Es geht um Toleranz, mit der Balthasar Hubmaier mit einer Gedenktafel geehrt wurde, die am 10. Juni 2003 feierlich auf diesem Platz enthüllt wurde, auf diesem Platz der Feiern seit einhundert Jahren …
Und was der Evangelischen Kirche von Balthasar Hubmaier erzählenswert ist, ist ihr auch teilenswert:
Gedenktafel für Hubmaier in Wien enthüllt
Keine Toleranz und Religionsfreiheit vor 475 Jahren
Keine Toleranz und Religionsfreiheit vor 475 Jahren
Wien, 11. Juni 2003 (epd Ö) Eine Gedenktafel für den Täufer Balthasar Hubmaier am Stubentor in Wien hat der Bezirksvorsteher für Wien Innere Stadt, Kommerzialrat Franz H. Drundwalt, vor zahlreichen Vertretern der Religionsgemeinschaften am 10. Juni enthüllt.
Anlass für den Festakt war der 475. Todestag Hubmaiers und das 50-jährige Bestehen der Baptistengemeinden in Österreich. Eingeladen hatte der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und der Bund der Baptistengemeinden in Österreich.
„Es ist klare Aufgabe der Kirche, Friedensmacher zu sein“, sagte Dr. Denton Lotz, Generalsekretär der Baptist World Alliance. Dies sei häufig in der Geschichte nicht so gewesen: „Die, die den Himmel von oben bringen wollen, haben oft die Hölle von unten gebracht.“ Unselig sei die Verquickung von Staat und Kirche, denn dann werden „immer Minderheiten unterdrückt.“ Daher seien die Baptisten stets dafür eingetreten, Staat und Kirche strikt zu trennen. Die Kirchen müssen allerdings „immer das Recht haben, dem Staat zu sagen: Was ihr tut, ist falsch“. In diesem prophetischen Amt zeige sich die Religionsfreiheit.
„Es ist die Verpflichtung des Staates, der religiösen Dimension Raum zu geben“ sagte Ministerialrat Dr. Werner Jisa. Der Leiter des Kultusamtes im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur weiter: „Der Staat ist die neutrale Instanz, in die die Religiosität in all ihrer Pluralität hereingenommen ist.“ Im institutionellen Bereich gebe es eine klare Unterscheidung und Trennung, „und das ist gut so.“ Als es in Österreich eine „Verquickung von Staat und Kirche gab, war dies zum Wohl der Menschen gedacht, wurde aber zu ihrem Nachteil.“
„Diese Tafel soll erinnern an eine schmerzliche Zeit, als andere Konfessionen als die katholische verfolgt wurden“ sagte Mag. Werner Horn, Superintendent von Wien, bei der Enthüllung der Tafel zum Gedenken an Dr. Balthasar Hubmaier am Stubentor. Heute werde die Religion und die Meinung des anderen respektiert, diese Tafel solle dabei helfen, auch zukünftig „in einem Land und in einer Gesellschaft zunehmender Toleranz zu leben.“
Hubmaier: Kein Recht für die Obrigkeit, über den Glauben zu urteilen
Balthasar Hubmaier wurde etwa 1485 in Friedberg bei Augsburg geboren, hingerichtet worden ist er am 10. März 1528 in Wien. Hubmaier hat Theologie und Philosophie studiert und führte 1524 in Waldshut die Reformation ein: Der Gottesdienst wurde verdeutscht, die Bilder und Statuen wurden beseitigt, die Fastengebote und der Zölibat wurden abgeschafft, er selbst heiratete 1525.
Da er von der österreichischen Regierung verfolgt wurde, wich er nach Schaffhausen aus. Hier schrieb er 1524 sein Hauptwerk „Von Ketzern und ihren Verbrennern“, in dem er sich gegenüber dem Vorwurf der Ketzerei rechtfertigt. Er spricht der Obrigkeit das Recht ab, über den Glauben zu urteilen.
Im Herbst 1524 schloss sich Hubmaier in Zürich den Täufern an und setzte sich für die Erwachsenentaufe ein. Unter der Beschuldigung, an dem Bauernkrieg in Waldshut beteiligt gewesen zu sein, wurde Hubmaier schließlich 1527 an die Habsburger ausgeliefert und auf der Burg Kreuzenstein inhaftiert. Als er den Widerruf verweigerte, wurde er vor ein Ketzergericht gestellt und zum Tode verurteilt.
Wenn es nicht derart intolerant anmuten würde, würde beinahe vorgeschlagen werden wollen, den nach dem müllnerischen Bürgermeister benannten Platz auf Platz der Toleranz umzubennen, werden doch an diesem Ort seit jeher so viele Zeichen der Toleranz —
Und wer weiß, wer für die Meinungsfreiheit nicht nur, sondern ein unglaubliches Glück ist, so wie es Norbert Bolz weiß, kann nur und muß rechtens zu den Iniatiorinnen der „Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit“ gehören, kann sich nicht einfach damit begnügen,
Nicht nur Norbert Bolz, Sucharit Bahkdi gehören zu den Iniatorinnen und Erstunterzeichnerinnen der Berliner Erklärung, sondern so viele weitere, die, einfach wie kurz gesagt, zu den Hellsten gehören, die zur Zeit der Meinungsfreiheit Ritterinnen …
In Ehrfurcht dürfen all die Namen auf der Website am 14. April 2026 gelesen werden, und dies wird als Auftrag verstanden, die Namen der Ritterlichen weiterzutragen, ihre Namen ins Land zu rufen, die, um es mit einem Wort des Glücksbringers zu sagen, von der Providence,
Initiatoren der Berliner Erklärung: Dr. phil. Michael Andrick, Philosoph und Publizist; Prof. Dr. Norbert Bolz, emeritierter Professor für Medienwissenschaft, Kommentator, Publizist; Dr. Carsten Brennecke, Rechtsanwalt für Presse-, Wettbewerbs- und Äußerungsrecht; Prof. Dr. Heike Egner, Humangeographin und Publizistin; Prof. Dr. Michael Esfeld, Ordentlicher Professor für Wissenschaftsphilosophie; Prof. Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin und Publizistin; Prof. Dr. Ralf Höcker, Rechtsanwalt und Autor; Alexander Horn, Unternehmensberater und Publizist; Dr. med. Gunter Frank, Arzt und Autor; Kay Ray, Kabarettist; Fabian Nicolay, Kommunikations-Designer und Publizist; Prof. Dr. Marcel Niggli, Ordentlicher Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie; Prof. Dr. Werner J. Patzelt, emeritierter Professor für Politikwissenschaft; Jan Ristau, Fachanwalt für Steuerrecht, Steuerberater und Publizist; Prof. Dr. Günter Roth, Professor für Sozialmanagement im Ruhestand; Andrea Seaman, Geschäftsführer Bündnis Redefreiheit; Prof. Dr. Henrieke Stahl, Professorin für Slawistik und Publizistin; Prof. Dr. Anke Uhlenwinkel, Professorin für Didaktik der Geographie und Wirtschaftskunde; Dr. iur. habil. Ulrich Vosgerau, Rechtsanwalt und Publizist; Achim Winter, Moderator und Satiriker; Dr. phil. Christian J. Zeller, Soziologe und Publizist
