Am letzten Tag des Jahres 2025 wird im Morgenjournal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreichs über ein in spanischer Sprache geschriebenes Buch mit Erscheinungstermin 27. November 2025 informiert, von dem es derzeit noch keine deutschsprachige Ausgabe gibt; jedenfalls läßt sich mit heutigem Tag, 7. Jänner 2026 keine deutschsprachige Ausgabe finden.
Das ist noch nicht das Bemerkenswerte an dem Bericht im Morgenjournal, über ein Buch, das es bisher lediglich in spanischer Sprache scheinbar zu erwerben gibt. Es ist auch nicht das Bemerkenswerte an dem Buch, daß es wieder einmal um die madigen zwölf Jahre des Österreichers sich dreht.
Bemerkenswert an diesem Bericht ist die Information über einen Mann, der jüdischen Menschen half, ins Ausland zu flüchten. Wieder einmal also ein Bericht über einen Menschen, der jüdische Menschen vor der Ermordung durch das totalitäre Regime des Österreichers rettete. Es kann gar nicht aufgezählt werden, von wie vielen Menschen in den letzten Jahrzehnten gehört wurde, die jüdischen Menschen halfen, jüdische Menschen vor deren Verichtung im Holocaust bewahrten, durch Fluchthilfe, sie dabei unterstützten, aus dem Reich des Österreichers fliehen zu können.
Was aber nicht aufgezählt werden kann, denn kein einziger Bericht aus all den Jahrzehnten ist in Erinnerung, was aber nicht aufgezählt werden kann, sind Berichte von Menschen, die „Zigeunern“ zur Flucht verhalfen, sie vor deren Vernichtung im Holocaust retteten.
Das zu erforschen, wie viele Menschen und ob es überhaupt Menschen gab, die „Zigeunern“ halfen, sie unterstützten, aus dem Reich des Österreichers fliehen zu können, sie versteckten, um der Vernichtung im Holocaust zu entgehen, das wäre ein Forschungsgegenstand, und dies zu erforschen, ist das Bemerkenswerte, ist das Aufmerkenswerte, weshalb überhaupt dieser Bericht über ein spanischsprachiges Buch zu erwähnen ist.
Über das Buch von Martín Llade selbst kann nichts erzählt werden, nur das zitiert werden, was am letzten Tag des Jahres 2025 im Morgenjournal berichtet wurde, auch wenn es nicht das Aufmerkenswerte ist, das zu erwähnen, so hat dieser Bericht doch dazu geführt, anzuregen, zu erforschen, wie viele Menschen und ob es überhaupt Menschen gab, Menschen, die keine jüdischen Menschen waren, zu helfen, Menschen also zu helfen, die im Reich des Österreichers auf derselben Vernichtungsstufe …
„Das letzte Konzert in Wien“ heißt das jüngste Werk des spanischen Musikexperten Martín Llade. Es geht dabei, richtig, um das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, dessen Live-Übertragung der Autor seit vielen Jahren in Radio und Fernsehen kommentiert. Llade gibt Einblicke in die Entstehung des weltberühmten Konzerts, spickt seine Erzählung aber auch mit zahlreichen Anekdoten. Josef Manola hat mit ihm gesprochen.
Schon und nicht nur für Abraham a Sancta Clara waren „Zigeuner“ auf derselben Stufe, predigte er doch sie seien „Judä Iscarioths nahe Brüder und Anverwandte“ …
Abraham a Sancta Clara, ein Augustiner wie der derzeitige Papst, das aber nur nebenher, zu dieser Abschweifung verleitet durch eine Reportage von Josef Manola über „Zigeuner“, gesendet im Oktober 2025.
Josef Manola: Musikexperte Martín Llade bezeichnet das Neujahrskonzert als größten Werbeträger für Österreichs Kultur.
Martín Llade: Österreich versteht es sehr gut, mit Hilfe des Neujahreskonzerts Werbung zu machen. Ich wünschte, Spanien hätte einen vergleichbaren Event.
Josef Manola: Neue Zeugnisse erlauben es ihm, die Rolle von Clemens Krauss beim ersten Neujahrskonzert darzustellen, wie der Staatsoperndirektor darauf kam, Strauss-Melodien zu dirigieren, erklärt Martín Llade so: Das letzte Mitglied der Strauss-Dynastie hatte das Strauss-Orchester ruiniert. In den 30er Jahren ging es auseinander. Instinktsicher setzte Krauss auf die Werke der Familie Strauss, es sei ein Fest der Musik.
Josef Manola: Das erste Konzert fand am 31. Dezember 1939 im großen Musikvereinssaal statt. Erst ab 1941 wechselte es auf den Neujahrstag. Der Erlös ging an das Kriegswinterhilfswerk der Nationalsozialisten. Das alles im Auftrag Hitlers, der vom Dirigenten erwartete, Wien als Stadt des Optimismus und der Geselligkeit zu etablieren.
Martín Llade: Es ist erstaunlich, daß eines der besten Orchester der Welt diese eher leichte Musik aufführte. Neben den Symphonien mußte sie als zweite Wahl erscheinen. Aber Clemens Krauss wertete sie auf und machte sie zu Gold.
