Menschgemäß kann in einer Kurzbesprechung von Gelesenem, wie in jener von Robert Misik in der Wochenzeitung „Falter“, Ausgabe 5/26, nicht differenziert werden, aber es einen „exzellenten Überblick“ zu nennen, „wer verstehen will, auf welche ‚Denker‘ sich die neue Rechte bezieht“, ist gewagt.
darunter, unter so vielen, wenn dazu noch an jene erinnert werden darf, die ein Lesekreis in seinen Lektürerunden durchnimmt, dann … Ein Lesekreis, für dessen Lesekreistitel nicht einer der sechs Männer Pate stand, sondern Ray Bradbury …
Oh, es sind so viele, daß diese nicht noch einmal aufgezählt zu werden brauchen, einen Einblick gibt das Kapitel „Vachement réalité“ …
das immer stärker in die FPÖ hineinwirkt — das hat gerade der aktuelle ‚Rechtsextremismusbericht‘ im Auftrag von Innen- und Justizministerium verdeutlicht.“ Schreibt Robert Misik.
„Menschenpark“ — an Peter Sloterdijk hat der „Salonfaschist“ denken müssen, nicht an die sechs Männer einer untergegangenen Zeit, bei seiner Gründung, an Peter Sloterdijk, der ein neues Buch angekündigt hat,
ist es eben Georg Kreisler und nicht Robert Katscher, der aus Österreich emigrieren mußte, als die recht patriotische Zeit des Lueger-Schöpfers gekommen war …
Christine Lavant war eine zentrale Teilnehmerin der Pürgger Dichterwochen, die zwischen 1953 und 1955 in der steirischen Gemeinde Pürgg-Trautenfels stattfanden. Teilnahme: Lavant nahm insbesondere an der zweiten Pürgger Dichterwoche vom 16. bis 20. Juni 1954 teil. Kontext: Die Treffen dienten dazu, österreichische und deutsche Autoren des „nationalen“ Lagers mit jüngeren, politisch unbelasteten Schriftstellern zusammenzubringen. In diesem Rahmen traf Lavant auf Persönlichkeiten wie Hans Weigel, Herbert Cysarz und Frank Thiess. Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt sie als „zwergenhaft kleine Frau“ mit einer Sprache, die sie „nirgendwo herhaben kann“. Netzwerke: Die Dichterwochen waren wichtig für Lavants Integration in den Literaturbetrieb der Nachkriegszeit. Unter anderem entstand dort oder in deren Umfeld der Kontakt zu ihrem Mentor Hans Weigel. Möchtest du mehr über Lavants Beziehung zu Hans Weigel erfahren oder über ihre Zeit in der Austria-Hütte am Dachstein?
Wer jedoch Hans Grimm nennt, ist Hans Haider in seinem Artikel mit der Schlagzeile „Schriftsteller: Die Jungen und die Nazi-Dichter“ vom 26. April 2008, veröffentlicht in der Tageszeitung „Die Presse“. Hans Haider läßt seinen Artikel sogar mit Hans Grimm beginnen.
Hans Haider weiß um die „Nazi-Dichter“, von vielen wurde schon erzählt, lange nach dem Artikel von Hans Haider, weil an sie identitär erinnert wird, etwa Erwin Rainalter
Ein Nazi-Großkaliber war der Tiroler Karl Springenschmid (1897 bis 1981, genannt der „Goebbels von Salzburg“, weil er dort das Schulwesen leitete). Curzio Malaparte („Die Haut“, „Kaputt“) porträtierte ihn in einer Kriegsreportage als Feigling: In Norwegen unterliegt er im direktem Kampf mit einem Lachs – darauf hin zieht er die Pistole und erschießt den Fisch. Springenschmid lebte nach 1945 jahrelang im Untergrund, als Waldgänger, Schmuggler. Bis er in Pürgg wieder auftauchen durfte.
1954 stieß der erste jüdische Emigrant, Hans Weigel, zu Blunck, Brehm, Springenschmid. Er hielt einen Vortrag, ebenso der Germanist Herbert Cysarz und der Roman-Verkaufskönig Frank Thiess. Auch Christine Lavant, Erich Landgrebe, Josef Friedrich Perkonig, sind mit dem Landeshauptmann Josef Krainer sen. auf dem Erinnerungsfoto zu sehen. Die „Kleine Zeitung“ schickte Ulrich Baumgartner – später Wiens Festwochen-Intendant. Alle schon gestorben.
In diesem Rahmen traf Lavant auf Persönlichkeiten wie Hans Weigel, Herbert Cysarz und Frank Thiess. Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt sie als „zwergenhaft kleine Frau“ mit einer Sprache, die sie „nirgendwo herhaben kann“.
Christine Lavant war eine zentrale Teilnehmerin der Pürgger Dichterwochen […] In diesem Rahmen traf Lavant […] Wahrnehmung: Lavant wurde dort oft als außergewöhnliche Erscheinung wahrgenommen.
Möchtest du mehr über Lavants Beziehung zu Hans Weigel erfahren oder über ihre Zeit in der Austria-Hütte am Dachstein?
Nun, wer das über Christine Lavant schrieb, von der „zwergenhaft kleine[n] Frau“, das, ist von Hans Haider zu erfahren, war Hans Friedrich Blunck, und er schrieb keinen „Bericht“ darüber, sondern er, Blunck, schrieb dies in das „Tagebuch“ …
Ein Foto zeigt Christine Lavant auf der Austria-Hütte unterm Dachstein. Blunck im Tagebuch: „Das Wunder bleibt die Lavant, die eine Sprache kennt, die sie nirgendwo herhaben kann. Die zwergenhaft kleine Frau mit dem großen Kopftuch, mit großen, fast krankhaft aufgerissenen Augen, von Beruf Wirtschafterin eines kleinen Malers im Lavanttal, Schwester eines dortigen Bauern, spricht eine erhabene Sprache, die über Rilke hinausquillt und herrlich ist.“
Freilich irrte Hans Friedrich Blunck, Christine Lavant war nicht die „Wirtschafterin“ von Josef Habernig, er war ihr Gatte.
Es gibt diese Geschichte von ihnen, also von Hans Haider und Thomas Bernhard, und die Frage, ob Sie finden, daß die Strippenzieher sich richtig verhalten, KI so schreiben zu lassen, geht auf diese Geschichte zurück, genauer, diese Frage wurde abgeschrieben von dem Interviewtitel zwischen Franz Schuh und Hans Haider, veröffentlicht in der Wochenzeitung „Falter“ vor zweiundvierzig Jahren: „Finden Sie, dass sich Hans Haider richtig verhalten hat?“
Auf der Website „Internationale Christine Lavant Gesellschaft“ ist am 1. Februar 2026 u. a. m. in den biographischen Angaben zu „Leben und Werk“ von Christine Lavant zu lesen:
Das Manuskript eines autobiographischen Romans, den Josef Friedrich Perkonig – seinerzeit der angesehenste Schriftsteller Kärntens – zur Publikation empfohlen hatte, wurde von einem Grazer Verlag zuerst angenommen, dann aber abgelehnt, was Lavant in ihren literarischen Aspirationen so entmutigt haben dürfte, dass sie das Manuskript vernichtete.
„Ich höre den Kelten in mir rumoren, spüre den Germanen grübeln und den Slawen träumen.“ Ein Laib Brot, ein Krug Milch Josef Perkonig war der bedeutendste Kärntner Dichter der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1890 in Ferlach im Rosental geboren, schildert er in realistischer Darstellung das bäuerliche Leben seiner Heimat:
In der Biographie auf der Website der Christine-Lavant-Gesellschaft, gelesen am 1. Februar 2026, sind die „St. Veiter Kulturtage“
1950 führte eine Dichterlesung während der St. Veiter Kulturtage zu einem großen persönlichen Erfolg der Dichterin. Sie galt danach als „vielleicht eine der hoffnungsvollsten Vertreterinnen der neuen Frauenlyrik in Österreich“.
angeführt, die „zu einem großen persönlichen Erfolg der Dichterin“ führten, aber unerwähnt in der Biographie der Christine-Lavant-Gesellschaft sind die „Pürgger Dichterwochen“; dabei waren das doch so zentrale Wochen der Dichtung in Österreich, wohl auch für die Dichterin, die für einen so ehrenreichen Teilnehmer ein „Wunder“,
Woher nehmen die Strippenzieher doch immer wieder derartige Informationen, die die Strippenzieherinnen dann KI so schreiben lassen? In diesem Fall haben sie diese wohl von der Website „Ennstal Wiki“, ebenfalls am 1. Februar 2026 gelesen … Gemäß Impressum ist für „Ennstalwiki“ die Stadtgemeinde Schladming verantwortlich. Über die „Pürgger Dichterwochen“ ist auf „Ennstalwiki“ der Stadtgemeinde Schladming zu lesen, das letzte Mal wurde das am 23. November 2025 aktualisiert:
Das also waren die Pürgger Dichterwochen: „Teilaskpekt des Kulturkampfes im Kalten Krieg“ zum Zwecke „Kriegsheimkehrer wieder in die österreichische Gesellschaft zu integrieren“ — „Kriegsheimkehrer“ waren also u. v. a. m. Paula Grogger …
Christine Lavant war Teilnehmerin der legendären Pürgger Dichterwochen, die zwischen 1953 und 1955 in der steirischen Gemeinde Pürgg stattfanden. Diese literarische Treffen wurden von Hans Gerhard Kandolf organisiert. Lavant war bei der zweiten Dichterwoche im Juni 1954 und bei der dritten im September 1955 anwesend. Begegnungen: In Pürgg traf sie auf namhafte Autoren wie Hans Weigel, Eugen Roth und Werner Bergengruen. Ein bekanntes Erinnerungsfoto zeigt sie gemeinsam mit dem damaligen Landeshauptmann Josef Krainer sen. und anderen Schriftstellern. Impressionen: Berichten zufolge hinterließ die Dichterin, die als „zwergenhafte kleine Frau mit dem großen Kopftuch“ beschrieben wurde, einen tiefen Eindruck durch ihre außergewöhnliche Sprache. Ein Foto dokumentiert zudem ihren Aufenthalt auf der Austria-Hütte unter dem Dachstein während dieser Zeit. Hintergrund: Die Dichterwochen dienten dazu, ältere, teils belastete Autoren der NS-Zeit mit jüngeren Talenten zusammenzuführen. Für Lavant war dies eine wichtige Plattform zur Vernetzung in der literarischen Welt Österreichs.
Das hat KI nicht von schladmingerischen Ennstalwiki, daß die Dichterwochen dazu dienten, „teils belastete Autoren der NS-Zeit mit jüngeren Talenten zusammenzuführen“; für schladmingerische Ennstalwiki ist es ja die durch die NS-Zeit geprägte Generation der Kriegsheimkehrerdes Kulturkampfes im Kalten Krieg … Wenn am 2. Februar oder am 3. Februar 2026 nach den Pürgger Dichterwochen wieder gefragt werden würde, könnte es durchaus sein, daß die Strippenzieherinnen KI dann vielleicht schreiben lassen, Hans Gerhard Kandolf habe die Kulturkampfwochen im Kalten Krieg organisiert und Alfred Rainer brachte 1997 in der Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee heraus: Die Pürgger Dichterwochen 1953, 1954, 1955 —
Wenn ein Mensch wie MR Dr. Bruno Burchhart derart rege ist, und das auch noch in einem seinem recht hohen Alter, dann verdient er sich redlich ein Ehrenzeichen in Gold mit Brillanten, für solch eine Regheit ist das Sportverdienstzeichen des Landes Kärnten, überreicht durch den Landeshauptmann am 20. Oktober 2025, die für ihn rechte Auszeichnung, denn, was dieser Mann sich leistet, ist wahrlich sportlich, sportlich, sportlich …
Seit Jahrzehnten rege, aktiv unterwegs, auf so mannigfache Weise, daß nur ein paar seiner sportlichen Aktivitäten exemplarisch erzählt werden können.
Am 24. September 2025 im „Eckart“ sportlich zum „Peršmanhof“:
Bizarres Sommertheater um den Perschmannhof
Mit einer beispiellosen Medienkampagne haben Kreise aus dem Bereich von Antifa und links-slowenischer Minderheiten einen sagenhaften Verschleierungsversuch unternommen. Auf einmal ist ein Polizeieinsatz auf einem kleinen Anwesen in der Südkärntner Gemeinde Eisenkappel, von dem die wenigsten Leute – auch in Südkärnten – etwas wußten, zu einer Staatsaffäre gemacht worden. Es war der Versuch, aus einer Aktion am Ende des Zweiten Weltkrieges gegen sich dort versteckende Partisanen ein slowenisches Nationalheiligtum zu konstruieren. Gleichzeitig sollten die damaligen Partisanen zu bedeutenden Widerstandskämpfern gegen das NS-System hochstilisiert werden; Denkmäler, Ausstellungen etc. sollen das unterstreichen.
Tatsächlich gab es noch während des Krieges Partisanenbekämpfung im damaligen Staatsgebiet. Als Partisanen werden bekanntlich soldatische Verbände außerhalb regulärer Armeeverbände bezeichnet. Eine gewisse Bedeutung erlangten die titokommunistischen Partisanen im Südkärntner Grenzgebiet, denen sich auch Slowenischkärntner anschlossen. Ziel war laut deren Führern der Anschluß Südkärntens an Jugoslawien, nicht, wie heute behauptet wird, eine Befreiung Österreichs. Zahlreiche sog. Partisanendenkmäler wurden in Südkärnten seit 1945 errichtet. So auch am erwähnten Perschmannhof.