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V.; Christa Ehrhardt-Foitzik, Rechtsanwältin; Georg Etscheit, Autor und Journalist; Dr. Bernd Fischer, Physiker, Publizist und Vorsitzender der Stiftung Meinung & Freiheit; Michael Fischer, im Vorstand der Initiative „1bis19 – Für Grundrechte und Rechtsstaat“ ; Lisa Fitz, Kabarettistin, Schauspielerin, Autorin; Prof. Dr. Egon Flaig, emeritierter Professor für Alte Geschichte; Prof. Dr. Lothar Fritze, Philosoph und Politikwissenschaftler; Jürgen Fliege, Pfarrer emeritus; Dr. med. Johann Frahm, Internist; Dr. Kai Funkschmidt, wissenschaftlicher Referent; Holger Garbrecht, ehemaliger Geschäftsführer multinationaler Technologieunternehmen; Carlos A. Gebauer, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht und Publizist; Prof. Dr. phil. Frank Göttmann, Universitätsprofessor i. 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Henrik Ullrich, Facharzt für Radiologie; Raymond Unger, Schriftsteller und bildender Künstler; Prof. Dr. Tobias Unruh, Experimentalphysiker; Thomas Wagner, Staatsanwalt, Vorstandsmitglied des Netzwerks Kritische Richter und Staatsanwälte; Prof. Dr. Dr. Harald Walach, klinischer Psychologe und Wissenschaftshistoriker; Britta Werthmann, Fachanwältin für Familienrecht und Steuerrecht; Holger Willanzheimer, Rechtsanwalt, Oberstaatsanwalt a. D.; Prof. Dr. Martin Winkler, Professor für Chemie; Flavio von Witzleben, Moderator, Journalist, Youtuber; Manfred Zwick, Jurist; Kolja Zydatiss, Autor und Journalist
also nach dem recht alten deutschen Wort, von der Vorsehung den Menschen zum Meinungsheile gesandt, oh, wie sehr verdienten sie mehr als die hier prosaische Nennung, ihnen eine goldene Tafel inmitten von Berlin zu errichten, das wäre noch die geringste der Pflichtschuldigkeit gegen sie … Den Rittern der Komitees von dem „Bündnis Rede Freiheit“ aber, die den Wert der absoluten männlichen Mehrheit noch zu bedienen wissen, sind mehr als Tafeln zu widmen, ihnen sind übergroße diamantene Büsten …
Mehr noch als Vorstand und Geschäftsführung, mehr noch als die Mitglieder der Kern-Komitees, der Medien-Komitees, der akademischen und der künstlerischen Komitees in Deutschland und in der Schweiz des Bündnisses der Rede vonwegen Freiheit weiß der Glücksbringer die Meinungsfreiheit zu gewähren, weiß dieser Auserwählte, wie Meinungsvielfalt einzig zu garantieren ist, einfach wie kurz gesag: just under a single leader.
“[T]he indispensable duty of all men to adore the superintending providence of Almighty God.”
The Bible teaches: “In all circumstances give thanks.” As such, it is fitting that we mark this special year as a unique occasion to celebrate our proud history, reflect on our abundant blessings, pray for our country and our people, and rededicate ourselves as one Nation under God.
In honor of the occasion, Trump announced at the breakfast that he will hold an event, titled “Rededicate 250” on the National Mall in Washington, D.C., on May 17 “to rededicate America as one nation under God.”
The president brought up his executive order related to the Johnson Amendment, which eased restrictions on pastors commenting on political issues. He also noted he expanded the Mexico City Policy to prevent taxpayer funds for international organizations that support abortion and “radical gender ideology.”
Trump also touted his executive actions “to slash federal funding for any public school that pushes transgender insanity” on children and “stopped the mutilation of children” with policies that restrict hospitals from offering drugs and surgeries to minors to make them appear like the opposite sex. He also said, “We got men out of women’s sports.”
“We’re still fighting it, but, you know, transgender for everybody – they want transgender for everybody,” he said. “We stopped it.”
Southern Cross. The Roman Catholic Diocese of Savannah. February 05, 2026.
May 17, 2026. Day of yet another consecration. O golden day again. This will have been another golden day …
und das bereits scheinbar seit ein, zwei oder drei Wochen, wie es am 12. April 2026 in einer Buchhandlung unerwartet zu sehen war, und das entgegen der Ankündigung von Peter Sloterdijk für sein Buch „Der Fürst und seine Erben/Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute“ höchstselbst: „Veröffentlichungsdatum 20. April 2026“ —
Es gibt die Ansicht, ein Buch, dessen erster Satz nicht ansprechend ist, ist ein Buch, das nicht zu kaufen ist.
Es kann nicht gesagt werden, wie ansprechend des Fürsten erster Satz ist, denn es wurde, in der Buchhandlung, einzig nur die Seite mit den Vorsprüchen aufgeschlagen, und: Norbert Bolz in die Gesellschaft von Vergil, William Shakespeare, Jacob Burckhardt, Victor Hugo, Friedrich Nietzsche gehoben —
Es gibt nach Gedichten Lieder, die scheinen für allerlei Gelegenheiten geeignet, attraktiv für offenbar unterschiedliche, gar entgegengesetzte Gesinnungen zu sein, so auch
Die Anfangszeilen „Wenn alle untreu werden“ sind heute wahrscheinlich bekannter als der Text des Gedichts. Zu dessen Wirkungsgeschichte, an der die Verbindung mit einer geläufigen Melodie Anteil hat, nur so viel, dass es, mit scheinbar kleinen Eingriffen in den Text – vor allem der Ersatz der 1. P. Sg. durch die 1. P. Pl., der freilich viel ändert, aus dem individuellen Bekenntnis eines Ich einen Appell an eine Gruppe macht –, gegen Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Österreich ein Kampflied der radikalten Deutschnationalen geworden ist, zumal im akademischen Milieu, mindestens zwei damals entstandende deutsch-völkische Studenverbindungen haben es zu ihrem ‚Bundeslied‘ gemacht.23Das hat Theodor Herzl 1896 nicht daran gehindert, es seinen Anhängern als Lied der jüdischen Nation zu empfehlen.24 Einige Jahrzehnte später ist es dann mit einer weiteren Änderung auf welchen Wegen immer zum Lied der SS geworden.
23. Die 1892 gegründete schönerianische Burschenschaft Germania an der Universität Innsbruck und die 1906 entstandene Fachschaft Rugia an der Höheren Fachschule für Gartenbau in Eisgrub in Mähren (jetzt in Wien).
24. Jacques Kornberg, Theodor Herzl: From Assimilation to Zionism, Bloomington, Indiana University Press 1933, S. 52. (= Jewish Literature and Culture).
