erkennen“; es ist schwer, wen auf der Straße zu erkennen, wenn auf der Straße nicht die identitäre Arbeitskleidung, also der Smoking, getragen wird. Aber Eva Vlaardingerbroek, die würde Walter Rosenkranz auf der Straße wohl sofort erkennen, hat er diese doch erst im Februar 2026 durch das österreichische Parlament geführt, und „the schildmaiden of the far rights“ würde wohl sofort, wenn sie in Begleitung von identitarian „my friends“, Martin Sellner Walter Rosenkranz bewußt persönlich vorstellen. Und dann könnte es Walter Rosenkranz vielleicht dämmern, ihn mindestens schon einmal gesehen zu haben, etwa in der Hofburg, als er in seiner identitarian workwear

The identarian tuxedo kommt zum recht besonderen Einsatz, wenn es auf Bälle geht, etwa in das Rathaus,

in die Hofburg

The identitarian boss soll, schreibt die Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus, Martin Sellner sein, der aber selbst um seine ihm zugewiesene Rolle zu genau weiß, die nämlich einer Strippe … Ab und an ist der „Chef“ selbst in Wien. Wie recht doch Walter Rosenkranz hat, daß the identarians eine „Jugendbewegung“ sei, allein das Alter der Strippe zeiht Walter Rosenkranz der Wahrheit; seinem Chef wird es möglicherweise nicht gefallen, daß er the identarians als Jugendbewegung abtut, scheinen diese ihm doch bedeutungsreicher zu sein: eine NGO — Andererseits kann auch eine Jugendbewegung eine gesinnungsschwere Bedeutung einnehmen, wenn etwa an die einstige im Deutschen zumeist mit PJ abgekürzte Jugendbewegung gedacht wird, an die „Naši“ …

Wie recht auf Walter Rosenkranz Verlaß ist, bestätigt er auch damit, wen er für das österreichische Parlament nimmt, denn er nimmt keinen Non-Identarian: „Wenn sich einer bei mir bewirbt, der glaubt, er muss mit Gewalt im Staat etwas ändern, dann wird auch ein Nicht-Identitärer von mir nicht genommen. Jüngst erst hat er, Rosenkranz, das mit der Bestellung des Parlamentsdirektors gesinnungsstark bekräftigt …

Wie recht gesinnungsgemäß Walter Rosenkranz „Remigration“, auch diese wird am13. Juli 2026 angesprochen, erklären kann, „ein Begriff, der aus der Wissenschaft kommt, der seit 1960er-Jahren verwendet wird.“ Es wird, einfach wie kurz gesagt, genommen, was gesinnungsgemäß verwendbar erscheint, alles von allen zur gesinnungsgemäßen Umdeutung, zur gesinnungsreichen Verkehrung, und der „Begriff Remigration“ ist dafür lediglich ein Beispiel …

Walter Rosenkranz sind „Remigation“, „Umvolkung“ keine Begriffe zum Erteilen von „Ordnungsrufen im österreichischen Parlament, in Deutschland ist „Remigration“ ein im Bundestag verwendeter Begriff, der von der Bundestagsvizepräsidentin gerügt wurde …

Was das für eine Ehre für ihn wäre, auf die er, Walter Rosenkranz stolz sein könnte, würde er Anlaß für eine Gesetzesänderung werden, die Nationalratspräsidentin abwählen zu können … Was für ein Aufwand wegen eines Mannes Mache, der je nicht notwendig, wäre er, einfach wie kurz gesagt, nicht zum Nationalratspräsidenten gemacht worden …

Eine am 13. Juli 2026 zitierte Aussage von Walter Rosenkranz — Wenn es eine Mehrheit gebe, sei er „für alles zu haben“ — läßt an eine Aussage von einem ebenfalls in einer Wahl Gescheiterten denken, der vor zehn Jahren davon sprach: Sie werden sich noch wundern, was alles gehen wirdÜber die gemeinsame Gesinnung hinaus verbindet diese zwei Männer das für sie vorteilhafte Schicksal, nicht zum Präsidenten gewählt worden zu sein,

dafür aber im Parlament wenigstens zum Präsidenten gemacht

„Für alles zu haben“, sei er, Walter Rosenkranz, „wenn es eine Mehrheit gebe“, das ist die von seinen zitierten Aussagen vom 13. Juli 2026 die wesentliche, die vorzumerken ist, wenn es gilt, zu entscheiden, wer ins Parlament gewählt werden soll …

Und gerade in bezug auf Wahlen soll ein kluger Satz von einem Mann stets Grundlage der Stimmabgabe sein: „Dieses Gedankengut hat bei uns nichts verloren — Werbung dafür ist nicht tragbar!“

Der Mann, der so klug sprach, war vor zehn Jahren Gastgeber in Wiener Neustadt,

als identitarian flags den zu ihnen Sprechenden gewedelt —

„Teuer erkaufte Pensionen“

Irmgard Griss hat zu vielem eine Meinung, die lieb und teuer ist. Auch zu Pensionen. Im Juli 2026. In der „Kleinen Zeitung“.

Irmgard Griss legt im Juni 2026, worauf später noch zu sprechen kommen wird, in ebendieser Zeitung ein Bekenntnis als Forderung ab, durch „sachliche Information und ehrliche Diskussion Überzeugungsarbeit leisten“ … Wie sehr sie dies selbst beherzigt, erzählt auch dieser ihr Gastbeitrag „Teuer erkaufte Pensionen“ nicht einmal einen Monat später ebenfalls in dieser Zeitung.

Vorauszuschicken ist, daß es hier nicht um die Frage der Pensionen geht, denn es ist eine zu komplexe Materie, zu viel ist dabei zu berücksichtigen, zu viel zu bedenken, zu viel dabei einzubeziehen, daß es eine Anmaßung wäre, einem bestimmten Pensionsmodell das Wort zu reden, wie es eben Irmgard Griss auch tut, wenn sie schreibt:

Am wirksamsten ist, das sagen Fachleute, eine Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters. Doch das scheut die Politik wie der Teufel das Weihwasser.

Es geht hier ausschließlich um das, was Irmgard Griss herauspickt. So hebt sie an mit:

Haben wir das beste Pensionssystem? Politiker behaupten das. Und es stimmt ja auch, dass die Pensionen bei uns hoch sind. Die Nettoersatzrate, das Verhältnis zwischen Pensionen und Nettoarbeitseinkommen, liegt zwischen 80 und 90 Prozent. In Deutschland sind es etwas über 50 Prozent. Im OECD-Schnitt um die 63 Prozent. Doch die hohen Pensionen in Österreich sind teuer erkauft. Die Beiträge sind hoch, und der Zuschuss aus dem Budget steigt von Jahr zu Jahr. Dazu kommt die Alterung der Bevölkerung. Immer weniger Erwerbstätige müssen für immer Pensionistinnen und Pensionisten aufkommen. Es ist daher offen, wie lange wir uns dieses System leisten können. Die Leidtragenden sind die jungen Leute. Sie finanzieren mit ihren Pensionsbeiträgen die heutigen Pensionen. Ob sie auch sie damit rechnen können, im Alter ähnlich gut finanziell versorgt zu sein, ist alles andere als sicher.