Die nachfolgend einsetzende Medienkampagne war unvorstellbar. Tagelang wurde in den staatlich satt subventionierten elektronischen Medien und Printmedien aus allen Rohren geschossen. Besonders tat sich dabei ein kleinformatiges Blatt hervor, das die gesamte slowenisch-kärntnerische „Prominenz“ auffahren ließ, von Maja Haderlapp bis Bernhard Sadovnik, dem Globasnitzer Bürgermeister mit seiner Äußerung einer „Retraumatisierung“ usw. Auch der sattsam bekannte slowenische Rechtsanwalt Rudi Vouk wurde eingeschaltet. Alle Parteien wurden zu Stellungnahmen gedrängt, wobei sich erwartungsgemäß die Grünen besonders hervortaten mit ihrer Behauptung eines „inakzeptablen gedenkpolitischen Dammbruches“. Aber auch Rot und Pink setzten nach. Die Polizeiaussendung mit der Beschreibung des Einsatzes hingegen wurde kaum gebracht, schon gar nicht die blaue Stellungnahme. Sogar der slowenische Ex-Botschafter mit seiner unsachlichen Vorverurteilung sah sich zu einer offiziellen Demarche veranlaßt. Auch die Republik Slowenien schaltete sich mit der Forderung nach Aufklärung ein. Der Bundeskanzler bemühte sich um Beruhigung, das Innenministerium ebenfalls. Der Kärntner Landeshauptmann konnte sich nicht anders helfen, als bei einem sogenannten Runden Tisch nach einer Kommission zur totalen Aufarbeitung zu rufen. Die schon von früheren Anlässen her bekannte Zusammensetzung der Kommission läßt das Ergebnis erahnen. Ob sich der Landeshauptmann mit seiner Forderung nach Schutz von Gedenkstätten auch für jenen anderer denkmalgeschützter Objekten einsetzt, wird man sehen.
Auch das eine sportliche Leistung, in diesem überreifen Alter bis nach Dresden fünfzehn Jahre zurückzureisen, um die rechte Ilustration zum Sportartikel zu finden.
Der „Eckart” bebildert den Text nicht mit einem Foto des Peršmanhofs, nicht mit dem Gedenkraum, nicht mit den Namen der Ermordeten, nicht einmal mit einem Foto, das mit Österreich zu tun hat. Stattdessen zeigt er eine Straßenszene mit brennenden Müllcontainern, meterhohen Flammen, Vermummten in Schwarz. Das Foto stammt von einer Demonstration gegen einen Naziaufmarsch in Dresden-Neustadt, 13. Februar 2010. Es hat also nicht den geringstens Bezug zum Peršmanhof und auch nicht zu jenen Personen, die beim Bildungscamp im Juli teilgenommen hatten. Die Funktion der Illustration ist offensichtlich: Das Bild soll sagen „Antifa heißt brennende Straßen, Vermummte, Gewalt“. Es emotionalisiert und kriminalisiert. Es erzählt dem Publikum: Das da sind keine Menschen, die an ein Massaker erinnern. Das sind gewalttätige Krawallmacher. Diese visuelle Lüge liefert die Begleitmusik zu Burchharts Text.
Der Treuelied-Anstimmer und der Peršmanhof. Stoppt die Rechten. 26. Oktober 2025. Gelesen am 27. Jänner 2026.
Beim flinken Schreiben dieses Satzes
Ob sich der Landeshauptmann mit seiner Forderung nach Schutz von Gedenkstätten auch für jenen anderer denkmalgeschützter Objekten einsetzt, wird man sehen.
Freilich wurde über das „Ehrenmal“ anders geschrieben, so hätte er selbst niemals wohl über das „Ehrenmal“ geschrieben, aber zu seinem und des „Ehrenmals“ Stolz hat er, sich damit selbst auszeichnend, auch sehr sportlich, darüber schon geschrieben, gesinnungsgemäß in „Der Kärntner – das patriotische Signal aus Kärnten. KHD Aktiv 1/2024“:
Das inmitten der Marktgemeinde St. Jakob i. Ros. stehende Abwehrkämpfer-Ehrenmal ist wieder einmal im Visier der slowenischen Minderheit. Mittels des neuen Vereines „Spunij se („Erinnere Dich“) – Denk a mol“ wird mit Hilfe des ORF eine Kampagne gestartet. Bemerkenswert ist, dass dabei in völlig unausgewogener einseitiger Bericht erstattung keinerlei andere Gesichtspunkte zur Sprache kommen. Ausgestrahlt werden nur die Ansichten der Angehörigen des slowenischen Vereines.
Ein Angriffspunkt der Angehörigen des oben genannten Vereines ist es, das Denkmal in die Nähe des Nazismus zu bringen. Zweifellos kann man heutzutage so alles in Verruf bringen, weil oft die Zusammenhänge verwischt werden. Das Denkmal wurde 1936/ 1937 von heimattreuen Kärntnern erbaut und am 5.9.1937, also zur Zeit der durch die Vaterländische Front ausgeführten austrofaschistischen Diktatur eingeweiht.
Dass in der Zeit nach dem sog. Anschluss vom März 1938 das Denkmal für die NS-Ideologie missbraucht wurde, ist unbestreitbar. Zumindest 1937 aber waren weder die Initiatoren noch die Teilnehmer der Einweihungsfeier in strafrechtliche Verfahren verwickelt und daher damals unbescholten. Was sie später evtl. angestellt haben sollten, ist für das Denkmal irrelevant. Auch konnte Landesrat Ferlitsch keine „Nazi“-Regungen bei der Feier bemerken, wie er selbst bekannt gab. Auch in den damaligen Tageszeitungen war davon keine Rede, ganz im Gegenteil wurde auf den kärntnerischen Charakter des Denkmals und der Feier stets hingewiesen. Von einer nazistischen Feier kann also keine Rede sein. Die „Denk a mol“- Initiative will einen „neuen Kontext“ durch führen und eine „neue Perspektive“ des Denkmals erreichen, der Bundesdenkmalbeamte des Landes will die angeblich belastete Geschichte des Denkmals aufarbeiten. Denkmal-Entfernungs-Forderungen, unwahre Sprüche, Faschismus-Anwürfe und Vermischung von Dingen, die mit dem Denkmal nichts zu tun haben, sind dabei nicht hilfreich. Das dient auch keineswegs dem friedlichen Zusammenleben der Bevölkerung. Auch der ORF täte gut daran, eine ausgewogene und objektive Berichterstattung im Sinne des Gesetzauftrages zu machen.
Das Turnen nach Jahn in Hallen nach wie vor die höchste sportliche Übung in diesem Land, und so ist es „gut heil“, ihm eine Festveranstaltung auszurichten, wie etwa am 31. Mai 2008 im „Haus des Sports Wien“ von ÖTB und Turngau Niederösterreich, und was wäre das für eine Sportveranstaltung ohne Bruno Burchhart gewesen, wohl eine dürftige. Schon bei den Grußworten muß Bruno Burchhart das gesinnungsgemäße Sportherz aufgegangen sein:
Der Gedanke der turnerisch verstandenen Leibesübungen dagegen ist seit 2 Jahrhunderten in unserem deutschen Volk lebendig. Er geht zurück auf Friedrich Ludwig Jahn, den oft zitierten und ebenso oft missverstandenen. Jahn ist nur aus seiner Zeit heraus zu verstehen.
Wir bevorzugen den Weg, der auf dem Boden unseres deutschen Volkes gewachsen und für viele andere Völker Muster und Vorbild geworden ist. Ich bin überzeugt, dass die zahlreichen Turnerinnen und Turner, sowie die in turnerischem Geist denkenden Verbände hier in der Prinz Eugenstrasse ein würdiges Fest begehen und sich wohl fühlen. So heiße ich alle Festteilnehmer bei dieser Festveranstaltung herzlich willkommen. Möge dieses Fest einen guten Verlauf nehmen und sich sein Geist nachhaltig auf die gute Entwicklung unserer Vereine und Verbände auswirken.
Gut Heil!
Helmut Fuchs Obmann ÖTB Wien
Der Gedanke, die Lebenslinie von F.L. Jahn ist und bleibt aktuell. Um diese Aktualität zu erkennen muss man sich aber schon der Mühe hingeben das gesagte, getane und vorgelebte der Kleider der damaligen Zeit zu entledigen und mit dem Gewand der heutigen Zeit zu bemänteln. Der Inhalt ist derselbe – ja muss derselbe bleiben. Denn wäre er es nicht, so wäre er für die Menschen von heute, und somit auch für uns, wertlos.
Man muss sich stets bemühen, Jahn’s Aussagen in heute verständlichen Sätzen wieder zu geben. Die Festveranstaltung am 31. Mai 2008 hat genau dieses Ziel. Dieses Fest ist eine Antwort auf viele Fragen rund um Jahn und kann mannigfaltige Pulse für das Turnerleben geben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Festteilnehmern und natürlich allen Turnerinnen und Turnern schöne und inhaltsreiche Stunden und ein herzliches Gut Heil.
Hermann Lang Obmann Öerreichischer Turnerbund Turngau Niederösterreich
Der Österreichische Turnerbund sieht die Wurzeln seiner Verbandstätigkeit im Wirken von Friedrich Ludwig Jahn. Trotz seiner eigentlich kurzen öffentlichen Wirkungszeit – 1811 Eröffnung der Hasenheide und 1819 seine Verhaftung – gab er den Anstoß, dass sich daraus eine Turnbewegung entwickelte, die im ÖTB aufbauend auf den zeitlosen Grundlagen seines Turnens bis heute weiterlebt. Die Veranstaltung ist ein Achtungserweis an den Mann, der den Grundstein legte für die Art des Turnens im ÖTB und der weltweit als der Schöpfer des Turnens der Neuzeit anerkannt ist. Den Vortragenden danke ich für die Bereitschaft ihrer Mitgestaltung. Den Veranstaltern, ÖTB Wien und Turngau Niederösterreich, gilt mein Dank für den damit gebotenen Bildungsbeitrag. Den Zuhörern wünsche ich eine zusätzliche Erweiterung der Kenntnisse über Friedrich Ludwig Jahn.
Zunächst gab es eine würdige Kranz-Niederlegung am Jahn-Denkmal im Gedenken an den Turnvater, den Begründer des Turnens. Der Festakt begann mit dem Einmarsch der Turnerschaft in die fahnengeschmückte Halle und der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch DTV-Obmann MMag. Martin Melinz und DTV-Ehrenobmann MR Dr. Bruno Burchhart. Dann zeigten die Turner ihr tolles Können: Flotte Line-Dance-Darbietungen rissen die Zuschauer in der vollen Halle immer wieder zu begeistertem Beifall hin, ebenso die ruhigeren Pilates-Vorführungen. Dr. Burchhart präsentierte anhand einer Bilder-Schau die imponierende Geschichte des Turnvereins: Besonders der zweimalige Bau einer eigenen Turnhalle, die Errichtung des Jahn-Denkmals und des DTV-Fitnesskurses inmitten der Gemeinde, aber auch die vielen Erfolge im Turnen, in der Leichtathletik, im Judo und Schifahren, ebenso wie die Kultur- und Brauchtums-Veranstaltungen sowie die Verleihung des Gemeinde-Wappens, zeigten das beeindruckende Wirken in 100 Jahren Vereinsgeschichte.
Den Abend ließen der Turnverein und seine Gäste bei der traditionellen Sonnwendfeier ausklingen.
Zu welchem Zweck ein Feuer auch immer gemacht wird, eines ist stets anzuzünden, ist es doch immer wieder schön, Flammen lodern zu sehen, verleiht es doch den um einem brennenden Holzstoß Stehenden ein erhellt ernstes Gesicht der Erhabenheit …
Nicht Gold und Brillanten, aber eine Auszeichnung ist es allemal,
Ein Bericht verfasst von der Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Justiz. Wien, 2025. Gelesen am 27. Jänner 2026.
Und so ist es nur recht, daß der patriotisch gemäßigte Obmann einer patriotisch gemäßigten NGO weiter im Fernsehen auftritt, auch im ersten Monat des Jahres ’26 im Fernsehen zahlreich zur Sache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in den Privatfernsehanstalten … Über einen Patrioten sagt er am 27. Jänner im Heurigen: „Die regelbasierte Weltordnung ist vorbei.“
Wer mit so viel Gold, sogar Gold mit Brillanten, und Auszeichnungen überhäuft wird, wer so umtriebig ist, ist auch ein recht verdienter Bänkelsänger, der mit einem Lied
Es geht ein Lied auf Reisen Geht auf die Reise zu mir Der Wind bringt’s mir mit den Wolken Und ich weiß, ’s kommt nur von dir
Es geht ein Lied auf Reisen Das unsere Trennung beklagt Und heißt’s auch, man soll niemals weinen Kommt es vor, dass man gar nicht fragt
Es war so schön, an deiner Hand zu geh′n Es war so schön, dich immer anzuseh’n Uns schien sogar der Regen rosarot Sind nun für uns all diese Wunder tot?