Josef Manola: Der uneheliche Sohn der von Kaiser Franz-Joseph protegierten Hofoperntänzerin Clementine Krauss war als Freund der Nationalsozialisten abgestempelt, daß Krauss kein überzeugter Nazi war, sondern Karriere und Fortkommen im Blick hatte, steht für Martín Llade fest, er meint, die im Verborgenen geleistete Hilfe für jüdische Verfolgte habe sein Mitläufertum unter den Nationalsozialisten wettgemacht.
Martín Llade: Im Wikipedia ist die Rede von 29 ins Ausland gebrachte Menschen. Das stimmt nicht. Es waren 29 Aktionen, in denen zum Teil ganze Familien gerettet wurden.
Josef Manola: Llade erlaubt sich folgenden Kunstgriff. Wo die Biographie des charismatischen Digirenten Lücken aufweist, wird sie vom Autor mit fiktionalen Passagen geschlossen. Wie in einem Krimi beschreibt er die riskanten Unternehmen, um jüdische Familie die Flucht ins Ausland zu ermöglichen. Auch morgen wird Martín Llade wieder das Neujahrskonzert für ein Millionenpublikum in vielen Ländern kommentieren. Die bewegte Geschichte des Konzerts, die er in seinem Buch darstellt, beschäftigt ihn weiterhin.
Martín Llade: Aus dem Markenzeichen der österreichischen Identität innerhalb des deutschen reichs ist inzwischen ein TV-Event geworden, das Zuseher in 150 Ländern am Neujahrstag selig klatschend vereint.
Oh, Musikverein, der Tröstungen reich …
Oh, philharmonisches Orchester, der Klänge reich …
Oh, Staatsoper, der Bilder reich …
Was es zu diesem Buch noch an Informationen gibt, ist menschgemäß die Beschreibung des Verlages für sein Produkt, in spanischer und in englischer Sprache — to whom it may concern:
Martín Llade, el carismático locutor del Concierto de Año Nuevo, nos descubre los oscuros orígenes de una de las citas musicales más famosas del mundo.
«Gran comunicador, Martín Llade es también un gran escritor». –Zenda
Por el autor de El misterio Razumovski, galardonado en los XV Premios de Literatura Histórica Hislibris
Viena, finales de 1944. Atrapado entre dos frentes, el Tercer Reich ha iniciado el contraataque que decidirá el desenlace de la Segunda Guerra Mundial. Mientras prepara el Concierto de Año Nuevo, el director Clemens Krauss recibe la visita de un enigmático capitán de las SS que parece decidido a averiguar cuál es su relación con unos presuntos traidores al régimen nazi.
Aunque Krauss y su compañera, la cantante Viorica Ursuleac, son dos de los artistas favoritos de Adolf Hitler, el director de orquesta se verá obligado a afrontar un pasado repleto de oscuros secretos, dudas respecto a su lealtad al Reich y una revelación que podría poner en peligro el concierto más famoso del mundo. Un concierto que nació, precisamente, con el apogeo del nazismo.
Con una gran labor documental y fiel a su estilo literario, Martín Llade, el periodista de música clásica que pone voz al Concierto de Año Nuevo, nos acompaña en un viaje al corazón de la célebre gala de Viena.
Martín Llade, the charismatic announcer of the New Year’s Concert, reveals the dark origins of one of the most famous musical events in the world.
“Great communicator, Martín Llade is also a great writer.” -Zenda
By the author of The Razumovski Mystery, awarded at the XV Hislibris Historical Literature Awards
Vienna, late 1944. Trapped between two fronts, the Third Reich has initiated the counterattack that will decide the outcome of World War II. While preparing for the New Year’s Concert, conductor Clemens Krauss receives a visit from an enigmatic SS captain who seems determined to find out his relationship with alleged traitors to the Nazi regime.
Although Krauss and his partner, singer Viorica Ursuleac, are two of Adolf Hitler’s favorite artists, the conductor will be forced to face a past full of dark secrets, doubts about his loyalty to the Reich, and a revelation that could endanger the most famous concert in the world. A concert that was born precisely with the rise of Nazism.
With extensive documentary work and faithful to his literary style, Martín Llade, the classical music journalist who gives voice to the New Year’s Concert, takes us on a journey to the heart of the famous Vienna gala.
Was von diesem Kapitel aber einzig bleiben soll, ist der Forschungsbedarf, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem es umfassend erforscht ist, wie es den Menschen erging, ob ihnen dafür gedankt wurde, ob sie dafür geehrt wurden, daß sie Menschen halfen, die ebenso lebensdringliche Hilfe, lebensnotwendigen Schutz brauchten, ob sie, wenn sie Mitläuferinnen waren, mit ebenso großer Nachsicht ihres Mitläufertums wie Clemens Krauss bedacht wurden, wenn es denn Menschen und wie viele Menschen es denn gab, die im Verborgenen riskante Unternehmen wagten, aber nicht als Krimi soll es beschrieben werden, sondern als Bericht vorgelegt werden, wie es für eine Forschung angemessen und unabdingbar ist.








































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