Ach, „die Pensionen bei uns hoch sind“, ja, wie wahr, dermaßen hoch, die durchschnittliche Alterspension für eine Frau betrug in Österreich gemäß PVA 1.705,26 Euro und für einen Mann 2.434,77 Euro. Was tatsächlich „hoch“ zu nennen ist, zum Beispiel die Pension von Irmgard Griss, nein, auch die ist nicht hoch, sondern eine normale Beamtenpension:

Irmgard Griss hat zuletzt selbst erklärt, sie beziehe eine „normale“ Beamtenpension von monatlich 9000 Euro als frühere Höchstgerichtspräsidentin.

Für Griss ist die Pension nicht zum ersten Mal Anlass für Ärger. In einem Brief im Dezember 2014 beklagte sie sich bei der Versicherungsanstalt öffentlicher Versicherter (BVA). Sie war bei der Pensionserhöhung 2015 in einem Schimmelbrief darüber informiert worden. Ihre Pension fiel aber niedriger aus. Des Rätsels Lösung: Sie fällt unter das verschärfte Sonderpensionsgesetz, mit dem hohe Pensionen begrenzt werden. So büßte sie mehr als 200 Euro ein.

Die Presse. 7. April 2016.

Irmgard Griss zieht die „Nettoersatzrate“ heran, aber nicht die „Bruttoersatzrate“. Denn nach der „Bruttoersatzrate“ sieht es auch in Österreich anders aus, da diese aufgrund geringere Abgabenleistungen deutlich geringer als die Nettoersatzrate ausfällt. Als Beispiel für die Nettoersatzrate pickt Irmgard Griss sich Deutschland mit etwas über 50 Prozent“ heraus, aber nicht zum Beispiel die Niederlande mit 96 Prozent …

Unausweichlich, daß Irmgard Griss auch die „Alterung“ ins Treffen führt. Ach, immer „weniger Erwerbstätige müssen …“ Tatsächlich, 2026 sind es mit rund 4,5 Millionen Erwerbstätige so viele weniger als zum Beispiel 1976 mit etwa knapp 3 Millionen Erwerbstätige, 1976 rund 1,5 Millionen Pensionisten und 2026 rund 2,5 Millionen Pensionistinnen inklusive der Beamten im Ruhegenuß, und 2026 erhielten rund 71 Prozent von ihnen die volle Inflationsabgeltung, da ihr Pensionseinkommen bis 2.500 Euro brutto hoch …

Ja, was Irmgard Griss schreibt, läßt an „Wer zahlt morgen die Renten“ denken, an einen Artikel, den die „Österreichische Neue Tageszeitung“ am 29. März 1959 veröffentlichte, also vor 67 Jahren —

Das muß tiefe Spuren hinterlassen, von jung an ständig zu hören und zu lesen, die Pensionen seien nicht sicher, ständig in dieser Sorge zu leben, im Alter finanziell nicht gut versorgt zu sein, dabei erzählt die gute finanzielle Versorgung der Irmgard Griss im Alter selbst das Gegenteil von dem, was seit Jahrzehnten über Pensionen in Österreich propagandiert wird.

Ja, was Irmgard Griss schreibt, läßt sogleich an die „Agenda Austria“ denken, von der bereits vieles, was Irmgard Griss schreibt, propagandiert, und diese seriöse Anstalt wird vielleicht stolz darauf sein, in Irmgard Griss eine geistesverwandte Nachschreiberin sehen zu dürfen …

Irmgard Griss meint, dass in erster Linie die Jungen die Leidtragendes des aktuellen Systems in Österreich seien.

Das ist eine beliebte Plattitüde. Denn die konkrete Ausführung, worin denn das Leidtragende bestünde, fehlt. Konkret hingegen, als Beispiel, betrifft junge Menschen, in diesem Fall junge Männer, die „Wehrdienstverlängerung“, für die Irmgard Griss „Überzeugungsarbeit“ fordert durch „sachliche Information und ehrliche Diskussion. Obwohl es die Jungen konkret betrifft, durften die Jungen in der Kommission zur Wehrdienstverlängerung diskutieren, aber ohne Stimmrecht.

Wie viele Milliarden werden Jahr für Jahr für das Bundesheer ohne Hinterfragung der Finanzierbarkeit ausgegeben, und

es sollen noch mehr Milliarden werden, für ein System, an dessen Verteidigungsfähigkeit berechtigt stark gezweifelt wird,

ein militärisches System, das endlich umfassend auf ihre Gesinnungszugerichtetheit zu durchleuchten ist.

Wie selbstverständlich ist die Geldverschwendung für das Militär, die durch Kriege noch zu unvorstellbaren Vernichtungen gesteigert wird, konkret betroffen davon stets physisch und wirtschaftlich jedwede Generation, und ein jeder beendeter Krieg für zukünftige Generationen belastend bleibend …

Für „sachliche Information und ehrliche Diskussion“ in bezug auf Pensionen können gar viele Quellen heranzogen werden, zu der die „Aussensicht“ von Irmgard Griss nicht gezählt werden kann, aber u. v. a. m. zum Beispiel diese:

Faktencheck (un)sichere Pensio­nen: Mythos und Wahrheit

OECD Data Explorer Pensions at a glance

Pensionsversicherung Österreich – Daten, Fakten, Zahlen

Diese Länder haben das beste Rentensystem weltweit

Mädelschafter im Parlament

Freilich hat Andreas Mölzer nicht „Juden im Parlament“ als Schlagzeile für sein „Andererseits“ am 11. Juli 2026 in der Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus gewählt, sondern

„Burschenschafter im Parlament“, und ihm

Wieviel aber hat es gefehlt, daß er, Andreas Mölzer, wenn ihm schon „Freimaurer“ einfallen, auch „Juden“ für sein Beispiel einer nicht vorstellbaren Schlagzeile herangezogen hätte? Verwunderlich dabei, wenn er dies auch noch beispielhaft getan hätte, wäre gewesen, wenn er nicht nur von „Juden“, sondern auch von „Jüdinnen“ geschrieben hätte —

In seinem „Andererseits“ vom 11. Juli 2026 geht es gesinnungsgemäß zuerst um seine Verteidigung von Rosenkranz und Weinert,

Einerseits heißt es von den drei Regierungsparteien und den Grünen sowie den meisten Medien, es sei skandalös, dass der Burschenschafter Rosenkranz nun mit Weinert auch einen Burschenschafter zum höchsten Beamten der Volksvertretung ernennt.

verwunderlich jedoch ist es nicht, daß keine, wie die von Andreas Mölzer beispielhaft vorgeschlagenen, Schlagzeilen vorstellbar sind, haben die von Mölzer Vorgeführten oder Angeschwärzten nichts gemein mit der Gesinnung der Burschenschaftlichen, außer, Andreas Mölzer weiß mehr, kann es gar belegen, von „CVler[n]“ und von „Freimaurer[n]“ beispielsweise gehört oder gar gelesen zu haben: „Das Feuer von Auschwitz behüten und schüren“

Aus der „Suevia“, aus der übrigens Roland Weinert …

Inzwischen zum Parlamentsdirektor von Rosenkranz gemacht,

und was seine und dessen „Libertas“ gesinnungsgemäß vertritt, wird Andreas Mölzer wohl ebenfalls wissen, ob es etwas gemein hat mit „CVler[n]“ und „Freimaurer[n]“, die derartige Schlagzeilen rechtfertigten …

Andreas Mölzer wird wohl ebenfalls wissen, ob „CVler“ und „Freimaurer“ bei Begräbnissen derartige Gesänge der Treue anstimmen, wie etwa „Olympe Bruno Burchhart“ …

NS Es ist stets nur, wie auch in diesem Fall wieder, von „Burschenschaften“ die Rede und die Schreibe. Was aber ist mit den „Mädelschaften“?