Es geht ein Lied auf Reisen Du schickst’s rund um diese Welt Ich wünsch mir, dass ’s schon heut Abend Von dem Himmel auf meine Lippen fällt
Es geht ein Lied auf Reisen Das Lied macht uns beiden klar Wir brauchen keinen Rat kluger Leute Dass wir uns lieben, ist ganz offenbar
und wenn sie dieses Reiselied am Grabe gesungen hätten, so hätten sie nicht das Original gesungen, denn im Original wird nicht von einem Lied, das auf Reisen geht, gesungen, sondern von einer Träne, und das kann von wackeren Männern nicht erwartet werden, offen ihre Tränen zu besingen, aber wenn sie es gesungen hätten, dann hätten sie es vielleicht so gesungen, ein Lied geht auf Reisen, mit einer inwendigen Träne, sentimental und schwermütig, nie mehr mit ihrem gesinnungsgemäßen Bruder Walter das Lied, das tatsächlich am Grabe gesungen ward, gemeinsam singen zu können, aber immer, das ihnen zum Troste, wenn sie seiner gedenken, das tatsächlich gesungene Lied anstimmen, wird er mit ihnen im Geiste es gewiß mitsingen, so treu wie sie ihm, so treu wird er ihnen bleiben.
Aber es geht weiter, es muß weitergehen, auch wenn einer im Liedreich fehlt, es muß weitergemacht werden, und es wird weitergemacht.
Schlesische Schüler zu Gast in Kärnten: Sprache, Musik, Geschichte
Mit einem großartigen Projekt unterstützten Idealisten aus Kärnten, dem südlichsten Bundesland der Republik Österreich, Schüler der deutschen Minderheit aus Schlesien.
Es war sehr beeindruckend, wie wohlwollend die Spitzen der Kärntner Volksvertreter diesem vorbildhaften Projekt gegenüberstanden. Einen so feierlichen Empfang einer Schülergruppe aus einem EU-Staat, wie ihn die schlesischen Schüler im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung erlebten, hat es in dieser Form höchst selten gegeben.
Der Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) Dr. Peter Kaiser zeigte sich von dem Auftritt der schlesischen Schüler in ihrer prachtvollen heimischen Tracht mit Liedern und Tänzen höchst angetan. Er freute sich, dass in dem heimatbewussten, weltoffenen Kärnten eine solche Begegnung im Sinne des Kulturaustausches im europäischen Geist stattfand, und lobte Dr. Burchhart für seinen steten Einsatz für Minderheiten in Europa. Ein positiver Nebeneffekt dieses freundlichen Empfanges war das große Echo in den bedeutenderen Medien des Landes sowie eine anerkennende Sendung über die Schlesier im Österreichischen Fernsehen. Das ist nicht alltäglich.
Eine weitere Verbindung ergab sich durch die Volksabstimmungen nach dem Ersten Weltkrieg: Die Schlesier stimmten mit über 59 % für den Verbleib bei Deutschland, die Kärntner mit dem gleichen Ergebnis für den Verbleib bei Österreich. Die weitere Entwicklung war unterschiedlich: Kärnten blieb frei und ungeteilt, Schlesien erlebte Schreckliches unter der kommunistischen Diktatur.
Gemeinsam mit heimischen Musikanten absolvierten die Schlesier eindrucksvolle Konzertauftritte in verschiedenen Orten. Begeistert wurden sie vom Publikum gefeiert, z. B. in Klagenfurt, wo sie mit dem weltweit auftretenden Chor der Sängerrunde Emmersdorf musizierten. Es kam zu gegenseitiger musikalischer Befruchtung: die schlesischen Schüler präsentierten Musik ihrer Heimat, die Emmersdorfer Lieder aus Kärnten. Ein perfekter Kulturaustausch.
Dr. Burchhart begrüßte die Jugend im Namen der Schlesiergruppe. Gemeinsames Singen, Spiele und Wettbewerbe führten schnell zu neuen Freundschaften. Schwimmen und Springen im Turnersee sowie ein Lagerfeuer rundeten den Tag ab. Es war ein unvergesslicher Tag.
So verging der Aufenthalt der Schülergruppe in Kärnten mit Begegnungen, Kulturaustausch und Sprachförderung viel zu schnell. Wehmütig wurde Abschied genommen, und das von Dr. Burchhart übergebene Schutzengelchen wurde als Erinnerung mitgenommen. Den Sponsoren – Österreichische Landsmannschaft, Deutsche Burschenschaft, Kärntner Heimatdienst und weiteren – wurde herzlicher Dank übermittelt. Ein baldiges Wiedersehen in Kärnten oder Schlesien wurde innigst gewünscht.
Landsmannschaft, Burschenschaft, Heimatdienst, ja, Mannen und Frauen des Idealismus sind nicht geizig, im Gegenteil, großzügig, wie auch diese Unterstützung des großartigen Projektes von Idealisten …
Für shops of patriots wäre das doch ein hinzuzunehmendes Produkt „miga – make idealism great again“ als zu den Shirts etwa recht passende Schildkappe.
eine — und kaum fünf Jahre später, schreibt Bruno Burchhart, ein weltweit auftretender …
So sportlich ist also Bruno Burchhart unterwegs, nicht nur werktags sondern auch sonntags, genauer, im „Sonntagsblatt“, in einer „ungardeutsche[n] Zeitschrift“;
es muß nicht ausgeführt werden, wie das am Sonntag im Blattwirkt, es ist so wie es von ihm ausgezeichnet bekannt ist, einfach wie kurz gesagt: sportlich, gewiß, idealistisch, sicher …
Von einer sportlichen Leistung — da es „zahlreiche Gemeinsamkeiten der Geschichte Schlesiens und Kärntens“ — soll noch erzählt werden, von einer Brücke zwischen Schlesien und Kärnten, auf der Burchhart und Perkonig …
Perkonigs Funktion im KHB wird in der Literatur nur am Rande erwähnt. Alle Darstellungen konzentrieren sich auf Alois Maier-Kaibitsch, unzweifelhaft der starke Mann im KHB. Doch ist Perkonigs Rolle als Obmann nicht zu unterschätzen. Vermutlich verdeckte seine (vorgebliche) Verankerung im Austrofaschismus die nationalsozialistischen Aktivitäten des KHB. Unter Perkonigs „Schutz“ konnte Maier-Kaibitsch ungestört agieren. Seine Obmannschaft erfüllte – zumindest nach außen – eine ähnliche Funktion wie die Präsidentschaft Max Mells im Bund der deutschen Schriftsteller Österreichs.44 Schwer vorstellbar scheint, daß Perkonig über die internen Vorgänge im KHB nicht informiert war, zumal sein Freund Hans Steinacher entscheidend dazu beitrug, den Verein in eine von „nationalsozialistische[m] Geist getragene Organisation“45 umzugestalten. Im Nachkriegsprozeß gegen Alois Maier-Kaibitsch gab sich Perkonig jedenfalls naiv: Für den Kärntner Heimatbund gab es, wenn überhaupt Unterscheidungen gemacht wurden, nur sogenannte heimattreue Kärntner und andere, die an dem Gedanken der Untrennbarkeit des Landes nicht in dem gleichen Maße interressiert waren [= „Windischentheorie“, KGS]. Da der Kärntner Heimatbund nur kärntnerisch eingestellt war, hat er zum Nationalsozialismus in keiner Weise Stellung genommen.46
Ab 1933/34 wurde aus dem KHB die „[b]edeutendste Tarnorganisation der verbotenen NSDAP“.47 Da der Verein nicht verboten war, diente er als Auffangbecken illegaler NS Formationen, ein Großteil der Aktivitäten lief über ihn. „In den dreißiger Jahren verstand sich der ‚Kärntner Heimatbund‘ […] als eine Art ‚Kampftruppe‘ aus Vertrauensmännern“,48 zu welchen offenbar auch Perkonig gehörte.
Für Perkonig deutete nach dem „Anschluß“ zunächst alles auf eine NS-Karriere hin: Er wurde Kommissar für Wiedergutmachung in einer eigens geschaffenen Abwicklungsstelle, die Ansuchen um finanzielle Entschädigung „für gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Schaden in der Verbotszeit [der NSDAP, KGS]“ bearbeitete.55 Perkonigs wahre Interessen dürften aber eher auf literaturpolitischem Gebiet gelegen haben, vermutlich liebäugelte er mit der Funktion des Landesleiters der Reichsschrifttumskammer (RSK) Kärnten. Da Perkonig der bekannteste Schriftsteller Kärntens war, durchaus „Verdienste“ für den Nationalsozialismus vorweisen konnte, und die RSK Berlin bzw. das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) nach Möglichkeit repräsentative Autoren heranzogen, durfte er sich berechtigte Hoffnungen machen. RSK-Landesleiter wurde überraschend einer von Perkonigs Mitstreitern aus den Tagen der Volksabstimmung, der Gymnasiallehrer und Lyriker Emil Lorenz. Perkonig blieb als Trostpflaster die Funktion eines Landesobmannes der Schriftsteller in der RSK.
Eine wichtige Voraussetzung für RSK-Leiterfunktionen bildete die Mitgliedschaft in der NSDAP,60 weshalb die Wahl von Lorenz plausibel erscheint, konnte er doch auf eine Mitgliedschaft seit 1933 verweisen.61 Die Vorgänge rund um Perkonigs NSDAP-Aufnahmeantrag bzw. die Ablehnung wegen seiner Zugehörigkeit zu Freimaurerlogen hat Klaus Amann beschrieben.62 Daß diese Mitgliedschaften nicht zwingend zu einer Ablehnung führen mußten, beweist der ähnlich gelagerte Fall des Autors Franz Karl Ginzkey.63 Ausschlaggebend dürfte bei Perkonig die strikte Ablehnung des Kärntner Gaugerichtes unter dem Vorsitz des einstigen Gauleiters Hugo Herzog gewesen sein. 64 Ein bezeichnendes Licht auf Perkonigs Aktivitäten rund um die angestrebte Aufnahme in die NSDAP wirft eine Bemerkung von Hans Gustl Kernmayr, damals Chefdramaturg der Wien-Film, der in seinen Memoiren berichtet, Perkonig sah sich um 1938 gezwungen, mich um eine Bestätigung zu bitten, daß er ein guter Nationalsozialist sei. Ich gab ihm diese Bestätigung, weil ich ihm helfen wollte.65
Dennoch konnte sich Perkonig nicht beklagen. Im Gegensatz zu Nußbaumers Behauptung, es habe „Erschwernisse und Hemmungen [gegeben], die seine schriftstellerische Arbeit beeinträchtigten“,66 blieb der Autor im Dritten Reich publizistisch und finanziell erfolgreich.67 Zwischen 1933 und 1944 lassen sich 15 Erstausgaben sowie zahlreiche Neuauflagen bereits publizierter Titel nachweisen. Allein 1943/1944, als wegen eklatanter Papierknappheit viele Werke nicht mehr gedruckt wurden, erschienen in neuer/neuen Auflage(n): „Der Schinderhannes“, „Auf dem Berge leben“68, „Der Guslaspieler“, „Honigraub oder Der Hügel Sankt Joseph“, „Kärnten, deutscher Süden“, „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann“, „Mein Herz ist im Hochland“, „Lopud, Insel der Helden“, „Die Fischer „, „Das Zauberbründl“, „Alpenland – Donauland“69, „Leichte Fracht“ sowie „Kärnten, Heimatland, Ahnenland“. Auf Empfehlungslisten des RMVP finden sich: „Honigraub oder Der Hügel Sankt Joseph“ (2x), „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann“ (2x), „Kärnten deutscher Süden“, „Ein Volk steht auf“ und „Lopud, Insel der Helden“. Ferner steht Perkonigs Name auf den Vorschlagslisten für Dichterlesungen des Werbe- und Beratungsamtes für das deutsche Schrifttum beim RMVP für 1939/40, 1940/41 und 1941/42. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien.70
So gut wie unbekannt ist heute Perkonigs Filmarbeit, ab 1938 verfaßte er u.a. für die Wien-Film das Drehbuch zu „Krambambuli“ nach Marie von Ebner-Eschenbach. Für seine umfangreiche literarische bzw. literaturpolitische Tätigkeit genehmigte die Lehrerbildungsanstalt „Stundenreduktionen in den Jahren 1940-1944″.71 Der Krieg „verhalf“ Perkonig schließlich doch noch zu einer repräsentativeren Position in der RSK. Ab Mitte 1940 vertrat er den zur Luftwaffe eingerückten Emil Lorenz, im folgenden Jahr wurde J. F. Perkonig zum stellvertretenden RSK-Landesleiter ernannt.72
Karin Gradwohl-Schlacher. Josef Friedrich Perkonig und Hans Steinacher. Zwei Karrieren von der Kärntner Volksabstimmung bis in das Dritte Reich. Gelesen am 28. Jänner 2026.
Sportlich auch diese auszuzeichnende Leistung von Bruno Burchhart:
Einen Wendepunkt nach der Heirat seiner Anny 1918 bedeutete der Einfall der Südslawen in sein geliebtes Heimatland: Er wurde zunächst als „Carinthiacus“ Kriegsberichter von den Fronten und dann bedeutender Propagandist des geistigen Abwehrkampfes mit seinem „Kärnten den Kärntnern“, so auch als Chefredakteur der Kärntner Landsmannschafts-Zeitung für die besetzte Unterkärntner Zone A. Mit Werken wie „Heimat in Not“ (1921), besonders aber in den berühmten „Patrioten“ (1951) beschreibt er den Freiheitskampf. Nachher stellte er sich dem KHD, später KHB (Kärntner Heimatbund) zur Verfügung, wo er anerkannter Förderer von Mundart, Lied, Volkstanz und Brauchtum war. Erstmals gelang ihm die dichterische Beschreibung Kärntens in „Kärnten-Heimatland, Ahnenland“ (1923), mit der Erzählung der herrlichen Landschafts-, Geschichts-, Sagen und Brauchtumswelt. „Dorf im Acker“ (1926) und „Bergsegen“ (1928), sein damals Bekanntestes, fließen aus seiner Feder.