„Sind Könige je zusammen gekommen, So hat man immer nur Unheil vernommen“. Politische Gedichte über den Wiener Kongress. Sigurd Paul Scheichl. Universität Innsbruck. Austriaca: Cahiers universitaires d’information sur l’Autriche Année 2014 79 pp. 81-98. Gelesen am 13. April 2026.
wurde in einer Nacht desselben Jahres ebenfalls „Wenn alle untreu werden“ gesungen, von Menschen, die nicht des Österreichers Vernichtungskommando …
Thomas Lackmann: Was bedeutet Treue für Sie? Sie schildern in Ihren „Erfahrungen und Erinnerungen“ eine Szene in der Berliner Hasenheide…
Arnold Paucker: Die Nacht zum 1. Mai 1933. Ich war bei den Deutsch-Republikanischen Pfadfindern. Wir verbrannten unsere Fahnen, damit sie nicht den Nazis in die Hände fallen, und sangen ein Lied aus den Befreiungskriegen: „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu, dass immer noch auf Erden für euch ein Fähnlein sei.“
Tagespost. Kultur: Unter der Dusche? Die Internationale. Leben im Widerstand: ein Gespräch zum 85. Geburtstag des Historikers Arnold Paucker. Stand: 06.01.2006. Gelesen am 13. April 2026.
Was für eine Aufregung das wieder einmal war, nach dem kameradschaftlichen Begräbnis auf dem Hernalser Friedhof im September 2024, sie, Norbert Nemeth, Harald Stefan und Martin Graf, hätten, so wurde es berichtet, es vielleicht sogar selbst auch gesungen, mit Sicherheit aber dem Lied „Wenn alle untreu werden“, der SS höchstes Gesinnungsbekenntnis, am Grabe gelauscht … dabei hörten sie doch bloß die von ihrer sucherischen Leichengangkameraderie gesungene Fassung dieses Bekenntnisliedes Heinos, von dem es mehr als eine Fassung gibt, die heinoische dürfte jene von Friedrich Silcher und Friedrich Erk, Deutsches Commersbuch, sechste Auflage, 1861, herausgegeben von Hermann und Moritz Schauenburg …
Dabei haben sie am Grabe doch vielleicht nur gesungen oder vielleicht nur ergriffen gelauscht, was Heino sang und vielleicht immer noch singt, wenn er beispielsweise —
Polizei, Security, Gegenkonzert im selben Ort: So umstritten war ein Auftritt von Heino selten. In Bad Belzig singt der 87-Jährige vor Deutschlandfahnen und Bundesadler für einen Feuerwehrmann, der nach dem Abspielen aller drei Strophen des Deutschlandliedes seine Funktion verlor.
Bild. Mark Pittelkau. 7. April 2026.
— und der Alt-Herren-Verband des Corps Erz zu Leoben auf seiner Website, gelesen am 12. April 2026, wohl auch zum Singen veröffentlicht bereitstellt, und nicht nur „Wenn alle untreu werden“, sondern viele weitere Lieder, als wäre es ein Album wie von Heino mit den „schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder[n]“ …
wenn alle un werden so bleiben wir doch Tru das immer noch auf Erden für euch ein Fleinsein gefähte unsre Jugend ihr Bilder bessere Zeit die UN zu Männer tuugend und liebesot geweit wollt immer von uns weichen und immer nah sein treu wie die Deutschen reichen wie Mond und Sonnenschein eins wir es wieder helle in aller brüdind sie kehen zu der Quelle in lieb und Treue ihr Sterne sein uns Zeugen die ruhig niederschau wenn alle Brüder schweigen und falschen Götzen Trum wir wollen das Wort nicht brechen nicht en werden gleich voll predigen und sprechen vom heiligen Deutschen Reich
Heino. Wenn alle untreu werden. Transkript. Klaus Störtebeker. YouTube. 635.829 Aufrufe 16.01.2014 Gelesen am 12. April 2026
NS So bleibt, vielleicht, nur noch die Aufklärung, was denn im automatisch erstellten Transkript etwa „Fleinsein“ bedeuten könnte, es ist bloß die automatische Wiedergabe von „Fähnlein“ …
Es hat seine Richtigkeit, daß Josef Müllner gesäubert und herausgeputzt bereits auf dem KL wieder steht, auf seiner Wirkungsstätte, also lange vor dem von ihm hier einbetonierten Bürgermeister, der dann irgendwann in den nächsten Wochen erst wieder gesäubert und herausgeputzt auf den KL verbracht werden wird —, hat doch der Bürgermeister keine Bedeutung, bloße Figur der Propaganda.
Es hat auch von der Zeit her seine Richtigkeit, daß Josef Müllner gerade zu Ostern im April ’26 schon auf den KL zurückgebracht wurde, und nicht erst später zusammen mit seiner Propagandafigur, sind doch die österlichen Tage die Putztage im Jahr schlechthin.
Auf dem KL-Gelände zu feiern, darauf wurde in dieser Stadt es immer schon verstanden, bis zum heutigen Tag herauf, beispielsweise so auch vor etwas mehr als neunzig Jahren, als der 25. Todestag gefeiert ward. Von dieser Todesfeier gibt es ein kurzes Filmdokument. Im Film ist eine Fahne zu sehen, auf der geschrieben steht:
Wenn alle untreu werden wir bleiben dennoch treu heil dir
Da es ein Stummfilm ist, kann nicht gesagt werden, ob in dieser Todesfeier am KL-Gelände auch gesungen wurde, zum Beispiel das Lied der Untreue,
Wenn alle untreu werden, so bleib‘ ich dir doch treu, dass Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz, drum geb‘ ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz.
Oft muß ich bitter weinen, dass du gestorben bist, und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergisst. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel getan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran.
Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie.
Ich habe dich empfunden, O! lasse nicht von mir, lass innig mich verbunden auf ewig sein mit dir. Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts, und sinken liebend nieder, und fallen dir ans Herz.
Aber sie haben nicht dieses Lied der Treue von Novalis gesungen, um einen ihnen lieben verstorbenen Menschen der Lauterkeit und Menschlichkeit zu beweinen, sondern das von Max von Schenkendorf, der das Gedicht von Novalis mißbrauchte, für seinen „erneuerte[n] Schwur, Junius 1814, an Friedrich Ludwig Jahn“, jedoch ebenfalls nicht aus Anlaß seines Todes, denn Jahn starb 1852 …
Mit Novalis freilich lassen sich keine Jahn-Turnhallen, keine Jahn-Denkmäler errichten, das weiß etwa der Grabredner und der Schenkendorfsänger auf dem Hernalser Friedrich recht genau,
Ein Denkmal in Unterburg am Klopeiner See der Ortsgruppe St. Kanzian des Kärntner Abwehrkämpferbundes hat den Ärger durch einen erzwungenen Halt wegen einer Radpanne direkt vor dem Mal sofort verscheucht, da die Gedenktafel von solch erlesener Raffinesse ist, daß an diesem Gründonnerstag im April ’26 sofort gedacht werden mußte, wie bildungsreich der Abwehrkämpferbund doch ist.