Sind nun denn gar keine Frauen aus „Mädelschaften“ mehr für die identitär patriotische Partei im österreichischen Parlament?

Wird denn Anneliese Kitzmüller die letzte Frau einer Mädelschaft im Parlament gewesen sein?

Hat diese Partei nun bereits ihre für sich versprochene Festung, innerhalb des Parlaments die Festung der Männer gemauert?

Hätte Gustav Mahler komponiert wie Carola Dertnig recherchiert, er wäre längst vergessen, außer vielleicht — er hätte zum Komponieren Nylonstrümpfe angehabt

Nylonstrümpfe. Im „Ersten Weltkrieg“. Nach der „Recherche“ von Carola Dertnig hätte mit dem Beginn des „Ersten Weltkriegs“ auf die Erfindung der Nylonfaser und vor allem auf den Verkauf von Nylonstrümpfen gewartet werden müssen. Wann wäre mit dem Krieg von 1914 bis 1918 begonnen worden, wäre auf die Nylonstrümpfe zu warten gewesen? Frühestens 1940, denn ab Mai 1940 wurden Nylonstrümpfe aber erst in ausgewählten Kaufhäusen in amerikanischen Großstädten verkauft; für einen Bürgerkrieg in den USA hätten 1940 die verkauften Nylonstrümpfe vielleicht schon gereicht, aber für einen Weltkrieg wohl erst dann, wenn Nylonstrümpfe weltweit —

Es ist eine Kleinigkeit, eine bloße Schlampigkeit, zugegeben, und doch wieder keine Kleinigkeit, wenn auf sogenannte klassische Medien nicht mehr Verlaß ist, korrekte Informationen zu erhalten, denn die Vernachlässigung einer sorgsamen Recherche nimmt zu, auch — das sind nur Beispiele allein aus zwei Monaten — im Juni 2026 waren Berichte von zwei anderen Medien zu erwähnen, mit nachlässig weitergebenen Informationen.

Die Sorgfalt nimmt, einfach wie kurz gesagt, ab, freilich ohne, daß dahinter, wie die hier angeführten Beispiele allein aus Juni und Juli 2026 zeigen, eine Absicht stünde, es tun sich keine Abgründe auf, wie bei den Verbreitungen und Auslassungen in den sogenannten sozialen Medien, aber es wird den sogenannten klassischen Medien nicht dienlich sein, wenn immer mehr Menschen zum Schluß kommen, auf sie sei kein Verlaß mehr, und sich von ihnen mehr und mehr abwenden, sich in den Abgrund der sogenannten sozialen Medien stürzen.

Marianne Fischer hat sich wohl darauf verlassen, daß Carola Dertnig ordentlich recherchiert hat, aber „Nylonstrümpfe“ im „Ersten Weltkrieg“ sind eine Unmöglichkeit, und um das wissen, bedarf es nicht einmal eine Recherche …

Stocker sucht Wahl

Arabella Kiesbauer hat schon einmal — „Sebastian Kurz, unsere letzte Chance“ — ihre politische, ihre gesellschaftspolitische Kompetenz und Weitsichtigkeit bewiesen, das war im österreichischen Herbst 2017. Und so kann es gut verstanden werden, daß sie, Arabella Kiesbauer, nun neun Jahre später für Stocker sucht Wahl ausgesucht wurde.

Es werden nun wohl viele dauern, nicht bei Stocker sucht Wahl teilnehmen zu können, da zu jeder Sendung Stocker sucht Wahl nur, wie es den Teilnahmebedingungen zu entnehmen ist, lediglich bis zu zweihundert Personen zugelassen sein sollen,

das wird vor allem jene dauern, die sich noch gut an die seinerzeitige kiesbauerische hochkarätigste Analyse erinnern werden, und nun in diesem Sommer 2026 endlich wieder einmal eine wirklich hochkarätigste Analyse des Politischen, des Gesellschaftlichen, des Ökonomischen, des Ökologischen, des Außenpolitischen, des Sozialen, des Sicherheitspolitischen persönlich zu hören bekommen würden wollen, erinnern sie sich doch zu gut an die von Arabella Kiesbauer letzte

Er hat eigentlich zu einer Zeit, als das noch kein Thema war, schon erkannt, daß der soziale Frieden, in dem wir uns alle bewegen, nur möglich ist, wenn wir alle miteinander können. Den Sebastian habe ich kennengelernt, als er Integrationsstaatssekretär wurde, ja, und da hat er das Team zusammengestellt, Integrationsbotschafter, und da hat er mich gefragt, ob ich dabei sein möchte. Habe ich kurz gezögert, also weil ich mich nicht von der Partei vereinnahmen lassen wollte, zweitens, na, war ich ein bißchen skeptisch, weil er noch sehr, sehr jung war. Aber wegen der Sache, für die Sache, für die Integration, habe ich mir gedacht, das ist wichtig, ich habe was Ähnliches schon in Deutschland gemacht, und ich habe gesagt, ja, ich bin dabei. Dann bei den ersten Diskussionen, bei den ersten Schulbesuchen, bei denen ich mit ihm gemeinsam war, und ihn auch erlebt hab, muß ich sagen, da hat er mich dann überzeugt. Es mich hoffen läßt, da ist jemand, der hat eine Vision, die ich teile, ich muß nicht mit jeder einzelnen Entscheidung vielleicht konform gehen, aber die Marschrichtung stimmt. Wir haben oft gehört, daß sich was ändert, das habe ich aber nie geglaubt, das waren halt leere Wortphrasen und Hülsen, die auch als solche bei mir angekommen sind. Jetzt bei Sebastian Kurz habe ich wirklich das Gefühl, und das ist irgendwie natürlich auch ein bissel die Sorge, unsere letzte Chance, daß sich etwas ändern kann. Deswegen bin ich jetzt auch dabei und sag also, bitte alle zusammen für dieses Land. Das ist jetzt unsere Chance, daß wir das Ruder herumreißen, es geht in die richtige Richtung, und ich bin dabei.

Arabelle Kiesbauer verbreitet von Sebastian Kurz am 29. September 2017 auf der Konzernplattform Facebook. Angesehen und angehört am 6. Juli 2026.

Es gibt aber vielleicht doch noch eine Chance, sofern die Sommerstaffel gut läuft, daß es dann noch eine Winterstaffel gibt, um dabei zu sein, endlich wieder einmal bei einer wirklich erstklassigen Analyse. Um eine wirkliche Chance zu haben, wenigstens dann im Winter dabei zu sein, ist es angeraten, bereits jetzt im Sommer sich zu bewerben für den kommenden Winter …

Der AfD ist vorzuwerfen, was der AfD vorzuwerfen ist

Es dichtete vor langer Zeit Ernst Jandl,

Lichtung

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum

und Anja Kohl am 5. Juli 2026 am „BR-Sonntags-Stammtisch“ nun:

Mein Ärger der Woche, ganz klar: Am Rande des AFD-Parteitages, die Bild-Zeitung titelt das auch, AFD-Parteitag in Erfurt, Tritte, Schläge. Es sind mehrere Journalisten am Rande der Demos dort attackiert worden, mit Kopftritten von Gegendemonstranten, und die AFD hat es nicht geschafft, sich öffentlich zu distanzieren, überhaupt öffentlich Stellung zu nehmen, das heißt, das waren wirklich gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die am Rande des AFD-Parteitags sehr sauber versucht haben zu berichten. Mein absolutes Ärgernis dieser Woche. Journalisten in diesem Land, die berichten, müssen geschützt werden vor Angriffen, und man muß dann auch Parteien haben, die sich distanzieren von so einer Sache.