Vom Ständestaat hofiert, wurde er zum Landtagsabgeordneten für Kunst ernannt, auch Volkspolitischer Referent der Vaterländischen Front, erhielt Preise, wie den Österreichischen Staatspreis für Literatur. Nach 1938 dichtet er wie viele seiner Generation weiter und publizierte, was man ihm realistischerweise wohl nicht verübeln kann. Sicher haben die Damaligen sich seiner Berühmtheit bedient mit der Neuauflage vieler Werke wie „Schinderhannes“, „Guslaspieler“ u.a.m. – „Verherrlicht“ hat er niemanden. Eine Parteimitgliedschaft wurde ihm ja verwehrt, sein „Mensch wie Du und ich“ sogar verboten. Mannhaft hat er sich auch gegen die Slowenen-Aussiedlung gegenüber den Machthabern ausgesprochen. Nach den vielen Erlebnissen dieser Zeiten ist in der Nachkriegszeit eine neue Fassette in seinem Schaffen und Denken zu bemerken: Durch die Beschäftigung mit seiner Kindheit im „gemischtsprachigen“ Gebiet in seinem „Morgenlicht“ (1948) wird er sich bewusst, dass er in sich den Germanen grübeln und den Slawen träumen spürt. In seinen Essays „Zwei Zungen“ und „Kärntner Slowene“ lässt er Versöhnlichkeit und Anerkennung anklingen. Eine immerhin erstaunliche Entwicklung. Er bekennt: Als ein Dichter des deutschen Grenzlandes weiß ich wohl, daß ich für mein Volk auf Vorposten stehe, daß ich ein Vermittler sein muß von hüben und drüben. Aus dieser Einstellung heraus weiß er eben auch das andere zu schätzen. Verbindungen sucht er und erhält Wertschätzung, z. B. durch die Übersetzung von seinem „Honigraub“ ins Slowenische durch Drago Druškovič. In seinem umfangreichen Œuvre findet sich noch: Musikalisches in seinem Haydn-Essay, Kulturelles in vielen Radio-Sendungen und Hörspielen, Filme-Schaffung wie Ebner-Eschenbach’s „Krambambuli“, usw. Jetzt erfährt er auch in einem demokratischen Staat die ihm zustehenden Ehrungen: Er wird Ehrenbürger von Ferlach und Klagenfurt, erhält Preise und Auszeichnungen. Nach seinem Hinscheiden vom 8. Feber 1959 wird er in einem Ehrengrab beigesetzt.
Dr. Bruno Burchhart. Künder und Versöhner. Die Brücke. Nr. 94 · Februar 09. Herausgeber, Medieninhaber und Copyright sowie Verantwortlicher Redakteur Kulturabteilung des Landes Kärnten Mag. Günther M. Trauhsnig Redaktionelle Mitarbeiter dieser Ausgabe: Peter Baum, Bruno Burchhart, Mona Decker-Mathes, Brigitte Entner, Stefanie Grüssl, Daniela Hättich, Michael Herzog, Otto Kapfinger, Geraldine Klever, Ingeborg Kofler, Helmut Christian Mayer, Astrid Meyer, Mario Rausch, Arnulf Rohsmann, Marion Schaschl, Ilse Schneider, Jozej Strutz, Günther M. Trauhsnig, Slobodan Zakula. Gelesen am 29. Jänner 2026.
So viel sportliche Tat ist nur mit Gold, Gold und Brillanten zu belohnen.
Was der eine, Perkonig, für überall in Worte goß, schlug der andere, Kerndle, allein für Sankt Jakob im Rosental in Stein: Arbeiter, Soldat, Bauer, Handwerker —
NS Für so viel Tat der gesinnungsgemäß sportlichsten Art verdiente auch Bruno Burchhart eine Festschrift. Was wäre ein recht besserer Anlaß, ihm eine Festschrift nachträglich zur Verleihung des Sportverdienstzeichens durch das Land Kärnten zu widmen?
Es muß eingestanden werden, nicht das Geschick zu haben, eine solche Festschrift ihm schreiben zu können, aber einen Beitrag zu leisten, das soll nicht verweigert sein, vielleicht motiviert der Vorschlag,
wie der Umschlag einer solchen Festschrift gestaltet sein könnte, zum Idealismus Gerufene, eine Festschrift für einen Idealisten wie Bruno Burchhart anzugehen.
Karl Maria Kerndle wird von Jürgen Klatzer in der Ausgabe 4/26 der Wochenzeitung „Falter“ nicht erwähnt.
Dieses Abwehrkampf-Denkmal befindet sich an der Rosentaler Straße in St. Jakob. Die Gedächtnisstätte wurde 1937 nach Entwurf von Karl Maria Kerndle erbaut . Über Stufen erreicht man eine offene Gedenkhalle, im Inneren befinden sich fünf in Stein gemeißelte, bewaffnete Männer (Handwerker, Bauer, Soldat, Arbeiter und Bürger) sowie Namenstafeln der Gefallenen.
Kriegergedächtnisstätte. Mein Bezirk. 1. Juli 2018
herausgeputzt und gesäubert wird der sich in das Denkmal zum fortwährenden Ehrenglanz selbst gemeißelte Josef Müllner, nach dessen Entwurf …
„Handwerker, Bauer, Soldat, Arbeiter und Bürger“ zeigt Karl Maria Kerndle und Josef Müllner u. a.: „Arbeiter“, „Landarbeiter“ und sich selbst als Bürger oder als Künstler oder als bürgerlicher Künstler mit einem Ausdruck, als trüge er einen ihm verliehenen Stolzeskranz auf dem Haupt, jedenfalls nicht als Nationalsozialist.
Es erinnert auch an einen Mauerspruch auf der Wieden, über den vor einigen Jahren im „Falter“ zu lesen war, selbstverständlich nicht mit einer reißerischen Schlagzeile, die lauten hätte können: Es war Hitler.
NS-Wandbilder vielerorts noch sichtbar Lösung nur mit Hauseigentümer Auch ein Relief in der Faulmanngasse in der Nähe des Naschmarkts findet sich darin. Das Zitat „Es gibt nur einen Adel, den Adel der Arbeit“ könnte auch aus der Zeit des Roten Wien stammen, tatsächlich haben sich die Nazis das Zitat zu eigen gemacht, sagt Arnold. „Wir wissen auch, darüber stand höchstwahrscheinlich Adolf Hitler.“ Der Verweis auf Hitler wurde in den Nachkriegsjahren entfernt. Das Wandbild ist auch der Stadt bereits bekannt. „Es gibt bereits einen Text für eine Zusatztafel. Die Abstimmungen mit dem Hausbesitzer konnten leider bisher nicht abgeschlossen werden. (…) Wandgebundene Kunstwerke unterliegen grundsätzlich der Verantwortung der jeweiligen Hauseigentümer*innen und Gebäudeverwaltungen. Die Entscheidung über Zusatztafeln muss daher auf dieser Seite getroffen werden“, heißt es in einer Stellungnahme von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ).
Kärnten, kein schöner Land, es braucht nur ein Blick in einen „Reiseführer“ geworfen zu werden, um der Herrlichkeit dieses Landes ansichtig zu werden, wie es etwa Walter M. Weiss beschreibt, den seinen „Führer“ nicht der von Jürgen Klatzer erwähnte „Eckart“
[…] etwa Bruno Burchhart, ein älterer Herr mit grauem Henriquatre-Bart. Er ist die lokale Größe des Abwehrkämpferbundes und schreibt für das ausländerfeindliche Magazin Der Eckart [..,]
Karl Maria Kerndle (*13.9.1882, +1.3.1957) Kerndle galt als einer der begabtesten Schüler des Architekten Otto Wagner. Er kam mit seiner Frau 1920 nach Krumpendorf, wo er bis zu seinem Tod wohnhaft war. Er plante auch in Krumpendorf mehrere Objekte wie sein eigenes, rundes Wohnhaus am Lorbeersteig, das eine herausragende Stellung in seinem architektonischen Schaffen einnimmt.
Kerndle bekam bei einem Wettbewerb den ersten Preis und somit den Auftrag zur Gestaltung eines Kriegerdenkmals in Villach, für das er auch die bildhauerische Arbeit durchführte. Es wurde 1918-1924 geschaffen. Es hat die Form einer monumentalen Schwertspitze und befindet sich an der Südseite der Stadtpfarrkirche.
Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage nach dem Krieg und vermutlich auch auf Wunsch seiner Frau übersiedelte die Familie Kerndle 1920 nach Krumpendorf. Die Familie wohnte damals in der Villa Kutternig an der Hauptstraße. Kerndle und seine Frau gründeten inspiriert durch die „Wiener Werkstätten“ die „Kärntner Werkkunst“ in Klagenfurt. Sie befassten sich vor allem mit der Erzeugung und Ausfuhr kunstgewerblicher Textilien.
Aus finanziellen Gründen arbeitete Kerndle auch als Zeichenlehrer am Klagenfurter Realgymnasium und ab 1926 an der Fortbildungsschule, der heutigen Berufsschule.
Er war aktives Mitglied im „Kunstverein Kärnten“ und damit auch an zahlreichen Ausstellungen im „Künstlerhaus“ beteiligt. Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre bekam Kerndle mehre größere Architekturaufträge in Radenthein, Klagenfurt und Villach. Die finanzielle Situation der Familie verbesserte sich. Ende der 1930er Jahre wird Kerndle Schulleiter an der Klagenfurter Berufsschule. Ende 1943 trat er die Nachfolge des zum Wehrdienst eingerückten Leiters der „Meisterschule des deutschen Handwerks“ an. Diese Meisterschule war während des Krieges in der „Festung“ in Klagenfurt in der Nähe der Bahntrasse nach Villach untergebracht.
Nach Kriegsende zog sich Kerndle, der aktives Mitglied der NSDAP war, aus dem öffentlichen Leben zurück. In Krumpendorf realisierte er nur noch das Badehaus Obid am Koschatweg. Finanzielle Gründe zwangen ihn, die Wohnung im zweiten Stock seines Hauses zu vermieten. Seine Frau Frieda verstarb Ende der 1940er Jahre. Durch diesen Schicksalsschlag schwer getroffen verbrachte Kerndle die letzten Jahre seines Lebens zurückgezogen in seinem Hause. Er starb am 1.3.1957 in Krumpendorf.
Krumpendorfchronik. Persönlichkeiten. Gelesen am 26. Jänner 2026.
Kerndle war aktives Mitglied zahlreicher Architekten- und Künstlerverbände und beteiligte sich zudem an etlichen Ausstellungen.
Um 1930 erhielt Kerndle etliche größere private Bauaufträge, wobei er in einigen Fällen auch an der Inneneinrichtung im Sinne der „Wiener Werkstätte“ beteiligt war. Etwa zur gleichen Zeit wurde er zum Schulleiter der Berufsschule Klagenfurt ernannt und wandte sich ab 1938 mehr dem Kunstgewerbe und der Lehre zu. 1943 folgte die Ernennung zum Leiter der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Klagenfurt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog sich Kerndle bedingt durch aktive Zugehörigkeit zur NSDAP fast völlig aus dem Architekturgeschehen in Kärnten zurück und war nur mehr als Maler tätig. Kerndle starb im 75.Lebensjahr in Krumpendorf.
Architekturlexikon. Architekturzentrum Wien. Zuletzt geändert am 10.04.2008. Gelesen am 26. Jänner 2026.