Mag der Abwehrkämpferbund in seiner Bescheidenheit nicht selbst davon sprechen wollen, mit welch erlesener Raffinesse, mit welch hohem literarischen Anspruch die Tafeln beschrieben wurden, vor nun fünfzig Jahren, so soll es für ihn getan werden, als Zeugnis dafür, wie bildungsreich er es versteht, ein Mal zu errichten, auf dem geschrieben steht:
Achte jedes Menschen Vaterland, aber das deine liebe. Kärnten soll leben, auch wenn wir sterben mussten.
So werden sie nun zu Philosophen, den Wert der irdischen Dinge betrachtend und erwägend; aber sie können über die wunderbare Tatsache des Vaterlandes nicht hinauskommen. Zwar sind sie in ihrer Jugend auch gereist und haben vieler Herren Länder gesehen, nicht voll Hochmut, sondern jedes Land ehrend, in dem sie rechte Leute fanden; doch ihr Wahlspruch blieb immer Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe!
„Kärnten soll leben, auch wenn wir sterben mussten.“ Kärnten soll, kein muß, nur ein Wunsch, eine Zukunftssehnsucht, kein Befehl, Kärnten soll, aber muß nicht. „Auch wenn wir sterben mussten.“ Gestorbene haben menschgemäß keine Sehnsüchte mehr, aber wäre nicht ungewöhnlich, daß Menschen in ihrer letzten Lebenssekunde mit schwacher und schon versagender Stimme kaum hörbar noch einen ihren allerletzten Wunsch herauspressen: „Kärnten soll leben“ —
Und bei all seiner Konzentration auf das Formulieren des Inhalts der Tafeln hat der Abwehrkämpferbund, wofür ihm recht hoch zu danken ist, nicht darauf vergessen, ein „Gegen das Vergessen“ zu setzen.
als Schmittianer sich noch versteht, sollte, so der Gedanke, doch noch einmal besonders hervorgehoben werden — es ist u. v. a. m. Kurzens Peter Thiel …
Catholicism is a fragment of Orthodoxy. After all, at one point before the schism the West was Orthodox to the same extent as the East until this fragment was distorted and claimed priority and completeness. Catholicism is anti-Byzantinism, while Byanztinism is the full and authentic Christianity which includes not only simple dogmatic purity, but also fidelity to the socio-political and state doctrine of Christianity. Roughly approximating, it is possible to say that the Orthodox conception of the symphony of powers (vulgarly called “Caesar-papism”) involves an understanding of the eschatological meaning of not only the Christian Church, but also the Christian State and the Christian Empire. Hence the teleological and soteriological function of the Emperor based on the second Epistle of Saint Paul the Apostle to the Thessalonians in which “maintaining” and “Katehon” are discussed. “The maintainer” equates the Orthodox exegetes (particularly Saint John Chrysostom) to the Orthodox emperor and the Orthodox empire.
Paradigmen of the end. The final degree of generalization. Katehon. Alexander Dugin. 30 January 2016.
Katehon (Katekhon) is a term from the Gospel found in the second chapter of the Apostle Paul’s Second Epistle to the Thessalonians, verses 6-7. Paul tells the Christians in Thessalonica that the mission of a godly force he calls Katekhon consists of preventing the rise of the Antichrist and the final victory of evil in history. Saint John Chrysostom, one of the first archbishops of Constantinople at the turn of the 5th century and an important early church father, interprets Katekhon to mean the state. If this is the case, the term automatically obtains a political connotation. Contemporary post-modernist policy has the potential to lead people away from Christian tradition, amid visible signs of the emasculation of religious and metaphysical concepts, replacing the strength of the church with worldly substitutes.
Katehon. Geopolitics and Tradition. Editorial. Alexander Dugin. Katehon Magazine. ISSN 2412-8570. Autumn 2015.
… wenn er etwa in Peter Thiel wohl einen Geistesbruder —
This article, which was published simultaneously in Russian and in English, was taken very seriously in MAGA circles, sparking a debate: does such a “Deeper State” exist, and if so, what might it be? Various theories have been put forth. I suggested that the “Deeper State” could be those influential power circles whose mouthpieces are the techno-oligarchs of Silicon Valley, the most influential and conceptualizing of whom is Peter Thiel.
I drew attention to his support for Curtis Yarvin’s (and partly Nick Land’s) idea of “Dark Enlightenment” and the establishment of an “American monarchy” with Trump as Emperor, as well as plans to create a utopian “city of the future” in Greenland. Konstantin Malofeev recently wrote quite accurately about this project:
“Greenland will become something more than just a center for mineral extraction and the world’s largest missile carrier. There are also much more American-style commercial plans.
Peter Thiel (the creator of PayPal and Palantir, a Facebook investor, etc.), the ideologist behind Trump’s second term, is the main investor in the Praxis startup through his company Pronomos Capital.“
At the time, I wasn’t convinced that this is the case, but I did advise keeping a close eye on Peter Thiel. Thiel himself joined the discussion, directly and indirectly, by raising topics that are quite characteristic of our school of worldview: the reign of the Antichrist, the End Times, the figure of the Katechon, the existence of the soul, the role of liberalism and the Radical Enlightenment as the ideology of the devil overall.
Thiel drew ideas from theology, history, and literature, referring to René Girard, Francis Bacon, Jonathan Swift, Carl Schmitt, John Henry Newman, Vladimir Solovyov, and others. He also mentioned the concept of Katechon — the force that holds back the Antichrist (from 2 Thessalonians) — and linked it to contemporary structures such as Trump, MAGA, and the United States.
Dieses glorreiche Schwert des Weltapostels war zweischneidig, war seine unbesiegbar große Liebe.
katholischglauben.info. Katholische Kirche – Mystici Corporis. Gelesen am 8. April 2026.
Was Schwertgesandter Paulus schrieb und was Carl Schmitt
I believe in the Katechon: it is for me the sole possibility as a Christian to understand history and its meaning. … We must name the Katechon for every epoch for the last 1,948 years. The position [of the Katechon] has never been vacant, if it had, we would not be present anymore. … There are temporary, transient, splinter-like fragmentary bearers of this task.
Carl Schmitt. Glossarium, 17 December 1947.
This Christian empire was not eternal. It always had its own end and that of the present eon in view. Nevertheless, it was capable of being a historical power. The decisive historical concept of this continuity was that of the restrainer: Katechon. “Empire” in this sense meant the historical power to restrain the appearance of the Antichrist and the end of the present eon; it was a power that withholds (qui tenet), as the Apostle Paul said in his letter to the Thessalonians … The empire of the Christian Middle Ages lasted only as long as the idea of the Katechon was alive.