Das Aufmerkenswerte an der Empfindungslyrik der Anja Kohl ist nicht ihre Forderung, Parteien haben zu müssen, die sich von so einer Sache distanzieren, diese Parteien gibt es in Deutschland, und sie haben sich sofort davon distanziert, das Aufmerkenswerte an der phantastischen Dichtung der Anja Kohl ist, daß sie glaubt meinen zu müssen: Gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die sehr sauber versucht haben zu berichten —

„Sauber versucht haben zu berichten“: Junge Freiheit.

„Sauber versucht haben zu berichten“: Apollo News.

Wie sauber Apollo News versucht zu berichten, läßt sich bereits am 5. Juli 2026 allein an diesem Absatz im Eintrag auf Wikipedia bewahrheiten:

Laut dem Thinktank CeMAS vertritt Apollo News rechtslibertäre Positionen „für einen Minimalstaat und gegen den Sozialismus als eine Art Hauptfeind“. Zusammen mit der Ablehnung von Migration und anderen konservativen bis reaktionären Gesellschaftsvorstellungen trage dies zur wachsenden Popularität des Magazins bei. In deutschsprachigen verschwörungsideologischen oder rechtsextremen Telegram-Chats seien Links zu Apollo-Inhalten mittlerweile bedeutend verbreiteter als Links zu Junge Freiheit, Nius oder Tichys Einblick.[2]

Apollo News schwimmt im gesinnungsgemäß sauber „rechtslibertären“ Abwasser etwa von Nius, Tichy und so weiter und so fort — entsprechend sauber berichtet auch Apollo News.

Der AfD ist vorzuwerfen, was der AfD vorzuwerfen ist.

NS Fällt dazu ein: Ende Juni 2026 wird Roger Köppel auf dem „Kongress“ der AfD seine Rede gesinnungsgemäß wohl auch so verstanden haben, daß er „sauber berichtet“.

Leon de Winter

Es sagt wohl alles über Leon de Winter heutigentags aus, wenn er sich Roger Köppel als Interviewpartner aussucht, und mehr noch, wenn Leon de Winter eigens aus Amsterdam dafür anreist, um mit Roger Köppel ein Gespräch zu führen

das bestärkt darin, in Buchhandlungen ab jetzt an den Büchern von Leon de Winter vorüberzugehen, ohne je wieder in seinen Büchern zu schmöckern, die ersten oder die letzten Sätze seiner Bücher dahingehend zu lesen, ob es vielleicht Bücher wären, die doch zu erwerben …

Mit „Supermacht USA am Scheideweg?“ reichlich mit Literatur von Leon de Winter für alle Zeit versorgt, wird doch dieses Gespräch von Roger Köppel, zu dem Leon de Winter eigens aus Amsterdam anreiste, als ein Buch von Leon de Winter verstanden, nicht als Roman, aber als Stück, als recht kleines Stück, als ein Dramolettchen, das für viele Lacher sorgt, und es wird befürchtet, mit keinem bereits von ihm geschriebenen oder noch zu schreibendem Buch wird es mit Leon de Winter so viel zum Lachen geben, wie eben mit „The USA, a superpower, at a crossroads?“

Es kann, sollte wer fragen, ob Leon de Winter zu lesen sei, nur eines empfohlen zu werden, „Supermacht USA am Scheideweg?“ zu lesen, dieses Dramolettchen, das am 7. Juni 2026 in Servus-TV aufgeführt wurde, this playlet was performed on 7 June 2026 in a studio of Servus …

Und sollte wer nach Roger Köppel fragen? Nun. Zu Roger Köppel fällt nur ein, daß er bis vor wenigen Jahren in der Schweiz ein Nationalrat war, und das stellt eine weitere Verbindung zu Österreich her, auch was seine Gesprächspartnerinnen betrifft, nicht nur seine im Mateschitzsender, sondern auch in seiner „Weltwoche“, beispielsweise

der Verlierer aus Budapest, der noch von denen eingeladen wird, deren Verluste erst bevorstehen,

wenn für sie die immens hohen Rechnungen wieder einmal zu begleichen sein werden, wie am 20. Juni 2026 in die Hofburg zu Wien, Österreich.

Es war ein köppelscher Gesprächsbund der Profundesten, die um den Verlierer in ihrer Mitte als ihren Propheten geschart wurden, um zu „Der Westen verliert den Krieg gegen Russland“ —

Ein Gesprächspartner von Roger Köppel auch „Schildmaiden of the far rights“, die erst vor kurzem im Februar 2026 durch den österreichischen Nationalrat geführt wurde,

höchstpersönlich geleitet von dem zurzeitigen Nationalratspräsidenten und einer Abgeordneten aus der nationalratspräsidentlichen Partei im Europäischen Parlament —

Eva Vlaardingerbroek, nicht nur vom ehemaligen Nationalrat eine Gesprächspartnerin, sondern auch von einer zurzeitigen österreichischen Nationalrätin, die wie Köppel in einem Sender als Moderatorin werkelt und als solche die „Schildmaagd“ zu sich zum Gespräch einlädt, wie eben erst vor kurzem, im Jahr 2026.

So spaßig wie das Gespräch von Leon de Winter und Roger Köppel ist das von der zurzeitigen Nationalrätin und der „Kriegerin“ nicht, um es in seiner Gesamtheit wiederzugeben,

spaßig aber ist es durchaus, wenn die zurzeitige Nationalrätin allein im Studio in Kunstbetrachtung sich versucht.

So spaßig wie das Gespräch von Leon de Winter und Roger Köppel war das, was der Nationalratspräsident, der Verlierer aus Budapest und viele weitere am 20. Juni 2026 in der Hofburg zusammen reden, ebenfalls nicht, um diese Monologe auf der Festung in ihrer Gesamteit in eigener Übertragungsarbeit wiederzugeben, allenthalben aber vormerkbar …

Deshalb nur das Gesamtspaßige von Leon de Winter und Roger Köppel, und diesmal als Dank für das Lachgeschenk nicht wie die Monologe auf der Festung durch eine Übertragungsmaschine, die auch für viele Lacher sorgte, automatisch transkribiert, sondern selbst vorgenommen, wobei eingestanden werden muß, durch das viele und laute Lachen wurde nicht alles verstanden, diese Stellen sind mit — gekennzeichnet.

Wenn besonders auf dem Lande einmal nicht gewußt wird, gerade im Sommer, was für ein Sommertheater denn geboten werden könnte, dieses Dramolettchen wäre äußerst kostengünstig nachzuspielen, und da es äußerst kurz ist, könnte es mit einer anschließenden Diskussion verbunden werden, in der es nicht nur darum ginge, zu erzählen, was denn am meisten zu lachen reizte, sondern das Ernste dahinter …

Da es aber von diesem kostengünstigen — es kommt mit zwei Figuren aus, es kann noch billiger gegeben werden, wenn eine Schauspielerin beide Figuren gibt — Dramolettchen bis jetzt noch keine Buchausgabe herausgebracht wurde, wird es hier in seiner Gesamtheit wörtlich wiedergegeben, wie es am 7. Juni 2026 aufgeführt wurde.