Für das militärische Morden und Ermordet-Werden ist ein Stimmrecht, eine Gleichberechtigung das Hinderlichte, das gedacht werden kann. Ein Stimmrecht, eine Gleichberechtigung ist soher in allem zu unterbinden, und das schon dann, wenn es nur um die Frage geht, ob der Wehrdienst verlängert werden soll oder nicht. Und wenn Stimmrecht und Gleichberechtigung der Jugend unterbunden, kostet eine Geste der Großzügkeit bloß einen Apfel und Ei, auch der Jugend zu erlauben, etwas zu sagen, in einer Kommission, deren Vorsitz ein in wenigen Monaten siebzig Jahre alter Mann der Wirtschaft und Industrie …
In dieser Sendung auf „Österreich 1“ wurde er vorgestellt als „Militärexperte und Mitglied der Wehrdienstkommission“ —
Walter Feichtinger, „Brigadier i. R.“, also ein nicht mehr aktiver Militär, ein Pensionist, sagte in dieser Sendung:
Ich glaube, ich kann dazu etwas sagen, und zwar, die Kommission hat sich zusammengesetzt aus 23 Mitgliedern, zehn davon stimmberechtigt, dreizehn beratende Funktion. Und es war ein großes Ansinnen von Anfang an, im Kommissionsvorsitz, daß man alle Stimmen hört, auch die Jugend ganz besonders hört, und Sie haben sich auch sehr stark zu Wort gemeldet. Und wir haben das als sehr positiv empfunden, damit wir wirklich alles hören, was auf den Tisch kommt. Es ist nur so, am Ende des Tages kann man zwar viele Stellungnahmen einholen, aber es muß ja in der Sache etwas weitergehen, d. h., es ist Substanz aufzubauen. Und wenn Sie sagen, das war zu erwarten, kann ich auch sagen, ja, das war vermutlich zu erwarten, weil der bisherige Status einfach unbefriedigend ist. Aber es war sehr wertvoll, Sie dabei zu haben, genauso wie Vertreter der Wirtschaft und vom Zivildienst und allen möglichen Stellen, damit man hier ein breites Spektrum hat. Und ich hatte den Eindruck, nach einer gewissen Zeit, daß hier wirklich eine gewisse Aufbruchstimmung herrscht, ein Geist der Veränderung. Nicht von ungefähr hat es am Ende dann einen großen Konsens gegeben, bei der Verabschiedung. Zur politischen Debatte vielleicht nur der Hinweis. Es gab gestern abend den 13. Tag der Wehrpflicht. Der ist eingeführt worden, damals, als es diese Volksbefragung gegeben hat, und aus diesem Anlaß ist der etabliert worden. Und gestern war dort nicht nur der Herr Hameseder, der die Ergebnisse der Kommission vorgestellt hat, sondern es waren die Wehrsprecher der im Parlament vertreteten Parteiein eingeladen und waren am Podium. Da war schon sehr interessant zu hören, daß unisono eigentlich einerseits das Ergebnis oder die seriöse Arbeit begrüßt wurde, und andererseits hier, zumindest unter diesen, ein Konsens geherrscht hat, daß man in die Sache hineingeht, in eine rasche Debatte hineingeht. Natürlich in den Parteizentralen wird es ein bißchen anders ausschauen.
Das war die unmittelbare Antwort von einem pensionierten Militär, von einem mit Wehrdienst und Wehrpflicht in Ruhe gelassenen Mann, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Wehrdienstkommission, in der Sendung auf das von Anna Schwabegger von der Bundesjugendvertretung Gesagte:
Moderator: Ich möchte noch einmal auf diese Kommission zu sprechen kommen, Frau Schwabegger, Sie als Vertreterin der Bundesjugendvertretung waren dort und sind dort auch am Tisch gesessen, allerdings ohne Stimmrecht. Ist da aus Ihrer Sicht, nach Ihrem Gefühl, über Ihren Kopf, über die Jugend hinweg entschieden worden?
Anna Schwabegger: Also wenn man sich die Zusammensetzung der Kommission und speziell der stimmberechtigten Mitglieder anschaut, war von Anfang klar, daß eine Verlängerung empfohlen wird, von diesen stimmberechtigten Mitgliedern. Und das sehen wir natürlich sehr kritisch, weil wir grundsätzlich nicht gleichberechtigt am Tisch waren und nicht gleichberechtigt in die Diskussion einbezogen waren und die Stimmergebnisse nicht beeinflußen konnten.
Moderator: Herr Feichtinger, können Sie dazu etwas sagen, können Sie dazu etwas entgegnen?
Menschgemäß ist das eine „seriöse Arbeit“: „auch die Jugend ganz besonders hört“, ist doch die Jugend ganz besonders, mehr, ausschließlich davon betroffen, ist nur die Jugend zu treffen, „und wir haben das als sehr positiv empfunden“, das macht schließlich eine „seriöse Arbeit“ aus, zeichnet eine „seriöse Arbeit“ erst als „seriöse Arbeit“ aus, daß diese hervorbringt, „was zu erwarten [war]“. Seriöser kann keine Arbeit als wertvoll empfunden sein, so sehr positiv kann eine Arbeit sein, die Jugend ganz besonders zu hören, und dann die Arbeit zum erwarteten Ergebnis führen …
Die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner von der ÖVP hat sich erstaunlich offen schon festgelegt, die verpflichtenden Milizübungen sollen zu mindest kommen, was eine Verlängerung des Wehrdienstes bedeuten würde [Moderator].
Für das militärische Morden und Ermordet-Werden ist die Wehrpflicht, wie es seit so vielen Kriegen gewußt wird, aus so vielen Kriegen bekannt ist, das Üben die unumgänglichste Voraussetzung, die gedacht werden kann — die Übung macht die wehrpflichtige Meisterin, und was für wehrpflichtigeMeister macht erst eine verlängerte Übung …
Der mit Übungen in Ruhe gelassene Rentier verwies in dieser Sendung auf den „XIII. Tag der Wehrpflicht“, den Ort, an dem am 20. Jänner 2026 der 13. Tag abgehalten wurde, erwähnt Walter Feichtinger nicht.
Ein Dramolett von Chatgpft vulgo KI darf besonders empfohlen werden, handelt es sich bei diesem Dramolett um ein, einfach wie kurz gesagt, interaktives Dramolett. Anhand des zum Interaktiven weiterentwickelten Dramoletts kann die Modernität, die Innovation durch Chatgpt respektive KI exemplarisch aufgeführt werden.
Für KI als schöpferische Kraft ist es aber ebenfalls eine Befreiung, die Befreiung von der Last, auf eigene Eingebungen zu warten, fortwährend auf eigene Inspirationen angewiesen zu sein, auf günstige Momente warten zu müssen, etwa, wie es vordem war, auf Sonnenaufgänge, Mondnächte, süße oder bittere Abenteuer, um je schöpferisch werden zu können. Das alles nimmt das Publikum durch seine Eingebungen KI ab. Und wenn KI nicht zum Dienst gerufen ist, kann KI einfach abschalten, ohne Furcht und ohne Qual vor Einfallslosigkeit. Für diese große Freiheit wird das Publikum von KI dankbar reichlich versorgt, wofür das interaktive Dramolett nur ein Beispiel, in dem Chatgpt die Hauptrolle und KI eine Nebenrolle …
Wer gedenkt heute noch Rudolf Carl, dem „Volksschauspieler“, der 88 wurde? Wer gedenkt heute noch ganz dem guten Wert verpflichtet, nicht schlecht über Tote zu reden? Es ist KI. KI hält die Werte recht hoch. Nichts Schlechtes von Toten …
Rudolf Carl (1899–1987) war einer der populärsten österreichischen Schauspieler und Komiker seiner Zeit. Er wirkte in über 200 Filmen mit und spezialisierte sich auf die Darstellung naiver, oft „urkomischer“ Charaktere.
Biografie und Karriere Herkunft: Geboren am 19. Juni 1899 in Lundenburg (Mähren), wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters in einem Wiener Waisenhaus auf. Anfänge: Nach einer Ausbildung im Eisenhandel und Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg begann er seine Bühnenlaufbahn autodidaktisch am Deutschen Theater in Brünn. Wien: Ab 1934 feierte er große Erfolge am Theater an der Wien und an der Volksoper in komischen Operettenrollen (Buffo). Film & Fernsehen: Seine Filmkarriere startete ebenfalls 1934. Er drehte oft mit Größen wie Hans Moser und Paul Hörbiger. In den 1950er Jahren erlangte er durch die TV-Serie Familie Leitner als „Haberl“ zusätzliche Bekanntheit.
Bekannte Werke (Auswahl) Filme:13 Stühle (1938), Hallo Dienstmann (1952), Ober, zahlen! (1957) und Im weißen Rößl (1960). Regie: Er führte Regie bei Filmen wie Der prämierte Leberfleck (1948) und Dort in der Wachau (1957). Gesang: 1942 hatte er einen großen Erfolg mit dem Schlager Liebe kleine Schaffnerin.
Persönliches und Ehrungen Rudolf Carl war zweimal verheiratet (Valerie Hagen, später Henriette Ahlsen). Er verstarb am 15. Jänner 1987 in Graz und liegt auf dem dortigen Zentralfriedhof begraben. Für sein Schaffen erhielt er unter anderem das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1973).
Hinweis: Gelegentlich wird der Name im modernen Kontext mit dem jungen Comedian Carl Josef assoziiert, der jedoch eine eigenständige Persönlichkeit ist.
Die Titel von über 200 Filmen anzuführen, das übersteigt selbst die Fähigkeiten von KI, aber ein weiterer Film hätte es verdient, von KI mit Titel erwähnt zu werden, spielte doch Rudolf Carl mit dem Minetti in „Die Rothschilds – Aktien auf Waterloo“.
Vielleicht läßt KI mit diesem guten Schreiben Rudolf Carl Gerechtigkeit widerfahren, Rudolf Carl, dem so wenig bis gar nicht gedacht wird, von dem so wenig bis gar nicht gesprochen wird, während auch heute noch unentwegt und vermehrt auf Rothschildverwiesen wird, wobei aber, das ist zu sagen,
Es werden, das kann jetzt schon gesagt werden, wenige daran vorbeikommen wollen, den 95. Geburtstag von Thomas Bernhard zu begehen, feierlich zu erinnern, daß Thomas Bernhard am 9. Februar 2026 seinen 95. Geburtstag … Und Thomas Bernhard verdient Elogen zu jedem Geburtstag, ob zu einem runden, ob zu einem unrunden, kein Geburtstag von Thomas Bernhard darf ohne preisende Gedenken vergehen.
Es gibt dafür keinen besseren Monat als den Monat Jänner, schon im Jänner zu feiern, denn am 15. Jänner 1791 wurde Franz Grillparzer geboren, am 21. Jänner 1872 starb Franz Grillparzer, genauer, nicht Franz Grillparzer, sondern an den einst vergebenen Franz-Grillparzer-Preis zu erinnern, von dem die österreichische Wissensbank auch vieles zu berichten weiß …
U. v. a. m. etwa das berichtet, wer mit diesem ausgezeichnet wurde, so viele, daß hier nicht alle aufgezählt werden können, beispielsweise
“ Alles was ist,“ sagt Wittgenstein,“ ist, weil es der Fall ist „. So breitet die Sprache ihr Sprungtuch auf, gegen unseren Sturz ins Bodenlose.
So kann es am 21. Jänner 2026, so hätte es auch schon am 15. Jänner 2026 auf der Website der Fussenegger-Gesellschaft gelesen werden können, es wird wohl ein Zitat der Getrud Fussenegger sein, mit ihr ist zu beginnen, wenn es um den Franz-Grillparzer-Preis und somit auch um Thomas Bernhard geht. Menschgemäß ist es ungenau oder unrein zitiert, tatsächlich beginnt Ludwig Wittgenstein seine Notation in seinem logisch-philosophischen Traktat mit diesen Sätzen:
1 Die Welt ist alles, was der Fall ist. 1.1 Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge. 1.11 Die Welt ist durch die Tatsachen bestimmt und dadurch, dass es alle Tatsachen sind. 1.12 Denn die Gesamtheit der Tatsachen bestimmt, was der Fall ist, und auch, was alles nicht der Fall ist. 1.13 Die Tatsachen im logischen Raum sind die Welt. 1.2 Die Welt zerfällt in Tatsachen. 1.21 Eines kann der Fall sein oder nicht der Fall sein und alles Übrige gleich bleiben. 2 Was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten.
Ungenaues, wie das von der fusseneggerischen Gesellschaft Zitierte, ist nicht zu interpretieren, was immer gedacht wurde, von Gertrud Fussenegger, darf angenommen werden, selbst, es auf diese Weise zu zitieren, ist belanglos, unergiebig. Vom Fall der Gertrud Fussenegger kann erzählt werden, von den Tatsachen aber. Das Copyright der Gertrud-Fussenegger-Gesellschaft weist, kann am 21. Jänner 2026 gelesen werden, als Jahr „2026“ aus, es wurde das Jahr also, kaum war das erste Kalenderblatt 2026 aufgeschlagen, sofort aktualisiert, während die Mitglieder des „Kuratoriums“ … Es kann eine höhere Tatsache sein, daß diesem Kuratorium zur Hege der gläubigen Gertrud Fussenegger ganz im Glaubenssinne des Vorstands Michael Ragg von der Agentur für Christliche Kultur, deren Direktor und Vorsitzender er war, vielleicht noch ist, in Opfenbach, Deutschland, beispielsweise nach wie vor Erhard Busek angehört, der am 13. März 2022 starb.
Nun einmal genug von Gertrud Fussenegger. Sie wird noch einmal zu Wort kommen, in einem Interview, das ein Dramolett genannt werden könnte, in dem sie, Gertrud Fussenegger, sich selbst schrieb, was sie zu sagen hatte: „Jetzt ist er verbrannt, der Strudl.“
Und sie kamen gerne zu ihm, etwa Professor Doktor Heinz Kindermann, etwa Professor Doktor Friedrich Schreyvogel, ergreifen freudig seine Hand, genießen seine Verbeugung, seine Huldigung ist ihnen gewiß eine Ehre, die Bestimmung ihrer Leben war, in der Zuversicht, für eine weitere Generation Verehrte zu bleiben, und für den nun vor ihnen sich verbeugend Ausgezeichneten endgültiges Zeichen seines unaufhaltsamen Aufstiegs in die ehrenreiche österreichische Gesellschaft.