Carl Schmitt. The Nomos of the Earth. 1950.
schrieb und was Alexander Dugin schreibt und was Peter Thiel redet, auch zu Katechon, dazu gibt es weitere Auslegungen, etwa von Dietrich Bonhoeffer —
Paulus schreibt:
„6 Und ihr wißt ja, was jetzt noch zurückhält, damit er geoffenbart werde zu seiner Zeit. 7 Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, nur muß der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein“ (nach Schlachter)
Werner de Boor erklärt in seinem Kommentar zum 2. Thessalonicherbrief, wie dieser Text klassischerweise in unseren (dispensationalistischen) Kreisen ausgelegt wird:
„Die eine Deutung sieht in dem Aufhaltenden Christus und seine Gemeinde, bzw. die Gemeinde und den in ihr wohnenden Heiligen Geist. Solange die Gemeinde, das ‚Salz der Erde‘, noch da sei, könne die Welt eben nicht in das letzte Stadium der völligen Verfaulung übergehen. Und so lange der Heilige Geist in der Gemeinde noch in der Welt sei, lasse er den letzten Aufbruch der ‚Gesetzlosigkeit‘ nicht zu. Erst mit der Entrückung der Gemeinde werde darum die Bahn frei für den Antichristen. Dadurch sei übrigens auch klar bewiesen, daß die Gemeinde vor der großen Trübsal, weil vor dem Kommen des Antichristen entrückt werde.“ (Werner de Boor: Kommentar zu den Thessalonicherbriefen, Wuppertaler Studienbibel, S. 140)
Dietrich Bonhoeffer und mit ihm viele historisch-theologische Ausleger (laut Werner de Boor) legen diese Passage anders aus. Sie verstehen „was jetzt noch zurückhält“ bzw. „das Aufhaltende“ nicht als eine Person, sondern als Ordnung des Staates. Der Grundtext lässt diese Deutung zu. Aus „der, welcher jetzt zurückhält“ würde „das, was jetzt zurückhält“ werden. Das würde verständlich machen, „warum sich Paulus hier so verhüllt und geheimnisvoll ausdrückt“ (de Boor, S. 140): weil er an eine verfolgte Gemeinde schreibt. Georg Huntemann erklärt in „Der andere Bonhoeffer. Die Herausforderung des Modernismus“, wie Bonhoeffer diese Stelle demnach verstand:
„Er [d.h. Bonhoeffer] erinnert an den 2. Thessalonicherbrief, Kapitel 2, in dem Paulus von der Macht spricht, die das Kommende der Katastrophe, den Weg in das Chaos und in die Auflösungen aller Ordnungen aufhält, beziehungsweise zurückhält. Es ist die Macht des Aufhaltenden. Diese Macht des Aufhaltenden versteht Dietrich Bonhoeffer als die Ordnungsmacht des Staates, ‚die mit starker physischer Kraft ausgerüstete Ordnungsmacht.‘ Diese Ordnungsmacht, diese Kraft des Aufhaltenden gegen das Chaos, ist das Vorletzte zum Letzten ‚der von oben eingreifenden rettenden Tat Gottes‘, also das Vorletzte zum Letzten der Wiederkunft Christi. Diese Macht des Aufhaltenden ist nicht Gott, sie kann auch nicht ohne Schuld sein, der Staat auch als Ordnungsmacht wird immer ein schuldiger Staat sein, aber ‚Gott bedient sich seiner, um die Welt vor dem Zerfall zu bewahren.‘ Das Aufhaltende ist die ’staatliche Ordnungsmacht‘.“ (Georg Huntemann: Der andere Bonhoeffer, S. 196f.)
Huntemann erläutert weiterhin:
„Dietrich Bonhoeffer hat also sehr wohl endzeitlich gedacht. Zu keiner Zeit seines Lebens hat er die Wiederkunft Christi verneint. Aber ihm ging es darum, daß, solange diese Welt noch weiterläuft, die Kirche alles erdenkliche tut, um durch ihre Verkündigung den Staat als Rechtsstaat und Ordnungsmacht zu erhalten. Kirche und Ordnungsmacht sind ‚Bundesgenossen‘. Die Kirche ‚zwingt gerade auch die Ordnungsmächte zum Hören, zum Umkehren‘. Denn nur der Staat, der bereit ist auf das verkündigte Wort der Kirche zu hören, ist ein Rechtsstaat.“ (S. 197)
Auch keine Überraschung ist es je, zu lesen, daß Sebastian Kurz eine Lobschrift auf „Palantir“ …
A piece of news that may have gone under the radar this week, but which I think is actually quite significant. What happened? NATO acquired ground-breaking AI technology MAVEN from Palantir. This platform allows for intelligence fusion, generating critical insights in minutes that would have required hundreds or even thousands of analysts in recent conflicts such as Afghanistan or Iraq.
Three key take-aways for me from this: 1️⃣ (Gen) AI is integral to protect the West – defense in the 21st century is much more than planes and tanks 2️⃣ We will not win the conflicts of the future with quantity, but by being smarter and more effective than our adversaries 3️⃣ It is key to be integrated across systems and borders – not work in silos
In order to stay ahead of our adversaries, we have to move fast and decisive:
🚀 Legacy procurement systems have to adapt to the speed of AI – Palantir’s MAVEN has been procured in record speed (<6 months) 💪 Embrace new technology and its benefits – don’t be overly pessimistic 📐 Solutions need to be tailor-made – product’s off-the-shelf won’t work for the needs of governments.
What do you think?
Sebastian Kurz. Linkedin. 11 Monate. Gelesen am 8. April 2026.
Eine Überraschung könnte es genannt werden, aber auch nur, wenn vergessen wird, wohin es sozialdemokratische Funktionsträgerinnen nach deren politischen Laufbahnen verschlägt, etwa Alfred Gusenbauer aus Österreich, Gerhard Schröder aus Deutschland, in diesem Umfeld, einfach wie kurz gesagt, von Peter Thiel auf den Namen Laura Rudas …
Lobbyismus: Palantir-Mitarbeiterin saß beim Souveränitätsgipfel mit Macron und Merz am Tisch
Eine hochrangige Palantir-Managerin nahm ausgerechnet am Gipfel zur digitalen Souveränität teil. Palantir gilt als Paradebeispiel für die Gefahren digitaler Abhängigkeiten. Das Bundeskanzleramt wusste offenbar nichts davon.
Beim „Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität“ saß ausgerechnet eine hochrangige Mitarbeiterin des umstrittenen Unternehmens Palantir mit am Tisch. Laura Rudas war Teil eines sogenannten Round Tables der „EU AI Champions Initiative“. Allerdings war sie dort nicht als leitende Mitarbeiterin von Palantir gelistet, sondern vertrat offiziell ebenjene Initiative. Das hat das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie in einer Recherche herausgefunden.