Supermacht USA am Scheideweg?

Dramolettchen

Personen
Leon de Winter
Roger Köppel vulgo „Der Pragmaticus“

Die Möglichkeit, beide Figuren von einer Schauspielerin spielen zu lassen, besteht, wenn es die finanzielle Ausstattung erfordert.

Als Bühnenbild, um ein Studio zu suggerieren, reichen zwei zusammenklappbare Plastikgartenstühle, die, wenn es die finanzielle Situation erfordert, die zwei Schauspieler oder die eine Schauspielerin für die Zeit der Aufführungen entbehren, von ihren Balkonen auf die Bühne mitbringen können. Ein Dramolettchen, das überall gespielt werden kann, es bedarf dafür kein Theater, gut spielbar ist es auf dem Lande, in Wirtshäusern, in Pfarrhöfen mit Sälen, deren Podeste als Bühne herhalten können. Als Licht reicht eine Neonröhre aber auch eine Nachtkästchenleuchte, die eine von den Darstellenden ebenfalls beibringen wird können.


Dauer: Zwanzig Lachminuten.

Leon de Winter (Winter) und Pragmaticus (Köppel) sitzen in einem Studio.

Köppel: Meine Damen und Herren, eigens angereist aus Amsterdam, eine große Ehre und eine große Freude, der bedeutende Schriftsteller, Romancier und Gegenwartsdenker und ich darf sagen, Amerika-Befürworter, Leon de Winter, bei uns hier im Studio, herzlich willkommen.

Winter: Danke.

Köppel: Ja, was, was empfinden Sie als Amerika-Fan, wenn Sie diese Bilder sehen?

Winter: Na, ich erinnere mich, vor vielen Jahren habe ich ein Stück geschrieben, über den amerikanischen Präsident, und darin wurde er beschuldigt, er war Rassist, er war Judenhasser, war Rassist, er war eine lächerliche Figur, und am Ende schrieb ich, das hat man alles geschrieben über Ronald Reagan. Gibt es was Neues unter der Sonne? Nein. Nichts. Natürlich, er ist ein bißchen extremer, er ist der Entertainer-in-Chief. Das ist gefährlich. Ich habe immer viel Spaß mit ihm, ich habe viele ihn angeschaut, angeguckt, als er seine Campaign machte und diese große Reden hälte für Tausende von Leute, und das war so verrückt, so anders, und das war so eine, er machte das ganze politische Betrieb, und das war notwendig damals, lächerlich. Er hatte genug von diese, diese artifizielle Ernsthaft, von dieser Akademiker, von der großen Universitäten, mit ihrer Arroganz, und auf einmal war ein Händler, ein Straßenkämpfer aus New York, der sich auch auf diese Weise ausdrückte. Also, das hat mir damals gefallen, und immer noch als Spaßmacher –. Das ist der mächtigste Mann in der Welt, auf diese Weise, er ist nicht nur das, das ist er auch, und wenn man ihn haßt, wenn man nicht seine, seine, seine Distanz zu offizieller Ideologien, wenn man das nicht teilt, ja, dann haßt man ihn, das habe ich — Aber das gibt es schon lange, ich habe vor vielen Jahren, als wir noch in Amerika lebten, gab es ein Abendessen bei sehr reichen und natürlich dann auch sehr liberale, sehr linke Leute zuhause, und da gab es viele Professoren von der Universität Los Angeles. Und das war die Kampagne für John McCain, und diese Sarah

Köppel: Palin. Die mit der Flinte aus Alaska.

Winter: Ja. Und alle diese andere Gäste da an diesem langer großen Tisch, es war ein wunderbares Haus, und wir waren da, da war ich und meine Frau, na ja, die kommen aus Holland, die sind Europäer, die sind natürlich so links wie wir links sind, und alle diese — Kulturschock. Wer ist für sie die meist faszinierende Figur jetzt? Und ich sagte: Sarah Palin natürlich.

Köppel: Selbstverständlich.

Winter: Ich hätte auch ein Granat da in dieses Zimmer werfen können, mit gleichem Resultat, die Leute, auf einmal war jedermann still, guckten mich an, was für ein Tier haben wir auch hier am Tisch, und meine Frau rettete diese, sie sagte, ja, sie sollten verstehen, er ist ein Anarchist, ah ein Anarchist, und dann auf einmal war das Okay. Also, wir haben diese Polarisierung schon lange. Für mich war er eine Erleichterung, als er fast erschien wie ein Prophet.

Köppel: Und die Frage, ja gibts viele Europäer — wenn sie solche Bilder anschauen, wenn die auf den Straßen, wenn herumgeschrien wird, wie sie aufeinander losgehen, das weckt ja im europäischen Bewußtsein Erinnerungen an fürchterliche Zeiten.

Winter: Ja.

Köppel: Jetzt frage ich Sie, Sie kennen Amerika, Sie haben dort gelebt, sind diese Polarisierungen Ausdruck einer Vitalität einer Demokratie oder sind sie auch schon eine Gefahr für die Demokratie in den USA?

Winter: Ja, natürlich beides. Es ist, Gefahr ist auch ein Zeichen, diese, diese sehr typische amerikanische Polarisierung gibt es schon lange, Haß ist etwas ziemlich Neues, obwohl ich gerade schon gesagt habe über Ronald Reagan, das war auch so ein, ein piece of shit für die Demokraten, und dumm. Und damals wußte ich es nicht, ich wußte es nicht, daß ich manipuliert wurde, von Medien, von unseren Korrespondenten in Amerika. Jetzt weiß ich, wie die Lage wirklich war. Ja, es ist gefährlich, weil es sind das sektarische Entwicklungen. Und das fast religiöse Hassen, daß da, man sieht da in Trump eine Antichristfigur oder sowas. Er ist alles, was die Linke in Amerika hassen. Aber wenn wir darüber denken, zum Beispiel George Floyd, was da passiert ist, ein career criminal.

Köppel: Ein Karriereverbrecher.

Winter: Ja, wie er auf einmal eine Position bekam, und die Demokraten, erinnern Sie sich, wie die alle die Knie —

Köppel: Football — ein Footballgame —

Winter: Dann passiert etwas ganz Verrücktes in der Kultur. Und das sind gefährliche Tendenzen in einer Kultur, wenn man auf diese Weise religiöse Aspekte mitnimmt in die politische Kultur. Gott ist nie weit entfernt in Amerika, auch im politischen Diskurs. Aber hier neue Propheten gründen und auf eine scharfe Weise eine große Distanz schaffen zwischen verschiedenen Gruppen, man wählt in Amerika, wenn man umzieht in ein anderes Haus oder in eine andere Stadt, man könnte da die ZIP Codes.

Köppel: Postleitzahlen.