Thomas Bernhard würde über die Verleihung des Grillparzer-Preises an ihn genau einhundert Jahre nach dem Tod von Franz Grillparzer berichten. Ein Bericht ist, so die weithin anerkannte Definition, die genaue Wiedergabe eines Geschehens, wie es sich tatsächlich zugetragen hat. Der „Bericht“ vom Geschehen auf dem Ignaz-Seipel-Platz, wie von Thomas Bernhard niedergeschrieben, ist das, was Menschen in Österreich seit jeher bemühen, wenn sie ihre Rolle in einem Geschehen, die sie im Nachhinein in einem sogenannten schlechten Licht erscheinen lassen könnte, darstellen meinen zu haben, sie schönen für sich, sie schieben ihre Verantwortung auf andere ab, sie verunglimpfen die anderen Beteiligten, für sie sind die Schuldigen immer die anderen, sie machen sich ganz klein, denen die „Knie [zittern]“, von denen „kein Mensch Notiz [nimmt]“ und so weiter und so fort.
Thomas Bernhard hat über diese Verleihung zweimal berichtet, einmal in „Wittgensteins Neffe“ und einmal in „Meine Preise“, daß fortan nur mehr seine Berichte als der wahre Bericht über die Verleihung durchgeht, denn doppelt genäht hält besser; und so ist es auch gekommen, daß alle ihm nachreden und alle ihm nachschreiben, die Verleihung des Grillparzerpreises an ihn sei „Skandal“, „Eklat“ … Menschgemäß nicht alle, jedoch in der breitesten Öffentlichkeit und in der boulevardesken Veröffentlichung ist eben die bernhard’sche Mähr der alleingültige „Bericht“.
So ist doch einmal festzuhalten, was alles an seinen „Berichten“ nicht stimmt, die Widersprüche selbst in seinen „Berichten“, in einer Liste der Falschheit zu punktieren.
1 Kein Geld soll es gegeben haben, bloß eine Urkunde. Selbstverständlich bekam Thomas Bernhard nicht nur eine Urkunde, sondern auch ein Preisgeld, in der Höhe von dreißigtausend Schilling.
2 Thomas Bernhard macht Hunger zum Präsidenten, für ihn muß es halt ein „Präsident“ sein, der ihm etwas übergeben darf. Herbert Hunger war zur Zeit der Verleihung Vizepräsident und Präsident der Akademie der Wissenschaften war Erich Schmid.
Krista Fleischmann spricht in dieser Sendung aus 1994 das vom „Außenseiter“ nach, was Thomas Bernhard selbst von sich sagte, er allen vorsagte, allen vorgab, ihm nachzusprechen, im Interview in der Akademie der Wissenschaften, zweiundzwanzig Jahre zuvor, seine „Parallele“ zu Grillparzer ein „gewisses Außenseitertum“ … Ein „Außenseiter sein Leben lang“ in seinem „Außenseitertum“ nicht allein etwa durch Preise vom österreichischen Staat, von der Akademie der Wissenschaften, von der österreichischen Industriellenvereinigung, von der österreichischen Bundeswirtschaftskammer, vom PEN-Zentrum und so weiter und so fort. Nur jene, die keine Außenseiterinnnen, werden in Österreich ausschließlich in Kellertheatern aufgeführt, nur jene, die keine Außenseiter sind, kommen eventuell in Frage, mit der Direktion des Burgtheaters betraut zu werden, nur über jene, die nicht im Außenseitertum existieren, berichten Medien breitest und zuhauf, nur jene, die nicht im Außenseitervierkanthof leben, haben uneingeschränkten Zugang zur sogenannten gehobenen Schicht, und so weiter und so fort.
4 Wie zieht er doch sowohl in „Meine Preise“ als auch in „Wittgensteins Neffe“ über die Ministerin für Bildung und Wissenschaft her, und wie wichtig ist ihm zugleich doch, zu betonen, für ihn sei ein Platz in der ersten Reihe gleich neben der Ministerin … Jedoch, wie es die Bilder belegen, er sitzt nicht neben der Ministerin, aber in der ersten Reihe.
Ich möge mit meiner Tante nach vorn in die erste Reihe kommen, mein und meiner Tante Platz sei zwischen der Frau Minister und ihm.
5 Wie zieht er doch sowohl in „Meine Preise“ als auch in „Wittgenstein’s Nephew“ über die Ministerin für Bildung und Wissenschaft her, und wie wichtig ist ihm doch zu betonen,
Eventually the gentleman, as is were, pointed out to me that my place was not where I was sitting but next to the minister in the front row and would I be good enough to move to the front row and sit next to the minister. […] Herr Hunger himself should come, I said. I was not to be invited by just anybody but by the President of the Academy of Scines himself. […] Eventually the President of the Academy came to me and I accompanied the President of the Academy to the dais in front and sat down next to the lady minister. At the moment wenn I sat down by the lady minister my friend Paul […]
Aus dem friend Paul in „Wittgenstein’s Nephew“ wird in „Meine Preise“ die „Tante“, und die „Tante“ in „Wittgenstein’s Nephew“ ist vielleicht die „life person“. Jedenfalls hat sie keine tragende Rolle mehr wie in „Meine Preise“, die tragende Rolle in „Wittgenstein’s Nephew“ hat „Paul“, der in „Meine Preise“ vielleicht und gerade noch mitgemeint ist, wenn er von den „Freunden“ schreibt, die seine „Tante“ und er „in der Eingangshalle der Akademie“ trafen.
6 Sein „Hemd“ soll nach seiner Aussage „ganz fein, graublau gestreift“ gewesen sein. Auf den Bildern ist ein Hemd zu sehen, das vielleicht graublau, aber ungestreift; ein Hemd, wie es Firmlingen wohl nach wie vor gekauft wird. Nach seiner Aussage soll er „bis zu diesem Zeitpunkt jahrelang keinen Anzug getragen“ haben, „nur in Hose und Pullover gegangen, vornehmlich in einer grauen Wollhose und in einem knallroten derbgestrickten Schafspullover, den mir ein gut aufgelegter Amerikaner gleich nach dem Krieg geschenkt hat.“ Auf Schwarz-Weiß-Bildern ist menschgemäß nicht zu erkennen, ob er in einem „Reinwollanzug in Anthrazit“, „in that new charcoal-coloured suit“ in die Akademie der Wissenschaften ging, den er sich kurz vor der Verleihung angeschafft haben will, auch nicht zu erkennen ist, ob es vielleicht der Anzug, den er 1970 zur Verleihung des Büchnerpreises, zwei Jahre zuvor also, oder der Anzug, den er 1968 im Gespräch mit Wolfgang Kraus aus Anlaß seiner Lesung, oder der Anzug, den er 1968 in St. Veit an der Glan zur Lesung, oder der Anzug zur Zeitungslektüre im Café oder der Anzug …
7 Es ist halt ein Schimpfen gegen alle, ein Diffamieren von allen, unterschiedslos, und eine Besserwisserei, wie seit jeher, damals in den Branntweinern, heute in den digitalen Branntweinern. Und mit solch einer branntweinerischen Diffamierung und besserwisserischen Schimpferei gegen den Verkäufer beginnt sein Bericht „Meine Preise“:
Die Schwierigkeit, sich in den sogenannten feineren Geschäften gleich verständlich zu machen, ist bekannt, auch wenn der Kunde sofort und auf die präziseste Weise sagt, was er will, wird er zuerst einmal ungläubig angestarrt, bis er seinen Wunsch wiederholt hat. Aber natürlich hat der angesprochene Verkäufer auch dann noch nicht begriffen. So dauerte es auch damals im Sir Anthony länger als notwendig, zu den in Frage kommenden Regalen geführt zu werden. Tatsächlich waren mir die Umstände in diesem Geschäft von meinen Sockeneinkäufen her schon bekannt und ich selbst wußte besser als der Verkäufer, wo ich den gesuchten Anzug zu finden habe.
Wie er gegen den Verkäufer herzieht, so zieht er auch gegen die Ministerin her, von der er berichtet, sie wäre eingeschlafen, sie hätte geschnarcht, und sie hätte gesagt:
Ich stand mit meiner Tante wie vor den Kopf gestoßen und zunehmend ratlos daneben und wir hörten den immer aufgeregteren Wortschwall der an die Tausend. Nach einiger Zeit blickte die Ministerin in die Runde und fragte mit unnachahmlicher Arroganz und Dummheit in der Stimme: ja, wo ist denn der Dichterling? Ich war unmittelbar neben ihr gestanden, aber ich wagte nicht, mich zu erkennen zu geben.
Wozu hätte sie das fragen sollen? Er mußte sich nicht mehr zu erkennen geben, alle im Raum, der nicht „an die Tausend“ faßt, kannten ihn, auch die Ministerin. Spätestens jetzt durch seine Entgegennahme der Urkunde. Er mußte sich nicht mehr zu erkennen geben.
Herr Bernhard bekäme den Preis für sein Theaterstück Ein Fest für Boris, sagte Hunger (das Stück, das ein Jahr vorher vom Burgtheater im Akademietheater sehr schlecht gespielt worden war) und dann breitete er, wie wenn er mich umarmen wollte, seine Arme aus. Das Zeichen, daß ich das Podium zu betreten habe, war da. Ich stand auf und ging auf Hunger zu. Er schüttelte mir die Hand und gab mir eine sogenannte Verleihungsurkunde, deren Geschmacklosigkeit wie die aller anderen Preisurkunden, die ich jemals bekommen habe, unübertrefflich war. Ich hatte nicht die Absicht gehabt, hier auf dem Podium etwas zu sagen, es war auch gar nicht von mir gefordert worden. So sagte ich, um meine Verlegenheit abzuwürgen, nur ein ganz kurzes Danke! und ging wieder in den Saal hinunter und setzte mich. Daraufhin setzte sich auch Herr Hunger und die Philharmoniker spielten ein Stück von Beethoven. Während die Philharmoniker spielten, dachte ich über den ganzen gerade zuende gehenden Festakt nach, dessen Kuriosität und Geschmacklosigkeit und Gedankenlosigkeit mir naturgemäß noch gar nicht zu Bewußtsein kommen hatte können. Kaum hatten die Philharmoniker zu spielen aufgehört, erhob sich die Ministerin […] und sofort auch der Präsident Hunger und beide gingen auf das Podium. Jetzt waren alle im Saale aufgestanden und drängten an das Podium heran, natürlich auf die Ministerin zu und auf den Präsidenten Hunger, der mit der Ministerin redete.
„What’s happened to that would-be poet?“ Ist in „Wittgenstein’s Nephew“ über die Szene mit der Ministerin zu lesen.
When the ceremony was over as many people as possible crowded round the minister and President Hunger on the dais. No one took any more notice of me. As I and my friends had not immediately left the ceremonial hall I was just about in time to hear the lady minister suddenly exclaim: What’s happened to that would-be poet? That was definitely enough for me and I left the Academy of Sciences as quickly as I could. No money and having one’s head pissed on, that surely was intolerable at the moment. I ran out into the street, more or less sweeping my friends along, and at the same time heard Paul saying to me: You let yourself be used! They just pissed on your head! Quite so, I thought, they pissed on your head. They pissed on your head again as they had always pissed on your head.
„What’s happened to that would-be poet? Was für eine zutreffende Frage Thomas Bernhard doch schreibt.
Das ist endgültig genug. Genug von dieser Branntweinergeschichte in doppelter Ausführung, die sogar noch im Jahr 2025, wie oben geschrieben, manchen Menschen ein „Bericht“ sein will. Eines noch, zum Schimpfen, zum Diffamieren, zum Besserwisserischen gehört unweigerlich auch stets das Weinerliche dazu.
So schnell als er nur konnte, berichtet Thomas Bernhard, habe er die Akademie verlassen, sei er aus der Akademie der Wissenschaften gerannt. Schneller nur noch konnte er davor im Festraum, Heinz Kindermann, Friedrich Schreyvogel seinen Diener machen, ein Interview geben, die Mähr von seinem „Außenseitertum“ verbreiten.
Es wäre wohl nicht gänzlich uninteressant, noch herauszufinden, wer damals in der Jury für die Vergabe des Grillparzerpreises saß, wer die Personen waren, die sich für Thomas Bernhard als Grillparzer-Preisträger entschieden.
Zehn Jahre nach seiner Verbeugung vor Heinz Kindermann, Friedrich Schreyvogel ist in „Wittgensteins Neffe“ von seinem Diener vor Paula Wessely zu lesen.
During that drive I was reminded of his behavoir on the so-called first night of my Hunting Party. The play, because the Burg had created all the prerequisites, had been a total flop without parallel because the absolutely third-rate actors acting in it had not for one moment supported my play, as I was later to discover, because for one thing they did not understand it and for another thought very little of it and because in any case they were acting in it only as a stand-in cast, which, as I know was not even their own fault, after the plan of staging the piece with Paula Wessely and Bruno Ganz, for whom, after all, I had written it, had failed. Those two did not in the end act in my Hunting Party because the company of the Burg, as the institution is lovingly and perversely called, had more or less closed ranks to oppose Bruno Ganz’s appearance on the Burgtheater stage, not only, as it were, out of fear for their livelihood but equally out of envy of their livelihood because Bruno Ganz, the greatest actor every produced by Switzerland, had sent the entire Burgtheater company into what I might call deadly artistic panic, that enormous theatrical genius from Switzerland; and what has really become fixed in my mind, to this day, as a deplorable and simultaneously disgusting perversity of Viennese theatrical history and as an ineradicable disgrace for the entire German theatre is the fact that the Burgtheater actors actually strove to prevent an appearance of Bruno Ganz by drafting a written resolution and threatening the management that they would […] At the moment that Bruno Ganz’s appearance had been impossible by the baseness of his Viennese colleagues Paula Wessely, my first and only Madame General, also withdrew from the project […]
Für Rudolf Carl hat Thomas Bernhard, soweit bekannt ist, kein Stück geschrieben, so wie für seine erste und einzige Generalin Paula Wessely, so wie für Bernhard Minetti, dem er u. a. ein Stück mit dem einfallsreichen Titel Minetti schrieb. Dabei hätte sich Rudolf Carl für ein bernhardeskes Stück angeboten, empfohlen, spielten doch Rudolf Carl und Bernhard Minetti gemeinsam in einem Film, vor über fünfundachtzig Jahren.