„Heute unterstützt sie das Big-Data-Unternehmen Palantir Technologies aus dem Silicon Valley bei der Entwicklung seiner Strategie und der Ausweitung seiner internationalen Präsenz. Zu diesem Zweck arbeitet Laura mit globalen Führungskräften und leitenden Angestellten aus verschiedenen Branchen und Sektoren zusammen, um deren digitale Transformation zu unterstützen.“ (Übersetzung: netzpolitik.org)
In wessen Dienst wird er morden, wüten und zerstören, am Jüngsten Tag,
der in Wahrheit der Letzte Tag der Menschen durch Menschen von ihnen herbeigebetet sein soll, in wessen Pflicht wieder und zum letzten Mal soll er brandschatzen, deren Namen er selbst noch nicht kennt,
Musil unternahm gewissermaßen eine Exploration der unterwerfungswilligen Massenseele und des deutsch-österreichischen Kollektivismus am Vorabend der Katastrophe. Am Beginn zitierte er (ohne den Titel des Buches zu nennen) aus dem Mann ohne Eigenschaften: „Wenn die Dummheit nicht dem Fortschritt, dem Talent, der Hoffnung oder der Verbesserung zum Verwechseln ähnlich sähe, würde niemand dumm sein wollen.“ Das 16. Kapitel des Romans, aus dem das etwas gekürzte Zitat stammt, trägt den bezeichnenden Titel ‚Eine geheimnisvolle Zeitkrankheit‘. Dass seine Rede über die Dummheit primär auf diese Zeitkrankheit zielte, wurde, ohne dass der Begriff fiel, schon mit dem ersten Satz der Rede klar, wo Musil den Verdacht äußerte, „über die Dummheit zu sprechen“ könnte einem Redner „heute“ als „Störung der zeitgenössischen Entwicklung ausgelegt werden“. Die Temporaladverdien ‚heute‘, ‚heutig‘, ‚heutigentags‘, erscheinen im Verlauf der Rede mit derart obstinater Regelmäßigkeit, dass nicht der geringste Zweifel darüber aufkommen konnte, worauf Musils Auslegungen des Begriffs zielten. Schon in den Vorarbeiten zu Kapitel 16 des Romans wird die Gleichung „Zeitkrankheit – Dummheit“ explizit hergestellt. Etwa zur selben Zeit (Frühjahr 1930) notierte Musil im Zusammenhang mit dem Faktum, dass Hans Kelsen, der maßgebliche Autor der österreichischen Verfassung von 1920 und Richter am Verfassungsgericht, aus politischen Gründen aus seinem Amt entfernt worden war, im Tagebuch: „Heute morgens noch dachte ich, man müßte einen Verein gegen die Ausbreitung der Dummheit gründen“.
Bei der Vertreibung von Hans Kelsen aus Österreich ging es u. a. um die Ehe, genauer, die Scheidung von Ehen,
Eine Reihe familienrechtlicher Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofes sorgen Ende der Zwanzigerjahre für den politischen Eklat. Das katholische Österreich kannte keine Scheidung, aber einige SP-Landeshauptleute erlaubten die Wiederverheiratung nach einer Trennung. Unter Kelsens Führung wurden diese „Dispensehen“ für verfassungskonform erklärt. Kirche und Christlich-Soziale zetteln daraufhin einen Sturm an, Kelsen und Kollegen wird Nihilismus und Vielweiberei vorgeworfen. Ein spezielles Verfassungsgesetz setzt alle auf Lebenszeit ernannten Richter ab. Die Wiederernennung durch die Sozialdemokraten allein lehnte der 1919 noch mit den Stimmen aller Parteien Gewählte ab, sagt Olechowski. Er sei den Sozialdemokraten zwar nahegestanden, aber wollte kein Parteisoldat sein.
Stattdessen geht Kelsen auf Drängen des Oberbürgermeisters Konrad Adenauer als Professor für Völkerrecht nach Köln. Als er 1933 auch diesen Posten verliert, nimmt ihn die Universität Wien nicht mehr auf. Kelsen pendelt zwischen Genf und Prag, wo seine Berufung an die Deutsche Universität durch die Regierung gewalttätige Proteste der NS-nahen Sudetendeutschen auslöst. „Es kam zum offenen Kampf zwischen Nationalen und Gemäßigten, die Universität wurde geschlossen, im Hörsaal mussten zwei Kriminalbeamte stehen“, erzählt Olechowski.
Kelsens Vertreibung aus Wien war eine „eigenartige Mischung aus fachlichen Differenzen und Antisemitismus“, sagt er im Standard-Gespräch. Seine reine Rechtslehre sei an der Universität Wien höchst umstritten gewesen, weil sie den Staat mit der jeweiligen Rechtsordnung gleichsetzte und keinen Platz für Religion, Moral und nationale Gefühle ließ. In Form eines verklausulierten Antisemitismus hätten andere Professoren „den Zustand der Fakultät“ beklagt und damit den getauften Juden Kelsen gemeint.
Kelsen, nach Herkunft, Einstellung und Auftreten ein Grandseigneur, hatte persönlich nichts gegen Schmitt und wußte durchaus zwischen dem Ideologen und dem Staatslehrer zu unterscheiden. So stimmte er der Berufung Schmitts nach Köln zu. Schmitt „revanchierte“ sich, indem er dafür sorgte, daß Kelsen als einer der ersten jüdischen Gelehrten schon im Frühjahr 1933 seinen Lehrstuhl verlor [51] Während Schmitt als von Göring ernannter Staatsrat und „Kronjurist“ des Dritten Reichs große Triumphe feierte, erlebte Kelsen ein bitteres Jahrzehnt.
So hat Kelsens großer Aufsatz in der Zeitschrift „Die Justiz“ noch keine Patina angesetzt; gerade heute wird man ihn wohl mit noch mehr Spannung und Beklemmung als damals lesen. Erregend ist vor allem, wie Kelsen die Tendenz Schmitts zum Totalitarismus aufdeckt. Noch unbefangen, ohne moralisch-sittliche Wertung, konnte Kelsen den Begriff des „totalen Staats“ analysieren und ihm den parlamentarischen Pluralismus entgegenstellen; der totale Staat müsse, was Schmitt noch nicht sage, aber letztlich meine, zur Ausschaltung des Parlamentarismus führen. Massiv endete Kelsens Abrechnung: „Aus beiden von der Verfassung eingesetzten Trägern der Staatsgewalt wird ein Feind und ein Freund des Staates; einer, der ihn, d. h.seine . Einheit‘, zerstören will, und ein anderer, der ihn gegen diese Zerstörung verteidigt, der Verletzer und der Hüter der Verfassung. Das alles hat mit einer positiv-rechtlichen Interpretation der Verfassung nichts mehr zu tun, das ist — im staatsrechtlichen Gewände — die Mythologie von Ormuzd und Ahriman.“ [47]
Wie treffend Kelsen Schmitt charakterisiert hat, ohne sicherlich dessen verhängnisvolle Entwicklung zu ahnen, geht aus seinem großen Beitrag in der Zeitschrift „Die Justiz“ hervor. Er mokiert sich hier — wie noch heute Sternberger [57] —, daß Schmitt in seinem Buch „Hüter der Verfassung“ „längst bekannte Tatsachen mit einem neuen Namen versehen“ habe; es handle sich nämlich um eine Neuauflage von Benjamin Constant, für Zeitgenossen „ein übler Opportunist“ [58] Gilt nicht das gleiche für Carl Schmitt, „ein Mann der Stunde”, wie ihn Hans Mayer immer wieder glossiert [59] Carl Schmitt gerierte sich in seiner Bonner Zeit, als der spätere Verfassungsrichter Professor Friesenhahn und der linke Rechtspolitologe Kirchheimer bei ihm promovierten, als liberaler Republikaner. Mit dem Buch „Hüter der Verfassung“ trat er für die „Präsidialdemokratie“ Brüning-Hindenburg ein, um alsdann Rechtsberater von General Schleicher zu werden. Nur wenige Tage nach der Ermordung seines Mentors durch die SS im Zusammenhang mit den Röhm-Morden am 30. Juni 1934 verfaßte Schmitt den berüchtigten Beitrag für „seine“ DJZ: „Der Führer schützt das Recht“ [60] Schließlich ging er so weit, den Rechtslehrern zu verkünden: „Wir müssen den deutschen Geist von allen jüdischen Fälschungen befreien, Fälschungen des Begriffes Geist, die es ermöglicht haben, daß jüdische Emigranten den großartigen Kampf des Gauleiters Julius Streicher als etwas , Un-geistiges’bezeichnen konnten.“ [61]
Berlin, 13. April. (Wolfs.) Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums hat der Reichskommissär Rüst (der notorische Psychopath. Red.) zunächst folgende Professoren beurlaubt: Bonn (Handelshochschule Berlin), Lohn (Breslau), Dehn (Halle), Feiler (Handelshochschule Königsberg), Heller (Frankfurt am Main), Horkheimer (Frankfurt am Main), Kantorowicz (Bonn), Kantorowicz (Kiel), Kelsen (Köln), Lederer (Berlin), Löwe (Frankfurt am Main), Löwenstein (Bonn), Manheim (Frankfurt am Main), Marck (Breslau), Sinzheimer (Frankfurt am Main), Till ich (Frankfurt am Main).