Winter: Postleitzahlen. Man hat untersucht, welche Wähler gibt es hier in der Mehrheit, sind es Demokraten oder Republikaner, und man wählt dann auch, weil man will da nicht eine Ausnahme sein, wo man, wenn man ein Demokrat ist, möchte man inmitten von Demokraten leben. Das ist etwas, das sich geändert hat. Früher in Middle America gab es eine Erfahrung der Gemeinschaft über die politische Unterschiede, statt, da waren Leute Mitglied von Klubs, von, alles, was man miteinander macht, das war, die Republikaner, Demokraten machten das zusammen. Die american flag, all diese, all diese Ikonen der amerikanischen Kultur, wenn die nicht mehr funktionieren, dann ist es gefährlich. Und da beschuldige ich die linke Seite von Amerika, daß man das gefährdet, daß sie die Sachen, die für Amerikaner wichtig sind, nicht nur für Amerikaner, auch für uns, für die ganze Menschheit, wenn man versucht, die Institutionen zu beschädigen, dann sollten wir aufpassen und sehr präzise eine Stellung einnehmen.

Köppel: Glauben Sie, daß Donald Trump der Mann ist, der diese Paralleluniversen der Linken und der Rechten zusammenführen kann? Viele würden ja sagen, er ist der Spalter, er ist der, der die Nation getrennt hat, und er ist nicht der Versöhner. Was ist ihre Diagnose?

Winter: Nein. Das ist unter Obama schon geschehen. Er hat gespaltet. Das hatten wir auch damals schon, als ich entdeckte, wer er war, ich bin nach Chicago gegangen, um mit Leute zu reden, die ihn kannten. Und ich hatte keine Ahnung, ich wußte nicht, daß er aufgewachsen ist, er lebte in sehr radikalen linken Umgebung, daß seine besten Freunde waren früher — das waren Terroristen, sein bester Freund noch immer, Rashid Khalidi, der ein Professor in Columbia, ein sehr radikaler Palästinenser, also aus dieser Ecke kam Obama, er versuchte, das zu verheimlichen, zu vertuschen, das sollte nicht — Aber seine Politik, das war klar, unter, gerade bei ihm, ist ein sehr intelligenter Mann, das sollte man auch nicht unterschätzen, unglaublich begabt. Aber bei ihm hat diese Radikalisierung, diese Polarisierung wirklich eingesetzt. Also es ist nicht bei ihm. Ist er imstande, die verschiedenen Gruppen zu vereinigen? Natürlich nicht. Klar, er hat eine kleine Mehrheit, das Land, die Bevölkerung ist gespaltet, obwohl es noch immer Gruppen gäbe, die ein bißchen nach links oder rechts bewegen, die Wahlen bestimmt von einigen Hunderttausenden von Menschen in gewissen Wahldistrikten, die machen das große Unterschied, weil man nicht imstande ist, diese ziemlich kleinen Gruppen zu kommunizieren, dann verliert man. Er war imstande, das kürzlich zu überwinden, weil man brauchte diesen verrückten Humor, um zu — nach diese Jahren mit einem Mann, der nicht da war, wer war Biden? —

Köppel: Wer war stand hinter dem Teleprompter von Biden?

Winter: Genau. Er, jedesmal ist er im Oval Office mit, und man sieht, er unterzeichnet, er unterzeichnet — da ist er, und er zeigt es, er ist das, er hat keinen Apparat gebraucht, das zu unterzeichnen, als Kontrast. Wichtig, es wäre vielleicht ein bißchen besser, wenn er nicht so absurdistisch ist, wenn er ein bißchen weniger Monty Python benimmt.

Köppel:

Winter: Und was ist er ohne diese verrückte Seite —

Köppel: Ich meine, die andere Frage ist natürlich die der Außenpolitik. Und da gab es im letzten Jahr eine hochinteressante Diskussion zwischen Tucker Carlson und dem Ted Cruz, beide haben Trump kritisiert bzw. Tucker ihn damals noch nicht, Cruz hat gesagt, nein, Trump verteidigt zu wenig den Westen, er müßte viel stärker außenpolitisch intervenieren und Tucker wäre der Isolationist, der sagt, nein, Trump soll möglichst in seinem Indianerzelt in Washington bleiben. Jetzt ist Trump eine interessante außenpolitische Figur, America first, aber auch Interventionen. Ist Trump für Sie ein Verteidiger der westlichen Welt, ist er sogar the wests last best hope? Wie sehen Sie seine außenpolitische Performance?

Winter: Ich sehe ihn nicht als ein großen politischen Denker, aber er hat eine unheimlich scharfe Intuition, aber ich sehe da ein Spiel im Weißen Haus zwischen ihm und Marco Rubio, J. D. Vance, und Jared Kushner und noch einige Figuren, das, das ist die Kerngruppe, die haben, was er jetzt macht, geplant. Und was jetzt passiert, mit unsere — von den Ölpreisen und nicht umsonst, das ist, das stimmt auch, daß wir da Sorgen haben. Wir unterschätzen die Vorbereitungen, da werden wochenlang war games gespielt, alle Eventualitäten, das machen Generale, das machen die Berater, was können wir tun, das ist sehr komplizierte Sach, Schachspiele, nicht zwei, nicht drei, das vier, fünf Dimensionen hat das alles. Er ist natürlich am Ende der Mann der entschied. Aber sehr oft, obwohl er jetzt — aber normalerweise hat der amerikanische Präsident als der mächtigste Mann der Welt dann und wann Entscheidungen treffen sollte, wie geht das normalerweise? Am Morgen kommt der Haupt der CIA bei ihm und sagt, Mister President, wir haben ein Problem, aber wir haben zwei Szenarien und ich möchte gerne das ihnen erklären, das Drehbuch eins, wie lösen wir das. Wir können das auf diese Weise tun, und dann passiert das, was hier steht in A. Gut, sagt der Präsident, und was ist dann das Resultat? Es ist ein Desaster. Okay. Und was ist das zweite Szenario, B. — Und wenn ich B nehme, was passiert dann? Das ist Catastrophy. Aber sie mögen eine Wahl treffen, sie haben — A oder B, Desaster oder Catastrophy. Das ist normalerweise, was der amerikanische Präsident machen muß. Er hat keine Wahl, er muß sich entscheiden, weil er ist der Präsident von Amerika.

Köppel: Aber seine Intuition ist gut. Das heißt —

Winter: Was er jetzt gemacht, das hat er nicht erfunden. Venezuela, Kuba, die Beherrschung der Öl — ganz gleich – im römischen Reich, sie noch immer, Amerika, kontrollieren die Oceans. Wer die Oceans kontrolliert, beherrscht die Welthandel. Das macht er. Und Energie noch immer im Herzen von uns allen, das bleibt natürlich, er kontrolliert die Öl — von Venezuela, hat Kuba schon kalt gestellt, was passiert in diesem Sommer? Also ich warte auf den Fourth of July, was wird mit Kuba passieren, was bedeutet das für Marco Rubio, weil ich habe die ganze Zeit, ich lese das — ich denke, daß das die große Denker, der große Stratege hinter Trump ist Marco Rubio. Und Amerika, Nord und Süd, sie haben jetzt alles unter Kontrolle, sie beherrschen Öl und Gas in der Welt jetzt. Und was jetzt passiert, ich denke, am Ende, Iran ist nicht so wichtig für ihn, und daß wir in Europa Probleme haben mit Öl und Gas, weil — er denke, na ja, ich habe gewarnt, sie haben nicht zugehört, es ist gut. Das ist nicht nur Trump, das ist die ganze Gruppe.

Köppel: Ich muß zur letzten Frage kommen. Müssen sie kurz beantworten, obwohl wir jetzt noch stundenlang weiter diskutieren können. Aber was Sie hier beschreiben, ist ja auch ein Romanstoff. Donald Trump ist ja auch ein großer Shakespearischer oder Leon-de-Winterischer Romanstoff. Sagen Sie ganz kurz, als Romancier, als Erzähler, wie muß diese Trump-Story enden? In einem Satz.