Auch nicht bekannt ist, ob Thomas Bernhard ein Stück über Jochen Rindt je schreiben wollte, bekannt hingegen ist, daß er ein Stück über Niki Lauda schreiben wollte,
und das ist nachvollziehbar, scheint es doch zwischen ihnen eine gewisse Sprechverwandschaft gegeben zu haben.
Several times in the summer the Wittgensteins who were all motorracing fans, and are to this day, had invited the best racing drivers to their properties by the Traunsee and I myself remember having, at Paul’s invitation, spent some evenings and late into the night at his house on the Traunsee hill with, for instance, Jackie Stewart and Graham Hill, those amusing fellows, and also with Jochen Rindt who shortly afterwards met with a fatal accident at Monza.
Der Titel des gemeinsamen Films von Rudolf Carl und Bernhard Minetti: „Die Rothschilds – Aktien auf Waterloo“. Was für eine Art von Film das ist, darüber gibt die Murnau-Stiftung genügend Auskunft.
Neben JUD SÜß (1940, R: Veit Harlan) und DER EWIGE JUDE (1940, R: Fritz Hippler) ist DIE ROTSCHILDS eines der wichtigsten historischen Dokumente zur Rechtfertigung und Erklärung der Deportation durch die Nazis. Die drei Filme propagieren am explizitesten Hass und Feindseligkeit gegen Juden und wurden gezielt zur Massenbeeinflussung verwandt. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Seit 1966 befinden sich die ehemaligen Verbotsfilme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und werden unter Vorbehalt in öffentlichen Aufführungen zugänglich gemacht. Darunter fallen die Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch und/oder volksverhetzend ist und deshalb auf Beschluss des Stiftungs-Kuratoriums nicht für den allgemeinen Vertrieb freigegeben werden. Diese Vorbehaltsfilme stehen jederzeit in den Räumen der Stiftung selbst für schulische, wissenschaftliche und dokumentarische Zwecke zur Sichtung zur Verfügung. Die vielfältigen und jederzeit möglichen bundesweiten öffentlichen Aufführungen in Kinos, Universitäten, Schulen etc. sind eingebunden in einen einführenden Vortrag und eine anschließende Diskussion.
In den digitalen Branntweinern wird dieser Film dennoch in seiner Gesamtlänge eingeschenkt, zum Beispiel auf der russischen Plattform „Odnoklassniki“ (Одноклассники), die zugehörig zu „VK“. Es überrascht nicht, zu erfahren:
Es überrascht auch nicht der Eintrag zu diesen Film auf „Metapedia“, auf dieser Plattform kann der Film zwar nicht gleich in seiner Gesamtlänge direkt angesehen werden, aber doch die ersten fünfzig Minuten, dieser mehr als die Hälfte des Films ausmachende und direkt in den Eintrag eingebundene Ausschnitt endet mit dem Auftritt von
heutzutage wollen alle ihre eigenen Regie führenden Darstellenden sein, die ununterbrochen Filme drehen, die alle den Titel „Rothschild“ oder —
für sie Beleg ihrer Entwicklung und ihres Fortschritts in der Gegenwart — die alle, so abwechslungsreich oder divers sehen sie sich, den Titel „Soros“ …
Und sie alle wollen Ihres auf einem einzigen von der Vorsehung dafür erwählten von Massen gefüllten Platz applaudiert, bejubelt haben, der von einem Hősök tere bis zum nächsten Hősök tere — Was wäre das ihnen für eine Erfüllung, gäbe es dazu auch wieder einen Dirigenten wie jenen, der für Thomas Bernhard als Ich-Erzähler der bedeutendste Dirigent des Jahrhunderts …
In Hösok tere war Wolfgang Gasser der Schauspieler, der in der Premiere von 1988 das zu sprechen hatte, was Thomas Bernhard reimte und ihm, Thomas Bernhard, garantierte, wieder in aller Munde — 1992 verlas Wolfgang Gasser für Hans Lebert die Rede zur Verleihung des Grillparzer-Preises, da Hans Lebert selbst nicht teilnehmen konnte. Hans Lebert blieb nicht im Allgemeinen, in seiner von Wolfgang Gasser verlesenen Rede wurde er konkret, was eine Dichterin betraf, was die Alfred-Toepfer-Stiftung betraf …
Von 1991 bis 1993 wurde ein von der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. zur Verfügung gestellter Kultur- und Literaturpreis für herausragende Leistungen, vornehmlich auf dem Gebiet des österreichischen Geisteslebens, durch die Universität Wien verliehen.[3] Dieser Preis war sowohl aufgrund der großdeutschen Vergangenheit des Stifters als auch wegen der den Nationalsozialismus verherrlichenden Gedichte der Jurorin Gertrud Fussenegger im Jahr 1991 Anlass für heftige Kritik in Österreich. 1992 konnte der Preisträger Hans Lebert gesundheitsbedingt nicht an der Verleihung teilnehmen, er ließ jedoch den Burgschauspieler Wolfgang Gasser seine Rede verlesen, eine geharnischte Abrechnung mit der großdeutschen Ideologie des Stifters.[4] Der deutsche Botschafter Philipp Jenninger verließ empört den Saal.
In den 90er Jahren wurde also der Grillparzerpreis wieder vergeben, einmal, 1991, auch an Peter Handke, dreimal insgesamt noch. Aus einem langen Interview, das Christian Michelides mit Gertrud Fussenegger führte, veröffentlicht am 23. Oktober 1993, soll das die Rede von Hans Lebert Betreffende hier nur zitiert werden, weil, als ob sie in bezug auf Beschimpfen Hans Lebert mit Thomas Bernhard verwechselte, und auch, weil der Name Kindermann fällt.
Es kann wohl keinen schöneren Schluß geben, als mit dem Material für ein Dramolett zu enden, das die Hauptfigur selbst lieferte …
Am 26.Oktober soll die 81jährige österreichische Schriftstellerin Gertrud Fussenegger mit dem Jean-Paul-Preis 1993 des Freistaates Bayern für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet werden. Diese Entscheidung wird von verschiedenen Seiten heftig kritisiert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland protestierte beim bayrischen Kultusministerium gegen die Ehrung einer Autorin, die antisemitische Texte und schwärmerische Gedichte im „Völkischen Beobachter“ und anderen NS-Publikationen veröffentlicht hatte. Gertrud Fussenegger, so die Antwort aus München, habe ihre damalige „Verblendung heftig beklagt“. Im folgenden gibt Frau Fussenegger Auskunft über das Maß ihrer Verblendung und die Heftigkeit ihres Beklagens.
Gertrud Fussenegger: Ich weiß ja gar nicht, ob ich überhaupt noch interessant bin – für Sie. Ich bin ja aus der Grillparzer-Preis-Jury zurückgetreten – erstens weil der Rücktritt von Senator Toepfer angekündigt war und zweitens weil ich ziemlich schlecht höre, wissen Sie?
Christian Michelides:Das war aber nach der Entscheidung für Hans Lebert?
Ja. Am Schluß der Sitzung hab ich das bekanntgegeben.
Was war denn Ihr Vorschlag für den Grillparzer-Preis 1992?
Ich hab gesagt: Es hat sich in der Szene der österreichischen Literatur nicht so viel geändert, daß ich einen anderen Vorschlag machen würde als 1991. Ich schlage wieder Franz Rieger vor, mit „Schattenschweigen“. Und Alois Brandstetter. Aber da hab ich schon gewußt: Die anderen sind gegen Brandstetter auf jeden Fall.
Ja, da habe ich auch wieder nur die Hälfte verstanden… Lassen Sie mich nicht vergessen: Ich hab noch was im Rohr. Da muß ich später hingehen, sonst ist er verbrannt, der Strudl. Ich hab ja heute noch so viele Gäste.
Was haben Sie empfunden, als Wolfgang Gasser die Lebert-Rede gelesen hat und Sie plötzlich zitiert wurden? Es heißt da: „Ich habe viele bittere Tage erlebt, jedoch der bitterste war derjenige im März 1938, als es hieß, Österreich habe aufgehört zu existieren. Und damals habe ich mir versprochen, nichts – auch nicht das Geringste – für das sogenannte Dritte Reich und dessen gewalttätiges Regime zu tun. Andere österreichische Autoren (und ich zitiere jetzt nur solche, die von der Stiftung ebenfalls ausgezeichnet wurden) haben dieses haarsträubende Ereignis völlig anders empfunden, zum Beispiel so: ,Gewaltiger Mann, / wie können wir Dir danken! / Wenn wir von nun an eins sind, / ohne Wanken.‘ Oder so: ,Betend wallt ihm entgegen / freudeweinendes Volk, / sich selbst als Gabe zu bringen, / gewillt zu größtem Bekenntnis.‘“2
Ja, ja. Das habe ich gehört. Zuerst hatte ich irgendwie den Impuls, hinaufzugehen [auf die Kanzel, d. Red.] und zu sagen: Ja, ich bin da zitiert worden. Aber eigentlich ist dieser Text – so hab ich ihn damals geschrieben, so hab ich ihn empfunden – ein Liebesgedicht an Österreich.
Das würde ich eher nicht sagen.
Das würde ich aber schon sagen.
Das ist ziemlich starker Tobak.
Natürlich ist das heute alles lächerliche Sprache. Aber glauben Sie mir’s: Wir wollten ja lieben, dieses Österreich, dieses Heimatland! Leider war das ja so: „freudeweinendes Volk“. Ich hab da nichts hinzuzufügen, außer das ich’s nicht schlecht gemeint hab. Ich hab mir nie vorgestellt, daß das Glück des eigenen Volkes im Unglück anderer Völker besteht, oder gar in der Ausrottung anderer Völker.
„Gewillt zu größtem Bekenntnis“ ist aber in meinen Augen eine Aufforderung zum Krieg.
Nein, nein. Da ist der Krieg noch nicht – bitte – eingeschlossen. Wirklich. Also gut, wir waren einerseits national erzogen, andererseits hatten wir das Bürgerliche auch schon satt. Mein Vater hat immer wieder darauf hingewiesen, wie miserabel das arme Volk behandelt wird und wurde. Kurz und gut: Wir waren national und sozial gesinnt. Nun kam also das Dollfuß- Regime und hat außenpolitisch mit allen anderen zusammengespielt, nur nicht mit Deutschland. Und man hat ja damals den Charakter von Hitler noch nicht durchschauen können. Freilich kann man sagen: Hitlers „Mein Kampf“ lag vor. Ich habe dieses Buch leider nie ganz gelesen, immer nur Ausschnitte. Es hat mich irgendwo nicht so interessiert. Und außerdem war man der Meinung: Naja, das hat er damals geschrieben – in der Haft. Sie wissen ja, in der Jugend… Naja, so jung war er ja auch nicht mehr. Aber man kann ja auch in zehn Jahren etwas zulernen…
Faktum ist, daß schon 1933 wesentliche Teile der Intelligenz in die Emigration oder in den Selbstmord getrieben wurden. Faktum ist, daß fast alle Juden durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums – schon im April 1933 – entlassen wurden. Faktum ist, daß schon im Mai 1933 Bücher brannten. Daß dieses Regime nicht von Pappe ist, hätte man spätestens nach dem sogenannten SA-Putsch sehen müssen, als Röhm und Genossen erschossen wurden…
Das war schändlich, das muß ich sagen. Und das hat uns auch sehr, sehr abgestoßen – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite hat man sich wieder damit getröstet, daß es geheißen hat, das waren so extreme Leute, und von denen wollte Hitler loskommen. Gut, wenn ich mit dem Nationalsozialismus auch sympathisiert habe, die Aggressivität werden Sie in allen diesen Texten vermissen… Nicht?
„Böhmische Verzauberungen“?
Ja, ja, gut, gut. Darüber werden wir noch sprechen. Aber in diesen Gedichttexten…
In Ihrer Autobiographie „Spiegelbild mit Feuersäule“, erschienen 1979, kommt die „Stimme der Ostmark“ kein einziges Mal vor.
Da hab ich über vieles nicht geschrieben. Sonst wäre ja das Buch 1.500 Seiten dick geworden.
Heinz Kindermann hat das Gedicht für alle Lehrbücher des deutschen Volkes empfohlen.
Naja, das ist des Kindermanns Sache.
Dieses Gedicht ist auch im „Völkischen Beobachter“ erschienen.
Jaja, das ist schon möglich.
Sie haben oft für die Kulturseite des „Völkischen Beobachters“ geschrieben.
Ja, ich hab dann und wann was geschrieben. Zum Beispiel meine erste Buchbesprechung überhaupt. Es mag schon sein, daß das Gedicht im Völkischen war. Das hab ich gar nicht mehr gewußt. Es war im Völkischen Beobachter noch ein anderes Gedicht, das sich auch bezogen hat auf den Anschluß. Von dem wissen Sie vielleicht gar nichts.