Diese Liste— offenbar die erste, der weitere folgen sollen— enthält vorwiegend Lehrer des Staatsrechtes und der Gesellschaftswissenschaften. Es ist eine Reihe von erlesenen Namen, deren Glanz den deutschen höchsten Ruhm gereichte. Hochschulen zum von Männern, deren Wirken die deutsche Wissenschaft seit Jahren befruchtete. Auch sie werden nun, da die deutschen Hochschulen „gleichgeschaltet“, das heißt, auf das Niveau des hakenkreuzlerischen Ungeistes gebracht werden, aufs Pflaster geworfen; dabei zeigt die Liste, daß auch erzbürgerliche Gelehrte, daß vor allem auch arische Professoren nicht geduldet werden, wenn sie den Hakenkreuzstudenten nicht passen, wie zum Beispiel der protestantische Theologe Professor Dehn in Halle, der von den Nazi wegen einer pazifistischen Rede verfolgt wird. Unter den Hinausgeworfenen sind weltbekannte Gelehrte, wie M. I. Bonn und Emil Lederer, heute zweifellos die berühmtesten Nationalökonomen Deutschlands, Hans Kelsen, der hervorragende Staatsrechtslehrer, den der kleinliche Ungeist der Reaktion aus Wien vertrieben hat, Artur Feiler, der als Redakteur der „Frankfurter Zeitung“ sowie durch seine Bücher über Amerika und Rußland Weltruf erlangt hat, Hermann Heller, der Verfasser eines berühmten soziologischen Werkes über den Fascismus, Hermann Sinzheimer, Deutschlands größter Sachverständiger auf dem Gebiet des Arbeitsrechtes, Siegfried Marck, der Breslauer marxistische Philosoph, und Horkheimer, der Nachfolger Karl Grünbergs in Frankfurt. Man wird gewiß unter denen, die im Zeichen des Hakenkreuzes an den Hochschulen verbleiben dürfen, nicht einmal halb soviel berühmte Naamen finden: nur den gesinnungslosen Nullen und den charakterlosen Strebern ist es heute noch erlaubt, in Deutschland zu forschen und zu lehren. Arme deutsche Wissenschaft!
Arbeiter Zeitung. 14. April 1933.
Für die „Salzburger Chronik für Stadt und Land“ am 28. September 1933 war es ein Einzeiler unter „Umschau in Deutschland“, die Versetzung in den Ruhestand mit 52 Jahren eine für diese österreichische Zeitung angemessene Meldung, ein menschgemäßer Vorgang, mit 52 Jahren pensioniert zu werden, während
Umschau in Deutschland
Müller zum ersten deutschen Reichsbischof gewählt TU. Wittenberg, 27. September. Die Deutsche Evangelische Nationalsynode wählte am Mittwoch nachmittags eintimmig den Landesbischof Ludwig Müller zum ersten Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche.
Koch, Königsberg, Oberpräsident TU. Berlin, 27. September. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, ist Gauleiter Koch in Königsberg zum Oberpräsidenten daselbst ernannt worden.
Pensionierung des Professors Kelsen Berlin, 27. September. Wie die „Frankfurter Zeitung“ meldet, wurden an der Universität Köln der Staatsrechtler Professor Dr. Hans Kelsen und der Ordinarius für romanische und vergleichende Philologie, Professor Dr. Leo Spitzer, in den endgültigen Ruhestand versetzt.
Krise im Hause Ullstein Berlin, 26. September. Nach der redaktionellen Gleichchaltung des Ullstein-Verlages durch den nationalozialistischen Schriftleiter Dr. Stadler wird nun auch der Verlag gesäubert. Soeben wird bekannt, daß Heinz Ullstein seine Anteile an eine anonyme Finanzgruppe abgetreten hat, so daß von den eigentlichen Besitzern des Ullstein-Konzerns nur noch Franz Ullstein übrigbleibt. Man hatte ihn zeitweilig verhaftet; aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt.
Auf derselben Seite der „Arbeiter Zeitung“ ist am 14. April 1933 zu lesen:
Major Pabst für die schwarz-braune Koalition
Was der Mann sagt, der jetzt in Rom die Drähte zieht.