Winter: In einem Satz. Daß genau diese Streetfighter, der vielleicht am nähesten, jemals in die Nähe von einem Buch gekommen ist, ist, als ein Buch auf dem Flur gelegen ist, und er ist darüber gefallen, viel näher zu einem Buch ist er nie gekommen. Daß gerade dieser Mann the last hope for freedom ist, das ist ja verrückt, aber es ist auch sehr unterhaltsam.

Köppel: Und es ist die Welt. Herr de Winter, ganz herzlichen Dank. Bleiben sie noch im Studio.

Winter: Ja.

Köppel: Es geht noch weiter und Sie bleiben hier und verfolgen den verrückten Gang der Dinge weiter.

Vuk Stefanović Karadžić

Die Stadt Belgrad schenkte Vuk Stefanović Karadžić eine Büste. Was schenkte die Stadt Wien Robert Musil? Die Halbfigur von Vuk Stefanović Karadžić. Aufgestellt direkt vor dem Haus mit der Wohnung von Robert Musil, in der Rasumofskygasse, in der von Vuk Stefanović Karadžić keine Wohnung bekannt ist, in die er vielleicht allenthalben zu seiner Tochter gekommen sein wird.

Vuk Stefanović Karadžić, * 26. Oktober 1787 Trsic an der Drina/Tršić, Osmanisches Reich (heute: Serbien), † 7. Februar 1864 (abweichendes Sterbedatum: 26. Jänner 1864) Wien, Schriftsteller, Philologe, Sprachreformer der serbischen Schriftsprache.

Ab 1813 lebte Karadžić vorwiegend in Wien, zunächst in der 3, Ungargasse, zog aber häufig um.

Vuk Stefanović Karadžić verstarb 1864 in Wien und wurde in der griechisch-orthodoxen Abteilung des Sankt Marxer Friedhof begraben. 1897 erfolgte die Exhumierung und Überführung seines Leichnams nach Belgrad. 1989 wurde in Wien (3., Rasumofskygasse 22) das Vuk-Stefanović-Karadžić-Denkmal enthüllt. Es war ein Geschenk der Stadt Belgrad an Wien. Bereits zuvor (1950) war an seiner Lebens- und Sterbeadresse (3., Marokkanergasse 3) eine Gedenktafel angebracht worden.

Wien Geschichte Wiki. Gelesen am 4. Juli 2026.

Robert Musil die Halbfigur direkt, einfach wie kurz gesagt, vor die Nase zu setzen, kann Gedankenlosigkeit oder schon Bösartigkeit gegen Robert Musil genannt werden. Die Halbfigur gehörte in die Marokkanergasse, in der auf die Gedenktafel geschrieben ist:

Hier lebte, wirkte u. starb Vuk Stefanović Karadžić

Wenn es also je einen zu seinem wienerischen Leben richtigen Platz für die Halbfigur in Wien gegeben hat, dann der in der Marokkanergasse, und in der Marokannergasse gibt es auch den Platz, ausreichend Platz dafür, 1989 die Halbfigur aufzustellen, so viel Platz, um 1998 auch noch den marokkanischen Brunnen mit seinen Koransuren hinzuzustellen,

Geschenk des Königreiches Marokko Während der Regierungszeit von Hassan II. König von Marokko An das befreundete österreichische Volk zum Andenken an die Tausendjahrfeier Österreichs Und sprecht: Wir glauben an das, was zu uns herab gesandt wurde und was zu euch herab gesandt wurde; und unser Gott und euer Gott ist einer; und Ihm sind wir ergeben. Sure Al-ANKABUT Vers 46

und wenn es also je einen Platz für einen „Vuk-Karadžić-Platz“ in Wien gegeben hat, dann dieser kleine Platz in der Marokkanergasse, und nicht der Platz direkt vor der Robert-Musil-Wohnung, der erst im Dezember 2025 auf „Vuk-Karadžić-Platz“ …

Elisabeth II.

Dr. Schuppich macht sich an Richard oder Richard macht sich an Dr. Schuppich heran, oder beide machen einander an sich heran, und Richard, der Diener von Herrenstein, ist einem Verhältnis mit Dr. Schuppich nicht abgeneigt, oder Dr. Schuppich ist einem Verhältnis mit Richard nicht abgeneigt, oder beide sind einem Verhältnis nicht abgeneigt. Herrenstein kann nur hilflos schimpfend zusehen, wie Richard und Dr. Schuppich einander mehr und mehr näherkommen, Herrenstein findet getrieben von seiner Eifersucht Beweise hierfür, daß Richard ihn verlassen will, er seinen dienenden Liebhaber unweigerlich an Dr. Schuppich, so seine Angst, verlieren wird,

der Großindustrielle seinen „Lebensmenschen“ nicht weiter halten wird können.

„Elisabeth II.“ hat heute am 3. Juli 2026 im Stadttheater Gmunden Premiere. Und es darf angenommen werden, daß in dieser Inszenierung von David Bösch nicht herausgearbeitet werden wird, daß es, einfach wie kurz gesagt, the gay play of Thomas Bernhard ist, so wie heute, am 3. Juli 2026, Sven Eric Bechtolf auf Ö1 um 17.19 Uhr in einem von Günter Kaindlstorfer gestalteten Beitrag darüber spricht:

Da gibt es naürlich auf der einen Seite das typische Thomas-Bernhardsche, die Suada, den Exzentriker usw. Aber für mich war das gar nicht das Reizvollste, das Beziehungsgeflecht dieser Hausbewohner, nämlich von Herrenstein zu Richard, seinem Diener, zu Fräulein Zallinger, das ist doch eine ganz merkwürdige symbiotische, voneinander abhängige Gemeinschaft.

Wie das wohl in Gmunden gespielt werden wird?

Herrenstein: Guggenheim, sie wissen es noch nicht, aber Richard hat mir gedroht, mich zu verlassen. Ein Erpressungsversuch, möglicherweise, wahrscheinlich ein Erpressungsversuch. Faselt etwas von Amerika, Kalifornien. Seit Wochen lebe ich unter dieser Bedrohung. War vorauszusehen, daß dieses Verhältnis einmal in Brüche gehen wird. Ich bot ihm eine enorme Gehaltserhöhung, beeindruckte ihn nicht sonderlich. Aber ohne Richard bin ich erledigt. Ich glaube, er hat auch ein neues Verhältnis. Ich bin mir ganz sicher. Weiß auch, wer das ist. Sie kennen doch diesen Dr. Schuppich?

Guggenheim: Schuppich!?

Herrenstein:
Genau. Dieser Dr. Schuppich. […] Ich hatte ihn einmal unter Vertrag, nicht unsymphatisch, aber gefährlich. Jede Möglichkeit nutzt Richard aus, um mit Schuppich allein zu sein. Stellen Sie sich vor, Richard geht hier weg und läßt mich sitzen. Mehr oder weniger habe ich ihm mein halbes Vermögen versprochen. Darauf war er gar nicht eingegangen. Als überhörte er alles, was ich diesbezüglich sagte. Nicht als Schläue, durchtrieben, Guggenheim.

Guggenheim: Ich kann mir nicht vorstellen, daß Richard Sie verläßt. Er ist doch über 25 Jahre bei Ihnen.