Tut es Ihnen heute leid, daß Sie die „Stimme der Ostmark“ geschrieben haben?
Es tut mir leid, daß ich mich an der Nase herumführen lassen und viele gute Gedanken verschwendet hab auf eine Sache, die dann ein Greuel war, sich dann als Greuel entpuppt hat. Das wissen wir heute, das haben wir 1945 erfahren, erschüttert erfahren, wie wir die Bilder aus den KZs gesehen haben. Das war ein furchtbarer Lernprozeß für uns, denn da erst haben wir richtig begriffen. Es waren vorher so Gerüchte, aber denen mußte man ja nicht glauben.
Und das soll wirklich nicht erkennbar gewesen sein?
Es war so ambivalent. Ich sag Ihnen ehrlich: Ich war eine junge Frau, die heiraten wollte, Kinder haben wollte. Und da hat man eben gehofft, daß die Sache gut geht, daß wieder Hoffnung ist, auf, ja, auch aufs Leben…
Auf Kosten von anderen?
Auf Kosten von anderen hat man damals noch nicht gedacht.
Aber das war doch erkennbar?
Ja, das sagen Sie… so schlau… nachher.
Nein, wenn ich mir die Slogans ansehe, vom Wiener Gemeinderatswahlkampf 1932: „500.000 Arbeitslose, 400.000 Juden. Ausweg sehr einfach! Wählt Nationalsozialisten.“ Kennen Sie den?
Nein nein, den hab ich nicht gekannt. Erstens war ich in Tirol damals. Und dann hab ich den Antisemitismus für so etwas gehalten, wie man heute hinnimmt, daß im Raum der Freiheit halt eben auch die Pornographie einen Platz hat. Etwas, was ich nicht bejahe und was mir grundzuwider ist.
Ich nehme Ihnen die Distanz zum Antisemitismus nicht ab. Wir haben hier die „Böhmischen Verzauberungen“, Erstdruck im „Inneren Reich“.
Naja, man hat gedacht, das ist halt der Streicher, der Streicher.3 Und eine gewisse Kritik hatte man natürlich auch an …an Juden – oder sagen wir… an dem großen Einfluß…
„Derlei Unfug ist… längst verschwunden.“
Jajajaja.
Das sind die Juden? Das sind die Juden!
Nein, das war das Kind, das war das Kind im Arm der Mutter – bei fegendem Märzwind…
Der Unfug war nicht …war nicht das ganze Ghetto?
Das war in der „Corona“, ein Büffet. Da gab es sehr gutes Essen. Und draußen sind die Leute gestanden, haben sich wirklich die Nasen plattgedrückt. Die Leute haben gelauert darauf, hineinzustürzen und sich an den Resten derer zu ergötzen. Also das war mir schon zuwider. Aber ganz zuwider war mir die Bettelei auf der Straße. Das hat mir ins Herz geschnitten. Die Bettler und diese… diese… also diese bettelnden Frauen mit den Kindern im Arm waren verschwunden.
Wo waren sie hin… waren sie im KZ?
Das… das…
Oder waren sie in Sozialwohnungen?
Das weiß ich nicht! Das weiß ich nicht! Die Leute hatten Arbeit. Arbeit haben sie bekommen.
Manche auch Zwangsarbeit.
Ja, auch Zwangsarbeit. Es waren auch viele dienstverpflichtet.
Arbeitsdienst, BDM, Hitler-Jugend usw.
In Budweis wohnt noch eine Frau Mlasow, Wlasta Mlasow. Die war bei uns im Haushalt, eine Tschechin, die schreibt mir heute noch und hat mir gesagt: Das waren die schönsten Jahre ihres Lebens – die scheensten –, wie sie bei uns war, beim Herrn Oberst und bei Fräulein Irmi und mir auch. Heuer hat sie mir wieder zu Weihnachten eine Karte geschrieben.
Keine Verachtung der Tschechen?
Doch, doch, doch. Die war altösterreichisch, die Verachtung der Tschechen.
Ich habe eine recht große Toleranzspanne. Aber dieser Text, diese Beschreibung des jüdischen Friedhofs…
Aber das ist ja auch wirklich ein schrecklicher Platz. Wir hatten damals Angst, meine Freundin und ich. Und die Juden hatten vor uns Angst, und wir hatten vor ihnen Angst.
Aber der Unterschied ist, daß Sie überlebt haben…
Tut mir leid.
Das mach ich Ihnen nicht zum Vorwurf. Aber sehr viele Juden haben nicht…
Der Friedhofsbesuch war 1941, die Wannsee-Konferenz war 1942.
Der Text ist erschienen 1943.
Der war fertig 1942, ist aber verbrannt in Leipzig.
Wurde dann aber noch 1944 gedruckt – als Buch.
Nein, 1943 ist er verbrannt.
Dieser Text ist 1943 im „Inneren Reich“ erschienen4 und 1944 als Buch, als „Böhmische Verzauberungen“. Wo haben Sie denn so spät noch Papier bekommen?
Das weiß ich nicht. Das war der Diederichs-Verlag. Vielleicht…
1979 wurde Ihnen der Mozart- Preis zugesprochen, für Ihr Gesamtwerk. Hat Sie das nicht irritiert?
Das ist wohl im allgemeinen für das Gesamtwerk…
Daß eine deutsche Stiftung die „Stimme der Ostmark“ auszeichnet, noch im Jahr 1979…
Horchen Sie mal: Ich hab doch mehr geschrieben als diese paar Texte… Ich hab mich ja für keine Lyrikerin gehalten. Das ist so ein Nebenstrang.
Man hat es nicht einmal der Mühe wert gefunden, irgendeine diplomatische Formulierung zu finden: Für Ihr reiches Schaffen nach 1945 zum Beispiel.
Ja, das hätte ja können den Laudatoren einfallen, aber doch nicht mir!
Ihnen ist das nicht aufgefallen?
Nein, nein.
Das stört Sie auch nicht?
Nein, weil mein Gesamtwerk…
Da denk ich doch an meine Bücher. Nicht?
Aber immerhin sind auch die „Böhmischen Verzauberungen“ ein Buch… Was war der eigentliche Grund, daß Sie 1983 den Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung abgelehnt haben?
Weil der Herr Ziesel5 mir unsympathisch ist. Nicht wegen dem Adenauer vielleicht oder wegen der Stiftung.
Ich habe mir gedacht, daß auch ein bißchen Angst vor erneuter Kritik wegen der Vergangenheit da mit im Spiel war, weil der Mozart-Preis ja doch…
Naja, das hat vielleicht auch eine Rolle gespielt. Aber der Ziesel hat mich nicht gefreut, nein. Schauen Sie: Das Bundesverdienstkreuz hab ich gerne genommen – von der Bundesrepublik.
Den Johann-Peter-Hebbel- Preis des Landes Baden-Württemberg haben Sie auch genommen, 1969.
Ich weiß nicht, ob Sie bekannt sind mit den Vorbedingungen für den Hebbel-Preis. Es muß ein Autor sein, der rund um den Bodensee entweder geboren ist oder familiäre Beziehungen hin hat…
…und es ist eine faschistische Gründung!
Nein, das weiß ich überhaupt nicht.
Ist unter den Nazis gegründet worden.
Von wem?
Von irgendeinem Gauleiter…
Tut mir leid. Die Autobahn wurde auch von Hitler gebaut…
Alfred Toepfer hat gemeinsam mit Goebbels‘ Reichsschrifttumskammer zehn Kulturpreise gegründet. Nach 1945 hat er fünf dieser zehn Preise einfach weitergeführt, als wäre nichts geschehen – darunter auch den Mozart- und den Herder-Preis.
Er hat’s gebüßt.
…und 46 Jahre lang hat sich niemand darüber aufgeregt.
Lieber Herr Michelides, es ist so traurig gewesen, so zum Weinen, wie dieser alte Mann da aufsteht… nachdem er vom Preisträger beschimpft worden ist. Ich würde einen Preis nicht annehmen, wenn ich den Preisstifter dann in meiner Rede beschimpfen will…
Hans Lebert hat ihn nicht beschimpft!
Naja.
Es war keine Beschimpfung. Er hat ihm die Meinung gesagt…
Also gut. Ich muß eben diese Rede lesen, die ich nicht ganz verstanden habe – aber so viel hab ich von ihr verstanden, daß sie nicht gerade übermäßig freundlich in diese Richtung gesprochen war.
Ich will Ihnen doch die Sitzordnung bei der Lebert-Verleihung in Erinnerung rufen: In der ersten, Reihe ganz in der Mitte, auf der rechten Seite naturgemäß, sitzt der deutsche Botschafter, Philipp Jenninger, der vor wenigen Jahren als deutscher Bundestagspräsident zurücktreten mußte, wegen einer Rede, die als antisemitisch eingestuft wurde. In der zweiten Reihe, direkt hinter dem Botschafter Deutschlands, sitzen Sie, die „Stimme der Ostmark“. In der dritten Reihe, direkt hinter Ihnen, sitzt Sepp Domandl…
Jössasna. Jetzt hab ich ganz darauf vergessen…
…der Gauschulwart von Niederdonau…
Mein Strudl! (eilt in die Küche)
…und der ganze Saal ist gespickt mit lauter alten Nazis, und der Rektor tut so, als wüßte er von nichts.
Jetzt ist er verbrannt, der Strudl. (aus der Küche:) Sie müssen wissen, Herr Michelides: Also ich bin…
Nachher waren sie alle…
…und ich war immer schlecht informiert!
…waren sie alle immer die Unschuld.
Naja. (Es läutet.) Das werden sicher meine Weilheimer Freunde sein.
Wer der Rede von einem alten, alten, sehr alten Mann an diesem heutigen Tag, 21. Jänner 2026, zuhört, wird bald schon abschweifen … vielleicht zum Roman von Thomas Mann, dessen Schauplatz ein Sanatorium in Davos …
Abschweifen zur Frage, welcher Ort in Davos inspiriert diesen alten, alten, sehr alten Mann zu seinem alten, alten, sehr alten Geschwefel, das morgen vielleicht wieder eines sein wird, wie es ein Geschwefel vorgestern immer schon war.
Vielleicht ist es ein Sanatorium in Davos, in dem der alte, alte, sehr alte Mann losgelöst von allem, so recht losgelassen, sich dazu bringt, wie noch nie zu schwefeln und zu schwefeln, ohne Einspruch zu fürchten, ohne gestoppt zu werden; denn, wem nicht zugehört wird, ist ohne Einspruch und ohne Widerspruch, wird im Geschwefelfluß nicht gestoppt, wird aus diesem nicht herausgezogen, aus dem selbst gewählten Hineinfallen in den Geschwefelstrom. Das ist die Freiheit der Sanatorien. Vielleicht ist es in Davos nicht ein Sanatorium, sondern eine Branntweinschenke, denn, auch bei einem Branntweiner gibt es die Freiheit des uneingeschränkten Geschwefels, die vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber dem, wer was wie schwefelt, das von allen absolute Überhören des Geschwefels, die mit ihm, so könnte der alte, alte, sehr alte Mann meinen, in einer spirit bar hocken, und auch wie er selbst im Geschwefel versunken.
Bald jedoch wird der Frage nach dem Geschwefelschauplatz keine Bedeutung mehr zugemessen, denn es kommt zur Erkenntnis, die Orte haben keinen Einfluß darauf, was dieser alte, alte, sehr alte Mann von sich gibt, gleich, auf welchen Platz er gestellt ist, es ist stets nur Geschwefel, zu dem er fähig ist, als ob bei ihm je von Fähigkeiten zu sprechen ist.
Vieles fällt während der Rede, der nicht zuzuhören ist, die zum Abschweifen herausfordert, noch ein, etwa das, ob künftige englische Übersetzungen des Romans nicht mehr mit „The magic Mountain“ getitelt werden, darin einer gewissen Aktualisierung verpflichtet, jetzt, nach dem Auftritt einer solchen Figur in Davos, sondern mit: „Weird Mountain“ … Und auch, ob diesem alten, alten, sehr alten Mann ein sanatorium oder eine brandy hut Heimstatt … Und — so verquer, komisch, verschroben oder gespenstisch es sich anhören mag — auch das, ob dieser alte, alte, sehr alte Mann selbst a sanatorium ora spirit waterhole …
Und dann ist es auch schon wieder vorbei, mit der Rede, von der ein paar Wortfetzen bereits zu Beginn reichten, um sich von dieser zu beurlauben, abzuschweifen, ihr nicht zuzuhören, und manch weiterer Wortfetzen, der in der langen, langen, überlangen Stunde des Geschwefels doch aufgeschnappt, bestätigt bloß immer das eine, das Zuhören lohnt nicht, das Abschweifen ist gerechtfertigt.
Das wird bleiben, wenn es überhaupt bleiben wird können, von diesem 21. Jänner 2026, die Erinnerung an die Bemühung, einer Rede wirklich zugehört haben zu wollen, jedoch, als der alte, alte, sehr alte Mann mit dem Öffnen und Schließen seines Mundes zum Lautausstoß kaum begann, so war es auch schon wieder vorbei mit dem Zuhören, und wenn dieser alte, alte, sehr alte Mann je zu etwas fähig war, dann dazu, einzuladen zum Weghören und zum Abschweifen, das die Gesundheit zwar nicht förderte, zumindest aber nicht gefährdete.
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