Major Waldemar Pabst, der ehemalige Stabschef der Heimwehr, der gegenwärtig in Berlin lebt und beim Stahlhelm eine Rolle spielt, bernüht sich schon seit Wochen, auch in Oesterreich so etwas wie eine „nationale Konzentration“ zustande zu bringen und zu diesem Zweck die streitenden fascistischen Bruder in Oesterreich, die Braunen und die Grünweißen, miteinander zu versöhnen. Nun hat Herr Pabst den „Jnnsbrucker Nachrichten“ ein Interview über Fragen der österreichischen Innen- und Außeilpolitik gegeben. Er verwies zunächst auf die „natiolale Einigung“ in Deutschland und sagte dann:
„Ich bin sicher, daß die nationale Stunde auch für Oesterreich schlagen wird, wobei Personenfragen keine Rolle spielen dürfen und noch weniger Rücksichten auf etwaige Bindungen mit den jetzigen zumeist überalterten politischen Parteien. (Die Christlichsozialen dürfen sich auf manche peinliche Ueberraschung gefaßt machen. Red.) Wahlen mit all ihrem Hader und ihrer Vergiftung des Gemeinschaftsgedankens im Volke können niemals etwas Ideales sein. Auch in Oesterreich wird der Tag kommen, wo Parlamente nur eine dekorative Bedeutung haben werden. Auch hier wird nur dann Ruhe und die Möglichkeit eines Wiederaufbaues gegeben sein wenn die Schwatzbuden für Jahre geschlossen und die Eifersüchteleien der Parteien beendet sind. Wenn die Neuwahl in Oesterreich uns diesem Ziele näherbringt, dann muß sie mit allen Mitteln gefordert und durchgedrückt werden.“ (Das ist die Konzession an die Naziforderungen. Red.) Ferner erklärte Pabst, daß „ein Neuaufbau Oesterreichs ohne die entscheidende Mitarbeit der Nationalsozialisten ein Ding der Unmöglichkeit“ sei. Der Landsknecht der deutschen Reaktion, der seit Jahren in Oesterreich hinter den Kulissen manche Drähte zieht, ist also für die schwarz-braune Koalition. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß die von Pabst geäußerten Meinungen auch bei den Besprechungen in Rom eine große Rolle spielen. Zu den frommen römischen Ostergästen soll auch Herr Pabst gehören. Daß auch Herr Starhemberg nach Rom gefahren sei, wie bürgerliche Blätter berichtet haben, wird von der Heimwehrpresse abgestritten, aber sicher ist, daß die Oberhahnenschwänzler in ununterbrochener Verbindung mit Rom stehen. Danach kann man sich eine Vorstellung davon machen, was in Rom ausgekocht werden soll.
Ueber die Besprechungen des Bundeskanzlers Dollfuß in Rom dürfen seine Landsleute nur folgendes erfahren: Bundeskanzler Dr. Dollfuß wurde heute vom Papst in Privataudienz empfangen, in deren Verlauf der Heilige Vater sein besonders warmes Interesse für Oesterreich bekundete. Vorher hatte der Bundeskanzler dem Kardinalstaatssekretär Pacelli seine Aufwartung gemacht. Der Bundeskanzler nahm diesen Anlaß wahr, um die in der allernächsten Zeit beginnenden mündlichen Konkordatsverhandlungen persönlich einzuleiten. Heute früh nahm Dr. Dollfuß an der vom Heiligen Vater gelesenen privaten Messe teil und wohnte sodann der in der Sixtinlschen Kapelle in Anwesenheit des Papstes zelebrierten Pontifikalmesse bei. Um die Zahl der in Rom versammelten Fascisten vollzumachen, ist Sir Oswald Mosley, der Führer der englischen Fascisten, angekommen, ein Wichtigtuer, dessen Anhängerschaft in einem einzigen Eisenbahncoups Platz hat.
Papst, mit dem auf Anhieb kaum ein Mensch etwas anzufangen wird wissen, im Gegensatz aber mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, deren Mörder — und wenn dieser Mörder von Parlamenten als „nur eine dekorative Bedeutung“, Parlamente, die ihm „Schwatzbuden“, die „für Jahre geschlossen“, ihm „Wahlen niemals etwas Ideales“, fällt sofort einer aus der identitären Parlamentspartei ein, der 93 Jahre später, am 25. März 2026, von „elektoraler Demokratie“ und „liberaler Demokratie“ redet, wobei sein, einfach wie kurz gesagt, sein Herz und sein Geist recht für die erstere …
Es sind auf derselben Seite der „Arbeiter Zeitung“ vom 14. April 1933 zwischen Papst für die schwarz-braune Koalition – Die Nazis säubern die Wissenschaft und Der Schlag gegen die Arbeitslosen, weitere Artikel, die nicht zum Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart einladen, aber an die Gegenwart unweigerlich denken lassen, mit ihren unabgeschlossen behandelten Themen seit der Vergangenheit, dabei sollten diese doch längst keine Themen mehr, bei dieser langen, langen Behandlungsdauer, und die straft den Spruch, was lange währe, werde endlich gut, als das, was dieser ist, ein bloßer Spruch …
Wie geht es doch heutigentags hoch her um die Zensur„, um den Vorwurf der Zensur, um die Forderung nach Zensur, und auf der Zeitungsseite vom 14. April 1933 ist zu lesen unter „Der deutsche Ungeist“:
Berlin, 13. April. Die Deutsche Studentenschaft veranstaltet in den drei Wochen bis zum 10. Mai einen Feldzug „Wider den deutschen Ungeist“. Zunächst werden zwölf Thesen öffentlich angeschlagen:
1. Sprache und Schrifttum wurzeln im Volk. Das deutsche Volk trägt die Verantwortung dafür, daß seine Sprache und sein Schrifttum reiner und unverfälschter Ausdruck seines Volkstums ist.
2. Es klafft heute ein Widerspruch zwischen Schrifttum und deutschem Volkstum. Dieser Zustand ist eine Schmach.
3. Reinheit von Sprache und Schrifttum liegt an dir!. Dein Volk hat dir die Sprache zur treuen Bewahrung übergeben.
5. […] Der Deutsche, der deutsch schreibt, aber undeutsch denkt, ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu.
6. Wir wollen die Lüge ausmerzen, wir wollen den Verrat brandmarken. Wir wollen für den deutschen Studenten nicht Stätten der Gedankenlosigkeit, sondern der Zucht und der politischen Erziehung.
7. […] Wir fordern deshalb von der Zensur […] Schärfstes Einschreiten gegen den Mißbrauch der deutschen Schrift! Deutsche Schrift steht nur den Deutschen zu! Der undeutsche Geist wird aus den öffentlichen Büchereien ausgemerzt.
8. Wir fordern vom deutschen Studenten Willen und Fähigkeit zur Reinhaltung der deutschen Sprache.
10. Wir fordern vom deutschen Studenten den Willen und die Fähigkeit zur Ueberwindung […] liberalen Versallserscheinungen im deutschen Geistesleben.
11. Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens im deutschen Geiste.
12. Wir fordern die deutsche Hochschule als Haupt des Deutschtums und als Kampfstätte aus der Kraft des deutschen Geistes.
Autodafé.
In der dritten Woche der studentischen Propaganda wird eine öffentliche Sammlung zersetzenden Schrifttums durchgeführt. Jeder Student wird seine eigene Bücherei von allem Undeutschen säubern und auch die Büchereien seiner Bekannten sichten. Die Studentenschaften werden sich für die Reinigung der öffentlichen Büchereien, sofern sie nicht lediglich der Sammlung des gesamten Schrifttums dienen, einsetzen. An allen Hochschulen wird am 10. Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwortet. Die öffentliche Bekanntgabe der Sammelstellen wird zu Beginn der Sammlung erfolgen.
Numerus clausus an den Hochschulen.
Berlin, 13. April. (Verein deutscher Zeitungsverleger.) Das Reichskabinett dürfte am kommenden Mttwoch eine Vorlage verabschieden, die den Numerus clausus für […] Weiter wird das Reichskabinett das neue preußische Studentenrecht auf das ganze Reichsgebiet ausdehnen. Das neue Staatsbürgergesetz wird bereits in wenigen Wochen verabschiedet werden können.
Und heutigentags sind Universitäten weiter und wieder ausgerufene „Kampfstätten „ von —
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