Herrenstein: Das sagt gar nichts. Wenn wir einen Menschen am notwendigsten haben, verläßt er uns. […] Die Verläßlichkeit von Richard läßt zu wünschen übrig, alle Augenblicke ertappe ich ihn bei einer Ungenauigkeit. Aber ich sage nichts, ich sage absolut nichts. Er darf nicht glauben, ich weiß von der Sache.

Guggenheim: Schuppich hat doch dieses Buch geschrieben.

Herrenstein: Ja, in dem ich auf gemeine Weise vorkomme, verschlüsselt, aber ich komme vor. Lauter Details, die nur Richard ihm zur Kenntnis gebracht haben konnte. Erst hatte ich große Lust, den Mann zu klagen, dann sah ich die Lächerlichkeit eines solchen Vorgangs. Totschweigen. Das ist die einzige Methode.

Herrenstein flüsternd:
Richard, Richard will nach Altaussee, weil Schuppich dort ein Haus hat. Diese Schuppich sind eine alte Nazi-Familie. Der Vater war SS-Obersturmbannführer. Das könnte Richard so passen, mich in Altaussee auf der Veranda sitzen zu lassen, und sich mit Schuppich herumzutreiben. Wenn mich Richard wirklich verläßt, ich glaube, es ist eine Drohung, eine Erpessung, die Amerika-Reise, von der faselt, ist eine völlig freierfundene, Guggenheim.

Herrenstein öffnet sein Hemd, ergreift von Richard die Hand, führt die Hand von Richard an seine nackte Brust:
Die ganze Zeit habe ich hier diesen Brustschmerz. Sehen Sie, Richard, hier. Hier, Richard, hier, genau da. Ja, genau. Genau da. Verdächtige Stille. […] Haben Sie wieder amerikanische Nachrichten?

Richard: Keine neuen.

Herrenstein: Es wäre für mich furchtbar, wenn Sie mich in Stich ließen. Schließlich dauert es mit mir ja nicht mehr lange. Halten Sie doch diese kurze Zeit noch durch. Was bietet Ihnen Amerika? Überlegen Sie, in Ihrem Alter, Mitte 50, da kann man doch nicht nach Amerika gehen, um ein neues Leben anzufangen. Das ist ja alles schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. […] Richard, auf dem Semmering können Sie machen was Sie wollen. Nur alleinlassen dürfen Sie mich nicht. Ich bin auf Sie angewiesen. Es ist nicht nur jahrzehntelange Gewohnheit. […] Wenn ich gesund wäre, würde ich glatt mit Ihnen nach Amerika gehen. Aber wahrscheinlich ist Amerika nur eine Finte. Eine Finte, die sie mir vormachen. Eine raffiniert vorgemachte Finte. Sie haben mich immer getäuscht, Richard, schließlich sind Sie in meine Schule gegangen.

Herrenstein zu seinem Neffen Viktor:
Du hast richtig gehört, Richard hat vor, nach Amerika zu gehen, mit diesem Dr. Schuppich, mit dem er ein Verhältnis hat. Da stehe ich da. Richard trifft sich an Wochenenden mit diesem Dr. Schuppich in Altaussee, dafür habe ich einen Beweis, und zwar in meinem Haus.

Das wird in Gmunden wohl totgeschwiegen gespielt werden.

Gelacht kann bereits ab dem 2. Juli 2026 werden, ausgelöst durch das oberösterreichische Landestudio des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Östereich, namentlich verantwortlich für das Lachgeschenk: Maurer.

Auf die Frage, was er [Sven Erich Bechtolf] sich als Reaktion von Thomas Bernhard wünsche, der die Uraufführung des Stück 1987 nicht mehr erlebt hat meint er mit einem Augenzwinkern: „Gelächter wäre toll. – Und vielleicht hätte er mir nach der Vorstellung in der Garderobe heimlich zugeflüstert, dass doch ein bisschen etwas erwischt worden ist, was er mit dem Stück aussagen wollte.“

zum einen starb Thomas Bernhard erst am 12. Februar 1989 (und nicht bereits 1987), zum anderen fand die Uraufführung von „Elisabeth II.“ erst am 5. November 1989 (und nicht schon 1987) in Berlin am Schillertheater statt … Ja, das unterbricht das Lachen, Thomas Bernhard erlebte die Uraufführung nicht mehr.

Aber es gibt zu viel zu lachen, ausgelöst durch den Landesstudiobeitrag von Katharina Maurer, es ist zu wünschen, daß das Lachen bis zum Stückende am 3. Juli 2026 im Stadttheater Gmunden anhält und in „Gelächter“ übergeht …

Fast vier Jahrzehnte nach seiner Entstehung wirkt das Stück überraschend aktuell. Themen wie Selbstdarstellung, gesellschaftliches Prestige und die Faszination für Macht und Prominenz haben nichts an Brisanz verloren. Karin Bergmann – für Theater und Literatur bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden verantwortlich – hat sich bewusst für das Stück entschieden. „Thomas Bernhard ist für uns kein Autor der Vergangenheit, sondern ein Seismograf unserer Gegenwart“, so Bergmann. „Elisabeth II. zeigt mit erschreckender Klarheit, wie sehr sich Gesellschaft über Repräsentation und Inszenierung definiert – und wie brüchig diese Konstruktionen sind.“

Oh, „überraschend aktuell“. Thomas Bernhard, sagt ihr Karin Bergmann, sei „für uns kein Autor der Vergangenheit, sondern ein Seismograf unserer Gegenwart“ —

Menschgemäß ist er ein „Seismograf unserer Gegenwart“, aber um die Voraussetzung eines lebenden Seismographen zu erfüllen, war bloß eine Namensänderung vonnöten, so heißt er nun in „unserer Gegenwart“ Donald Trump, der jedoch, die entscheidende Änderung, seine Beschimpfungen nicht mehr in Bücher ergießen muß, sondern von seinem Oval Office aus sich täglich erleichtern kann, als weithin Bekanntester in bezug auf Beschimpfungen. Das muß nicht mehr weiter ausgeführt werden, es wurde bereits im Kapitel „Abuses of Countries“ erzählt, wie es gespielt werden könnte, das Dokumentardramolett Trump, mit dem Untertitel: Ist es ein Trump? Ist es ein Bernhard?

Große und kleine Schande auf dem KL

Gerade einmal einen Monat ist das Müllner-Kunschak-Mal gesäubert und herausgeputzt,

und schon ist auf seinem Platze die rathkolbische Zusatztafel verhüllt, das Mal mit „Schande“ verklebt, und „Schande“ läßt am 2. Juli 2026, vor dem Mal stehend, grübeln, was nun mit „Schande“ gemeint sein könnte, das Mal oder die Malschrägstellung, warum das Mal jetzt dreimal mit „Schande“ verklebt.

Ob einmal „Schande“ für Müllner, einmal „Schande“ für Kunschak, und einmal „Schande“ für Lueger?

Ohne darüber Klarheit sich verschaffen zu können, eine Antwort darauf zu finden, was mit „Schande“ letztlich gemeint sein könnte, fällt die Entscheidung, im Sinne der allseits geliebten Gerechtigkeit, für diese Antwort:

Die große Schande ist nach wie vor das Mal seit einhundert Jahren selbst, und die kleine Schande ist die nun 2026, nach einhundert Jahren, hinzugekommene Malschrägstellung.